Affenpocken Wie Viele Fälle In Deutschland?

Affenpocken Wie Viele Fälle In Deutschland
Ist das Affenpockenvirus mit dem Coronavirus vergleichbar? – Sowohl das Affenpockenvirus als auch das Coronavirus sind Zoonosen. Aber es gibt viele Unterschiede zwischen den beiden Erregern: Nach bisherigen Erkenntnissen ist das sogenannte Monkeypoxvirus (MPV) nicht so leicht übertragbar wie das SARS-CoV-2-Virus.

  1. Das Affenpockenvirus ist auch kein neues Virus;
  2. Es ist seit langem bekannt und in einigen tropischen Regionen Afrikas endemisch;
  3. Das beutet: Es tritt dort örtlich begrenzt auf;
  4. Es gibt in der Europäischen Union auch einen zugelassenen Impfstoff (siehe unten) und Therapeutika gegen das Affenpockenvirus;

Und mit Blick auf möglichen Forschungsbedarf ist Deutschland sehr gut aufgestellt: So hat das BMBF schon 2017 bis 2019 die Eindämmung eines Affenpockenausbruchs in Nigeria unterstützt. Weitere Forschungsanstrengungen zu zoonotischen Infektionskrankheiten und dem Forschungsstandort Deutschland fördert das BMBF seit 2007 mit insgesamt über 100 Millionen Euro.

Wie viele Fälle Affenpocken gibt es in Deutschland?

Bislang sind nur acht weibliche Fälle in Deutschland übermittelt worden. Es sind bisher zwei Fälle bei Jugendlichen bekannt geworden. In einem Haushalt mit zwei erwachsenen Fällen wurde auch bei einem Kind eine Infektion festgestellt.

Kann man Affenpocken bekommen wenn man Windpocken hatte?

Auch wenn sich beide Infektionskrankheiten den Namen “Pocken” teilen und Hautsymptome ähnlich aussehen, so sind diese nicht miteinander verwandt. Die Windpocken (Varizellen) gehören zu den Herpesviren und werden durch das Varizella-Zoster-Virus ausgelöst.

Einmal im Körper, können sie Jahre später auch in Form einer Gürtelrose (Herpes Zoster) reaktiviert werden. Affenpocken (Monkeypox) hingegen gehören zu den “klassischen” Pockenviren (Orthopox variolae). Die Antikörper gegen Windpocken wirken nicht gegen Affenpocken und umgekehrt.

Jedoch schützt nach aktuellem Kenntnisstand eine “echte” Pocken- Schutzimpfung auch gegen das nah verwandte Affenpocken-Virus. Dies liegt an der sogenannten Kreuzimmunität. Quellen: Robert Koch-Institut, WHO, Bundesministerium für Gesundheit Sie wollen diesen Faktencheck griffbereit haben?.

Welche Impfung hilft gegen Affenpocken?

Bitte beachten Sie die Korrektur im Absatz “Der Impfstoff”. Das nordrhein-westfälische Gesundheitsministerium hat die Kreise und kreisfreien Städte über die Umsetzung der geplanten Impfungen gegen das Affenpockenvirus informiert. Für die Impfungen stellt der Bund den Impfstoff JYNNEOS®/Imvanex® bereit, der in Europa von der Europäischen Arzneimittelagentur EMA zum Schutz vor Pocken autorisiert ist und nach derzeitiger Kenntnislage auch vor einer Infektion mit Affenpocken schützt.

Geimpft werden können bestimmte Personengruppen, die ein besonders Risiko haben, sich mit dem Affenpockenvirus zu infizieren. Die Impfungen starten ab Ende nächster Woche an HIV-/Infektionsambulanzen der Universitätskliniken und teilnehmenden HIV/STI-Schwerpunktpraxen.

Nordrhein-Westfalen ist das erste Bundesland, das Impfungen gegen Affenpocken durchführt. Impfung nur bei hohem Risiko Affenpocken sind eine Viruserkrankung, die sich vor allem mit  Symptomen, wie Fieber, Kopf-, Muskel- und Rückenschmerzen und einem Ausschlag mit Bläschen oder Pusteln äußert.

Die Erkrankung wird von Mensch zu Mensch bei engem Körperkontakt (Kontakt mit Körperflüssigkeiten und den typischen Hautveränderungen) mit einer infizierten Person übertragen. Das RKI schätzt aktuell das Risiko einer Gefährdung für die Gesundheit der breiten Bevölkerung als gering ein.

Da der Impfstoff derzeit nur begrenzt zur Verfügung steht, muss der Kreis der Personen, die sich impfen lassen können über die Impfempfehlungen der STIKO hinaus eingegrenzt werden. Folgende Personen können sich impfen lassen:

  • Personen, die dem Affenpockenvirus exponiert waren;
  • Männer mit einer hohen Anzahl an gleichgeschlechtlichen sexuel-len Kontakten und folglich einem hohen Risiko für sexuell übertragbare Erkrankungen.
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Die Gesundheitsämter informieren die exponierten Personen im Rahmen der Kontaktnachverfolgung darüber, dass sie sich impfen lassen können und vermitteln sie an die impfenden Stellen. Um Personen mit einem besonderen Ansteckungsrisiko zu erreichen, kommunizieren auch die Arbeitsgemeinschaft AIDS-Prävention NRW und die Aidshilfe NRW e. , welche Stellen impfen werden. Die Impfung ist für Bürgerinnen und Bürger kostenfrei. Die Entscheidung für eine Impfung liegt im Ermessen des impfenden Arztes oder der impfenden Ärztin.

Der Impfstoff In mehrern anderen Ländern wie den USA und Kanada ist JYNNEOS®/Imvanex® bereits für die Verwendung gegen Affenpocken zugelassen. Der Bund hat diesen Impfstoff zentral für Impfungen gegen Affenpocken in Deutschland beschafft.

Im nordrhein-westfälischen Impfstoffzentrallager ist bereits eine erste Lieferung von 7. 300 Dosen eingetroffen. Das Bundesgesundheitsministerium erwartet die Lieferung weiterer 200 000 Dosen an den Bund im Laufe des dritten Quartals 2022, etwa 20 Prozent davon werden nach Nordrhein-Westfalen geliefert.

In medizinisch begründeten dringenden Einzelfällen, insbesondere bei einem nachgewiesenen engen Kontakt zu einer Person mit einer Affenpockeninfektion, können bereits jetzt an den Universitätskliniken in Aachen, Bochum, Bonn, Düsseldorf, Essen, Münster und Köln Impfungen gegen Affenpocken erfolgen.

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Informationen zu Symptomatik, Infektionswegen und Prävention finden Sie auf der Seite des RKI: https://www. rki. de/DE/Content/InfAZ/A/Affenpocken/Affenpocken-Ueberblick. html Die Pressemitteilung wurde am 06. Juli 2022 präzisiert. In der am 02. Juli 2022 versendeten Fassung wurde nicht klar kenntlich gemacht, dass die 200 000 Impfstoffdosen, die im dritten Quartal bereit stehen, die Lieferung an den Bund sind.

Wie viele Tote durch Affenpocken?

Spanien meldet zweiten Affenpocken-Toten In Afrika sind bereits 75 Todesfälle in Zusammenhang mit dem Affenpocken-Virus bekannt – nun werden die ersten Todesfälle in Europa gemeldet. Beide Menschen starben in Spanien. So sieht das Affenpocken-Virus aus: Vor einer Woche wurde der Ausbruch zur “Notlage von internationaler Tragweite” erklärt. Quelle: dpa In Spanien sind die zwei ersten Todesfälle im Zusammenhang mit einer Affenpocken-Infektion gemeldet worden. Nachdem das Gesundheitsministerium in Madrid am Freitagabend vom Tod eines mit dem Affenpockenvirus (MPXV) infizierten Patienten berichtet hatte, wurde am Samstag ein zweiter Todesfall mitgeteilt.

Wie bedrohlich sind Affenpocken?

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die Affenpocken zu einer internationalen Notlage erklärt. Infektiologe Professor Clemens Wendtner erklärt im Interview, wie er die Lage in Deutschland einschätzt, wie man eine weitere Ausbreitung vermeidet und berichtet aus dem Klinikalltag, wie schmerzhaft eine Affenpocken-Infektion sein kann.

  • Teilen Sie die Einschätzung und die Sorgen der WHO? Und was bedeutet es für die Situation in Deutschland? Clemens Wendtner: Wir sind weit davon entfernt, dass es sich hier nur um Einzelfälle handelt;
  • Wir haben auch in Deutschland vierstellige Zahlen;

2410 Fälle hat das Robert Koch-Institut (Stand: 26. 2022) gemeldet. Ich gehe davon aus, dass die Zahl der Fälle in den nächsten Wochen und Monaten noch steigen wird. In Rechenmodellen geht man davon aus, dass die Zahl auf 10. 000 Fälle in Deutschland ansteigen könnte. Affenpocken Wie Viele Fälle In Deutschland Professor Clemens Wendtner ist Chefarzt der Infektiologie und Tropenmedizin sowie Leiter der Spezialeinheit für hochansteckende lebensbedrohliche Infektionen an der Klinik Schwabing in München. © München Klinik gGmbH Wie wahrscheinlich ist eine weitere Ausbreitung der Affenpocken in Deutschland ? Niemand wünscht sich, dass Affenpocken in Deutschland endemisch werden. Das Risiko steigt mit den Fallzahlen. Noch betrifft der Affenpocken-Ausbruch vor allem eine Gruppe, nämlich Männer, die Sex mit Männern haben und zwar Geschlechtsverkehr mit vielen wechselnden Partnern.

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Es wird aber durch den Ausbruch der Affenpocken keine Pandemie 2. 0 entstehen. Das ist die einhellige Meinung von Expert:innen in dem Fachgebiet. Doch wenn das Virus auf andere Gruppen springt, wenn mehr Frauen betroffen sind und auch Kinder hinzukommen, steigt die Gefahr für eine Endemie.

Bisher sind in Deutschland fünf Fälle von Affenpocken bei Frauen bekannt. Kinder sind bisher in der Bundesrepublik noch nicht betroffen. Auch problematisch wäre, wenn das Affenpockenvirus auch in Deutschland in Nagetieren, unter anderem auch Eichhörnchen, zirkulieren würde, wie wir es aus endemischen Gebieten auf dem afrikanischen Kontinent kennen.

Eine solche Situation, dass sich das Virus im Tierreservoir immer wieder vermehrt und hält – dies gilt es zu verhindern. Was muss in Deutschland beachtet werden, damit sich die Affenpocken nicht weiterverbreiten? In erster Linie hilft eine Verhaltensänderung.

Eine Maßnahme kann zum Beispiel Vorsicht bei häufig wechselnden Sexualkontakten mit engem Körperkontakt sein. Ebenso gibt es auch die Möglichkeit der Ringimpfung, um Risikogruppen oder Kontaktpersonen zu impfen. So lässt sich das Infektionsgeschehen eindämmen. Affenpocken Wie Viele Fälle In Deutschland Wissen die Deutschen denn genug über das Virus, um sich zu schützen? In der Bevölkerung besteht vielleicht noch nicht genug Wissen um die Affenpocken. Auch medial wird nicht in der Breite über Affenpocken berichtet wie bei der Covid-19-Infektion. Es bestehen noch Wissensdefizite bei den Deutschen – zum Beispiel zum Übertragungsweg von Affenpocken. Können Sie noch einmal erklären, wie Affenpocken übertragen werden? Der enge körperliche Kontakt zu einer infizierten Person reicht aus, um sich anzustecken.

Läsionen auf der Haut, die durch das Virus ausgelöst werden, sind hochansteckend. Der Hautkontakt ist für eine Ansteckung ausschlaggebend. Es handelt sich um eine Schmierinfektion. Das heißt, man kann sich mit Affenpocken auch über kontaminierte Flächen anstecken.

Ein Beispiel: Man kann sich über Bettwäsche anstecken, die eine infizierte Person benutzt hat. Selbst die Pockenkrusten, wenn sie abfallen und sie in der Bettwäsche sind, können ansteckend sein. Lange Zeit galt die Übertragung von Mensch zu Mensch als unwahrscheinlich.

  1. Was weiß man bisher, warum es jetzt doch weltweit mehr als 17;
  2. 000 Infektionen gibt? Es gibt noch keine Erkenntnisse, dass das aktuelle Affenpockenvirus mutiert und dadurch leichter übertragbar wäre;
  3. Eine Mutation ist bei einem DNA -Virus ohnehin sehr selten;

Zudem hat sich die Immunitätslage geändert, es gibt zunehmend eine Generation, die gar nicht vor Pocken beziehungsweise auch vor Affenpocken geschützt ist. Üblicherweise sehen wir die Affenpocken bei Menschen unter 40 Jahren, die nie eine Pockenimpfung bekommen haben.

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Wir müssen erkennen, dass Zoonosen – also Infektionen, die vom Tier auf den Menschen überspringen, zunehmen werden. Der Grund dafür ist, dass der Lebensraum für Tiere kleiner wird, zum Beispiel durch Abholzungen, und Tiere so dichter an den Menschen kommen.

Wir leben in einer globalisierten Welt, wo eine Reise von London nach Australien, China oder Nigeria kein Thema mehr ist, und dadurch verteilen sich solche Keime auch schneller, als wir es vor 20 oder 30 Jahren gesehen haben. So war es auch bei den Affenpocken – der erste Fall in London hatte noch einen Kontakt in Nigeria, wo Affenpocken endemisch sind, dann ist das Virus in London kursiert und in Spanien gab es ein großes Festival, was das Infektionsgeschehen angeheizt hat.

  • Es gibt also Situationen, in denen das Ansteckungsrisiko erhöht ist? Bei Großveranstaltungen vom Christopher Street Day bis zu riesigen Musikfestivals kommt es zu großen Menschenansammlungen;
  • Dort besteht ein erhöhtes Infektionsrisiko;

Da solche Veranstaltungen im Sommer Hochkonjunktur haben, macht das Virus keine Pause. Durch die dicht gedrängten Menschen in einer großen Menge an Personen kann es leichter zu Infektionen kommen. Der zweite Aspekt ist: Es ist eine Erkrankung, die durch (ungeschützten) Sex mit vielen wechselnden Partner:innen übertragen wird.

Eine Vorsichtsmaßnahme vor einer Infektion ist geschützter Geschlechtsverkehr. Allerdings ist das Kondom kein Garant dafür, dass man sich beim Sex nicht ansteckt. Eine Geschlechtskrankheit im klassischen Sinne sind Affenpocken doch nicht? Sie werden nach jetzigem Kenntnisstand vor allem durch engen Körperkontakt übertragen – und den gibt es nicht nur beim Sex.

Affenpocken beziehungsweise deren Erbsubstanz (DNA) sind auch im Sperma nachweisbar. Wir können aber noch nicht nachweisen, ob sie vermehrungsfähig sind. Wir können das Virus auch im Blut nachweisen. Wir sehen, dass die Konzentration im Sperma und im Blut geringer ist als in den Hautläsionen.

Heißt: Die Pocken auf der Haut sind der klassische Übertragungsweg bei Affenpocken, also über den engen Körperkontakt. Natürlich kommt es beim Sex zu engem Körperkontakt, doch auch auf einem Musikfestival kann ich mich bei den dicht neben mir stehenden Personen anstecken, wenn sie Pocken auf der Haut haben.

Kann es auch asymptomatische Fälle von Affenpocken geben? Die Affenpocken, die wir hier in der Klinik erleben, sind eher schwächer. Man zählt die Bläschen am Körper der Patient:innen für die Behandlung – die meisten haben weniger als 50 Pocken. Wenn ein Patient oder eine Patientin nur 20 Bläschen am Körper hat, ist das Ansteckungsrisiko auch geringer als bei einer größeren Anzahl an Hautläsionen.

  • Wir hatten hier noch keinen komplett asymptomatischen Fall;
  • Hier kann es auch zu einem sogenannten Selection Bias kommen: Wir sehen in dem stationären Umfeld nur die Fälle, die auch symptomatisch geworden sind;

Ich kann also nicht ausschließen, dass es auch mehr oder weniger asymptomatische Fälle gibt, bei denen Patient:innen nur ein oder zwei Läsionen haben. Diese können zum Beispiel auch im Mund auftreten, so dass Betroffene sie gar nicht sehen können. Zoonosen.