Wann Begann Die Industrialisierung In Deutschland?

Wann Begann Die Industrialisierung In Deutschland
Das industrielle Zeitalter konfrontierte die Städte West- und Mitteleuropas mit gravierenden strukturellen Veränderungen, die sich in erster Linie auf die Wirtschafts- und damit auch auf die Gesellschaftsordnungen und das Stadtbild auswirkten. Das Ursprungsland der Industrialisierung war England, wo im 18.

  1. Jh;
  2. technische Innovationen wie die Dampfmaschine eine maschinelle Erzeugung von Gütern und damit eine neue Form des Wirtschaftswachstums ermöglichten;
  3. Die meisten europäischen Staaten wurden vom Prozess der Industrialisierung zwischen der Mitte des 19;

Jhs. und dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges 1914 erfasst. Deutschland durchlief eine frühindustrielle Phase (ca. 1840–1870) sowie eine hochindustrielle Phase (1870–1914) und wurde in dieser Zeit ein moderner Industriestaat, dessen Industrieproduktion vor England Spitzenwerte in Europa erreichte.

In Deutschland war es der Eisenbahnbau , der die Industrialisierung entscheidend vorantrieb und vielen Städten wichtige wirtschaftliche Impulse bescherte. Die Nachfrage der Eisenbahn forcierte den Aufschwung der Montan – und Maschinenbauindustrie , gleichzeitig ermöglichte die verbesserte Verkehrsinfrastruktur eine bessere Marktintegration.

In England existierte seit 1830 zwischen Manchester und Liverpool die erste Zugverbindung, in Deutschland 1835 zwischen Nürnberg und Fürth. Die wirtschaftlichen Strukturveränderungen durch die Industrialisierung, die agrarische Überschussproduktion und eine seit Ende des 18.

Jhs. einsetzende Bevölkerungsexplosion führten im 19. Jh. zu einer rasanten Urbanisierung (Verstädterung), d. der Anteil der städtischen Bevölkerung an der Gesamtbevölkerung stieg immens. Neue, besser bezahlte Arbeitsplätze in der Textil- oder Montanindustrie sowie zunehmend auch im Dienstleistungssektor, die sinkenden Arbeitsmarktrisiken, die persönlichen Entfaltungsmöglichkeiten sowie Kultur- bzw.

Vergnügungsangebote in den Städten einerseits (Pull-Faktoren) und Bevölkerungsdruck sowie Armut auf dem Land andererseits (Push-Faktoren) bewirkten in West- und Mitteleuropa eine Landflucht in die Städte. In England setzten die Wanderungsbewegungen bereits in den ersten Jahrzehnten des 19.

  1. Jhs;
  2. ein, in Deutschland v;
  3. während der Hochindustrialisierungsphase ab 1871;
  4. Es waren vorwiegend junge, männliche und ungebundene ‚Stadtwanderer‘, die aus dem Norden und Nordosten Deutschlands in die Industriegebiete des Ruhrgebiets und Oberschlesiens sowie in die Städte Berlin, Hamburg, München und das Rhein-Main-Gebiet kamen;

Die Binnenwanderung und das Bevölkerungswachstum – zwischen 1871 und 1914 wuchs die deutsche Bevölkerung um 58 % von 41 Mio. auf 65 Mio. Menschen – bewirkten im Vergleich zu ländlichen Regionen ein überproportionales Städtewachstum, das sich v. auf die Industrie- und Handelszentren fokussierte.

  • Der Anteil der Deutschen, die in Städten mit weniger als 2;
  • 000 Menschen lebten, sank von 64 % auf 40 %, während die Einwohnerzahlen der größeren Orte wuchsen;
  • Der Anteil der Bevölkerung, der in Städten von mehr als 10;

000 Einwohnern lebte, verdreifachte sich beinahe von 1871 bis 1910, während der Bevölkerungsanteil in Städten von mehr als 100. 000 Einwohnern um mehr als das Siebenfache wuchs. In dieser Zeit überschritten 48 deutsche Städte die Großstadtgrenze von 100. 000 Einwohnern (z.

Frankfurt a. , Dortmund, Düsseldorf, Danzig, Kiel, Kassel, Mannheim oder Nürnberg). Die Bevölkerungsverschiebungen führten seit Mitte des 19. Jhs. in zahlreichen Städten zu einer enormen Verdichtung. In Köln bspw.

konzentrierte sich das Bevölkerungswachstum zwischen 1820 und 1880 ausschließlich auf die Stadt innerhalb der mittelalterlichen Stadtmauer, wodurch sich die Bevölkerungsdichte der Stadt zwischen 1820 und 1880 auf 35. 910 Einw. /km² erhöhte. In London waren es zur selben Zeit nur 9.

600 Einw. /km². Da sich in der Frühphase der Industrialisierung auch Industriebetriebe innerhalb des Stadtgebiets ansiedelten, kam es zu einer Überbeanspruchung des Wohnraums. Grün- und andere Freiflächen wurden in Bauland umgewandelt, und tlw.

wuchsen die Städte in die Vertikale. In Liverpool bspw. lebte 1840 jeder siebte Einwohner in einer Kellerwohnung. Der Bevölkerungsdruck und die enge räumliche Bebauung der Städte führten zu hygienischen und sozialen Missständen; große Teile von Städten wie z.

Manchester verkamen zunehmend zu Slums. Auch in Berlin herrschten noch in den 1870er Jahren in weniger gehobenen Vierteln katastrophale hygienische Bedingungen. Das Städtewachstum nach innen erfolgte trotz der Öffnung der meisten Städte durch das Auflassen und die Niederlegung der Mauern und Befestigungen seit dem ausgehenden 18.

Jh. Erst allmählich wuchsen die Städte über ihren ehemals klar erkennbaren Rand hinaus. Erste Erweiterungen erfuhren Städte, als wohlhabendere Bürger ihre nun in der Altstadt liegenden Wohnungen aufgaben und an den Stadtrand zogen, wodurch neue Villenviertel entstanden.

Vermehrt siedelten sich seit der Mitte des 19. Jh. auch Betriebe an den Stadträndern an. Ebenfalls außerhalb der alten Stadtkerne entstanden aus Platz- und Kostengründen die Bahnhöfe, um die sich Bahnhofsviertel bildeten, deren wirtschaftliche Grundlage häufig Groß- und Einzelhandel, Gastronomie und Hotelgewerbe sowie Vergnügungseinrichtungen waren.

Die Stadträume jenseits der Bahntrassen lagen jedoch in einer „Schattenlage” der Stadtentwicklung; hier entstanden vielfach Problemviertel. In Deutschland vollzog sich das Außenwachstum der Städte i. planvoller als bspw. in England, da Neustädte meist am Reißbrett entworfen wurden.

Sie umfassten Altstädte in Form von Kreisringen (z. in Berlin), Halbkreisen (z. in Köln) oder platzierten sich als neues Viertel an den Rand der Altstädte. Die neuen Arbeiterviertel befanden sich verstärkt in der Nähe von Bahnhöfen und waren in Teilen Deutschlands durch den Bau von mehrstöckigen „Mietskasernen” geprägt, der in Berlin seine größten Ausmaße erreichte.

Die Gründe für den Bau von Mietskasernen waren u. mangelndes Bauland. In England entstanden für die Arbeiter zunächst monotone „Back-to-Back”-Reihenhäuser, die den Bewohnern wenig Platz und keinen Anschluss an die Kanalisation boten. Die Folge waren schlechte hygienische Bedingungen und Typhus- sowie Choleraepidemien in den 1830er/40er Jahren.

  • In der Zeit zwischen den 1870er Jahren und dem Ersten Weltkrieg wurde das Außenwachstum englischer Städte mit den sog;
  • ‚Bye-law-Häusern‘ fortgesetzt, die eine geringere Wohndichte aufwiesen und über bessere sanitäre Anlagen verfügten;

Dieses Außenwachstum industrieller Städte führte teilweise über den Stadtbezirk hinaus, wodurch Vorstädte entstanden. Sie entzogen den Kernstädten zahlungskräftige Steuerzahler und Gewerbesteuer zahlende Betriebe, weshalb es häufig zu Eingemeindungen kam – in Deutschland v.

  • zwischen 1885 und 1918;
  • Da die Stadtkerne ihre Bevölkerung zunehmend an die Peripherie verloren, veränderte sich ihre Struktur;
  • Englische Unternehmer entwickelten im 19;
  • Jh;
  • mit Werksiedlungen für ihre Arbeiter neue Siedlungsformen;

Diese entstanden außerhalb der eigentlichen Stadt und waren nicht zuletzt wegen günstigerer Bodenpreise großzügiger angelegt und boten saubere und weniger verdichtete Häuser. Auf die zahlreichen Missstände im Wohnungswesen und ihre sozialen und politischen Implikationen reagierten bürgerliche Sozialreformer.

Auch die von Ebenezer Howard ( DNB ) geprägte Gartenstadtbewegung steht in diesem Kontext. Sie beinhaltete großzügigere Wohnungen bzw. Häuser mit eigenem Garten zur Selbstversorgung für eine begrenzte Anzahl von Menschen, die in unmittelbarer Nähe zur Stadt – aber durch Grüngürtel getrennt – wohnen und sämtliche zentralen Versorgungsmöglichkeiten durch kurze Wege erreichen sollten.

Industrialisierung in Deutschland I musstewissen Geschichte

Die ersten deutschen Gartenstädte entstanden mit der Krupp-Arbeiterwohnsiedlung Margarethenhöhe in Essen (1906 gegründet) und in Dresden Hellerau um die „Dresdner Werkstätten für Handwerkskunst” (1909 gegründet), die jeweils Raum für Kleinfamilien boten.

Die Änderung der Familienstruktur und -größe war eine Folge der Lebensumstände in den Städten, denn die rasche Ausweitung der Massenproduktion bedeutete das Ende der Heim- und Manufakturarbeit, und die Wohnraumsituation führte zur langfristigen Auflösung der Großfamilien zugunsten der Kernfamilie.

Die häufig vorherrschende Einheit von Wohnen und Arbeiten wurde durch die Industrialisierung aufgebrochen. Die Industrialisierung und Urbanisierung veränderten nicht nur das architektonische Stadtbild Europas, sie verlangten von den städtischen Verwaltungen auch neue Konzepte, die der rasanten Entwicklung in den Städten Rechnung trugen.

Erst ab ca. 1850 bis 1875 begannen in Deutschland die Anfänge einer kommunalen ‚Städtetechnik‘, um Antworten auf die neuen infrastrukturellen, hygienischen und sozialen Herausforderungen zu geben versuchte, die sich auf die folgenden Bereiche konzentrierte: 1.

Technische Versorgung: Gas, Elektrizität 2. Infrastruktur: Nahverkehr 3. Hygiene und Gesundheitswesen: Müllbeseitigung, Wasserversorgung, Kanalisation, Aufsicht über prekäre Arbeitsorte (z. Schlachthöfe) und Lebensmittel, Straßenreinigung 4. Sozialpolitik Die neuen kommunalen Innovationen setzten sich allmählich, zunächst vornehmlich in Großstädten durch.

  • Leuchtgas brachte Licht in die Städte Europas;
  • Die Straßenbeleuchtung , die bisher durch Pflanzenöllaternen erzeugt worden war, wurde nun durch Gas betrieben;
  • Seit 1825 gab es in Berlin das erste Gaswerk, anschließend in Hannover, Dresden und Leipzig;

Da viele Städte dem Beispiel folgten, gab es bis in die 1850er Jahre einen Gründungsboom von Gaswerken, die die Nachfrage nach Leucht-, Heiz- und Kochzwecken deckten. Da die privat betriebenen Gaswerke ihre Monopolstellung zugunsten einer oftmals rücksichtslosen Preispolitik nutzten, wurden sie von den Stadtverwaltungen zunehmend kommunalisiert.

  • Im Jahre 1880 besaßen in Deutschland wie in anderen Industriestaaten alle großen Städte und auch viele kleine Städte ein Gasversorgungsnetz;
  • In Deutschland begann seit den 1850er Jahren – 20 Jahre später als in England – in Städten wie Hamburg, Berlin, München und Frankfurt der Bau von Entwässerungssystemen, nachdem es zuerst in England und später auf dem europäischen Festland zu Choleraepidemien als Folge von unzureichender Entwässerung und kontaminiertem Trinkwasser gekommen war;

In England verabschiedete man den „Public Health Act”, der die Errichtung von städtischen Gesundheitsbehörden anordnete. Ab 1875 wurden in den Arbeitervierteln deswegen komfortablere Wohnungen gebaut, die über Kanalisation und Wasseranschluss verfügten.

Die Entwässerungssysteme in Deutschland waren zunächst meist unzureichend und konnten erst modernisiert werden, als seit den 1870er Jahren die Verbreitung moderner Wasserversorgungsanlagen in Deutschland deutlich zunahm.

Neue kommunale Wasserwerke stellten Trinkwasser bereit und lösten Brunnen in ihrer Funktion als Trinkwasserversorger ab. Mit den neuen Leitungen konnten auch Entwässerungssysteme modernisiert werden. Schwemmkanalisationen wurden entwickelt, die den schlechten hygienischen Verhältnissen auf den Straßen Europas ein Ende bereiteten.

Sie regelten zunächst den Abfluss von Haushalts- und Industrieabwässern und später auch von Fäkalien – Abwässer, die vormals einfach auf den Straßen entsorgt wurden. Die letzten beiden Jahrzehnte des 19.

Jh. und die ersten Jahre nach der Jahrhundertwende waren die Hauptzeit der Errichtung der Schwemmkanalisationen in deutschen Städten. Mit der Anlage von Friedhöfen an der Peripherie der Städte, der Straßenreinigung, der Einrichtung von Kläranlagen seit etwa der Jahrhundertwende sowie der Einrichtung von zentralen Schlachthöfen sorgte die öffentliche Hand für weitere gesundheitspolitische Maßnahmen.

  1. Die räumliche Expansion der Städte während der Industrialisierung verlangte zudem nach leistungsstärkeren Nahverkehrsmitteln als Pferdebahn und Pferdekutsche;
  2. Dampfstraßenbahnen ermöglichten höhere Geschwindigkeiten, konnten sich in den Städten aber nicht durchsetzen;

Die Zukunft gehörte dem elektrisch angetriebenen Nahverkehr. Die erste elektrische Untergrundbahn fuhr 1879 in London, die erste elektrische Straßenbahn ging 1881 in Berlin in Betrieb. Elektrische Oberleitungsbusse verkehrten in Europa seit dem frühen 20.

Jahrhundert. Elektrizität war zudem eine Alternative zum Leuchtgas und sie ermöglichte die Erfindung des Telefons. Auch die Sozialleistungen mussten den neuen Gegebenheiten angepasst werden. Die noch in der Frühen Neuzeit auf individueller Hilfe basierende Armenverwaltung konnte der strukturellen Armut ganzer Bevölkerungsschichten (Pauperismus) nicht mehr genügen.

Seit der Jahrhundertwende ersetzten professionelle Fürsorger zunehmend ehrenamtliche Armenpfleger, und das Armenwesen der Städte wurde stärker zentralisiert. Seit 1919 löste die Bezeichnung ‚Fürsorge‘ die ‚Armenpflege‘ ab. Die beschriebene Tendenz der Städte, Betriebe zu kommunalisieren und Dienstleistungen zu erweitern, wirkte sich auf die kommunalen Verwaltungen aus.

In den ersten beiden Dritteln des 19. Jh. hatte sich der Aufgabenbereich v. kleinerer Städte vornehmlich auf die Hoheits- und Vermögensverwaltung konzentriert. Dies änderte sich nun, und langsam kam es zu einer quantitativen Zunahme der städtischen Beamten und Angestellten, die mit einer qualitativen Verbesserung im Sinne von Bürokratisierung, Professionalisierung und zunehmender Spezialisierung einherging.

Dieser Umgestaltungsprozess zu einer „kommunalen Leistungsverwaltung” vollzog sich in Deutschland zwischen 1870 und 1930 – beschleunigt seit den 1880er Jahren. Dieser Prozess und das Selbstverständnis einer vermeintlich ausschließlich an Sachkenntnis und Sachgerechtigkeit orientierten Stadtbürokratie dürfen freilich nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Maßnahmen stets auch die Interessen der in den Kommunalparlamenten sitzenden Bürger spiegelten.

Wo und wann begann die Industrialisierung?

Industrialisierung Deutschland einfach erklärt – Unter der Industrialisierung verstehst du, dass in einem Staat mehr mit Maschinen produziert und deshalb weniger Landwirtschaft betrieben wird. Die Industrialisierung in Deutschland begann etwas später als im restlichen Europa. Wann Begann Die Industrialisierung In Deutschland direkt ins Video springen Die Eisenbahn als Motor der Industrialisierung in Deutschland In Deutschland begann die Industrialisierung schließlich um 1830. Die Zeit von 1871 bis 1910 bezeichnest du auch als „ Hochindustrialisierung “. In diesem Zeitraum holte die deutsche Wirtschaft schließlich England ein und war in manchen Bereichen sogar Europas Vorreiter, zum Beispiel in der Automobilindustrie. Während der Industrialisierung in Deutschland litten die Arbeiter wie auch im Rest Europas unter schlechten Arbeitsbedingungen.

  • Das lag an den vielen kleinen deutschen Staaten , die untereinander nicht ohne Hindernisse handeln konnten wie in den Einheitsstaaten Frankreich oder England;
  • Schlussendlich führte sie jedoch zu einem steigenden Wohlstand in allen Industrieländern;
See also:  Wie Viele Flüchtlinge Leben In Deutschland 2018?

Das ist ein Vorteil, von dem du noch heute profitierst. Allerdings kannst du auch die Nachteile der Industrialisierung noch heute spüren, denn sie ist auch verantwortlich für die globale Erwärmung.

Warum hat die Industrialisierung in Deutschland so spät begonnen?

Beginn der Industrialisierung in Deutschland – Deutschland gilt bei der Industrialisierung als Nachzügler im Vergleich zum Pionierland England. In Deutschland begann die Industrielle Revolution erst im Laufe des 19. Jahrhunderts und erreichte ihre Blütezeit in der zweiten Hälfte des 19.

Jahrhunderts. Grund für die verspätete Industrialisierung in Deutschland war die territoriale, politische, und wirtschaftliche Zersplitterung Deutschlands vor der Reichsgründung. Das Ergebnis der Zersplitterung waren verschiedene Maße, Währungen und Zolltarife.

Allein in Preußen gab es zum Beispiel insgesamt 67 lokale Zolltarife. Die Teilstaaten erschwerten sich auch gegenseitig den Handel, indem sie ihre Märkte mit Zöllen abschotteten. Außerdem gab es die Leibeigenschaft und den Zunftzwang, welche eine industrielle Entwicklung noch weiter erschwerten, da ein freier Verkehr von Arbeitskräften nicht möglich war.

Wann endete die industrielle Revolution in Deutschland?

Wann endete die Industrielle Revolution? – Erfindungen werden noch immer gemacht und immer mehr Länder bauen eine Industrie auf. So gesehen geht die Revolution also weiter. Die eigentliche Industrielle Revolution endete jedoch etwa um das Jahr 1900. Damals begann eine zweite Industrielle Revolution, sagen manche Forscher.

  • Hinzu kamen Erfindungen wie das Fließband;
  • Dadurch musste ein Arbeiter noch weniger als vorher wissen, wie man etwas herstellt: Er hat nur noch einen kleinen Teil der Arbeit erledigt aber das immer wieder hintereinander;

Außerdem spielte ab dieser Zeit die Elektrizität eine immer größere Rolle. Einige Forscher sprechen auch von weiteren Industriellen Revolutionen.

  • Im Jahr 1855, auf der Weltausstellung in Paris : Hersteller zeigen ihre neuen Maschinen. Die Ausstellungshalle, aus Glas und Stahl gebaut, erinnert an Fabriken.
  • Hohe Schornsteine sind ein Zeichen für die neue Industrie. Sie wurden gebaut, damit der Wind den ungesunden Rauch besser verteilt.
  • Dampfschiffe werden durch Dampfkraft angetrieben statt durch Segel.

Wie heißt die Zeit vor der Industrialisierung?

Die industrielle Revolution war die Phase des Durchbruchs der Industrialisierung in Deutschland, deren Beginn von Hubert Kiesewetter auf 1815 und von Friedrich-Wilhelm Henning auf 1835 datiert wird. Vorausgegangen waren die Zeiträume der Vor- und Frühindustrialisierung.

  • Generell gelten die Jahrzehnte zwischen den 1830er-Jahren und 1873 als Phase des industriellen „take off” ( Walt Rostow );
  • Gefolgt wurde die industrielle Revolution von der Phase der Hochindustrialisierung während des Kaiserreichs;

Die (nachholende) industrielle Revolution in Deutschland unterschied sich von der des Pionierlandes Großbritannien dadurch, dass nicht die Textilindustrie , sondern Montanindustrie und Eisenbahnbau die Schlüsselindustrien wurden. Ein weiteres Kennzeichen war der regionale Charakter der Industrialisierung.

  • Teilweise vor dem Hintergrund älterer Traditionen, teilweise wegen günstiger Lage (z;
  • an Handelsstraßen , Flüssen, Kanälen, in der Nähe von Rohstoffvorkommen oder Absatzmärkten) oder aus anderen Gründen konzentrierte sich die industrielle Revolution auf einige regionale Verdichtungszonen;

In einigen älteren Gewerbelandschaften, in denen die Anpassung an die neue Zeit nicht gelang, kam es zu Deindustrialisierungsprozessen. Anfänglich war die industrielle Entwicklung zu schwach, um in nennenswertem Umfang neue Arbeitsplätze für eine wachsende Bevölkerung zu schaffen.

Im Gegenteil verschärfte die industrielle Konkurrenz zunächst noch die Krise im Handwerk und in vielen traditionellen Gewerbezweigen. Dies war eine der Ursachen für den Pauperismus des Vormärz. Erst mit dem Durchbruch der industriellen Revolution entstanden in größerem Umfang neue Arbeitsmöglichkeiten.

Im weiteren Verlauf verschob sich die soziale Frage weg von den ländlichen Unterschichten und hin zur wachsenden Arbeiterbevölkerung mit ihren schlechten Arbeitsbedingungen und oftmals niedrigen Löhnen. .

Wie hat sich die Industrialisierung in Deutschland entwickelt?

Mit verantwortlich für die Beschleunigung der Industrialisierung in Deutschland war die Gründung des Deutschen Zollvereins im Jahr 1834. Hinzu kam der stetige Ausbau des Eisenbahnnetzes, der ebenfalls so ab 1840 begann. Über das neue Schienennetz ließen sich Waren schneller transportieren.

Was behinderte die Industrialisierung in Deutschland?

Vor den Schattenseiten der Industrialisierung verschloss man allerdings noch die Augen: Stickige Luft und verschmutzte Flüsse wurden damals als notwendige Begleiterscheinung des Aufstiegs hingenommen. Ein Bewusstsein für die Grenzen des Wachstums entstand erst ein Jahrhundert später.

Ist die Industrialisierung gut oder schlecht?

Wann und warum die Industrielle Revolution stattfand – Generell kann man die Industrielle Revolution als eine Art Epoche betrachten. Also als einen Zeitraum, in dem sich bestimmte Dinge in der Gesellschaft grundlegend geändert haben und ein bestimmter Zeitgeist vorgeherrscht hat:

  • Die Industrielle Revolution begann in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts in England und erlebte ihre Blütezeit um 1850 in Deutschland. Zu dieser Zeit gab es nicht nur viele neue Erfindungen, sondern ebenso optimierten sich viele Produktionsprozesse und auch die Industrieanlagen wurden stark ausgebaut.
  • Immer mehr Maschinen rückten in den Vordergrund und viele Arbeitsschritte konnten somit erleichtert werden. Damit wurden Industrieanlagen und Arbeitsstätten auch sicherer. Was zuvor die Arbeiter unter gefährlichen Bedingungen ausführen mussten, übernahmen nun zum Teil Maschinen.
  • Gleichzeitig entstanden mehr Arbeitsplätze, da zusehends mehr Fabriken gebaut wurden, um Waren exportieren zu können. Allerdings gab es trotz der Revolution nicht flächendeckend gute Arbeitsbedingungen für die Arbeiter. Oft waren schlechte Bezahlung und sehr lange Arbeitstage trotz dessen an der Tagesordnung.
  • Ein wesentlicher Bestandteil der Industriellen Revolution war der Einsatz der Dampfmaschine. So konnten die Maschinen effektiver betrieben werden, ohne dafür Pferdestärken oder Menschenkraft nutzen zu müssen. Mit dieser Erfindung wurde auch der Betrieb von Eisenbahnen möglich und so der Transport von Waren und Gütern, was wiederum die Industrialisierung vorantrieb.
  • Durch die Industrielle Revolution zog es natürlich auch immer mehr Menschen in die Städte, denn dort gab es Arbeit. Der Wohlstand der Bevölkerung verlegte sich demnach im Laufe der Zeit in die Städte. Dort, wo es Industrieanlagen gab, fanden die Menschen Arbeit und siedelten sich somit in diesem Raum an.

Die Dampfmaschine spielte in der industriellen Revolution eine zentrale Rolle imago images / imagebroker.

Wie sah Deutschland vor der Industrialisierung aus?

Aus einer Berliner Zeitung 1771: – “Als in einem Dorf in Böhmen – Mähren ein Pfarrer nach seinem Heu sah, stellte er fest, dass ihm vieles fehlte. Er fand Spuren der Diebe, Um sie zu entdecken, stand er nachts auf und sah zwei Bauern, eine Frau und einen Mann, auf seinen Heuboden gehen.

Er folgte ihnen mit einer Laterne. Zu seinem großen Erstaunen fand er die Leute auf seinem Heuboden sitzen. Sie aßen begierig Heu. Dem Pfarrer warfen sie sich zu Füßen und sagten: „Wir sterben vor Hunger. Wir kommen schon die dritte Nacht hierher und haben immer etwas Heu mitgenommen, um es zu kochen.

” Sie baten um Verzeihung. Dem Pfarrer kamen die Tränen. Er nahm sie mit in sein Haus und gab ihnen zu essen. Für den nächsten Morgen lud er sie wieder zu sich ein. Doch der Mann starb am anderen Tag. Der Pfarrer ließ die Leiche öffnen. Im Magen wurde eine große Portion unverdautes Heu gefunden.

Oben drauf befand sich die Speise vom letzten Abend. ” Vor der Industrialisierung waren in Deutschland fast 80 Prozent der Bevölkerung in der Landwirtschaft beschäftigt. Die Versorgung der Menschen mit Lebensmitteln hing vor allem von den Ernten ab.

Nach schlechten Ernten stiegen die Brotpreise stark an. Ein großer Teil der Löhne musste für Nahrungsmittel ausgegeben werden. In England waren die Löhne um 1800 fast dreimal so hoch wie in Deutschland. Auch bei einem hohen Brotpreis konnte sich die englische Arbeiterfamilie immer noch besser versorgen als die deutsche.

Was ist Industrialisierung einfach erklärt?

Industrialisierung bedeutet: Es ändert sich, wie die Menschen Dinge herstellen und wo sie arbeiten. Viele Dinge werden nicht mehr mit der Hand, sondern mit Hilfe von Maschinen hergestellt. Viele Menschen arbeiten in Fabriken. Fabriken sind die Gebäude, in denen Maschinen stehen.

Mit den Maschinen stellen die Menschen Dinge her. Vor etwa 250 Jahren kam die Zeit der Industrialisierung in Europa. Es hat sich geändert, wie Menschen Dinge herstellen und wo sie arbeiten. Weil sich dies sehr schnell änderte, spricht man auch von der „industriellen Revolution”.

Das erste Land, in dem es eine Industrialisierung gab, war Großbritannien. Später kamen Deutschland, andere Länder in Europa und die USA dazu. In dieser Zeit haben die Menschen viele Maschinen erfunden. Ein Mann mit dem Namen James Watt entwickelte zum Beispiel die Dampfmaschine.

Sie war so etwas wie der erste Motor. Dampfmaschinen haben viele andere Maschinen mit Kraft versorgt. Außerdem wurde Kohle ein wichtiger Rohstoff. Mit Kohle haben die Menschen Wasserdampf erzeugt. Der Wasserdampf hat Maschinen angetrieben.

Menschen verbrauchten dadurch viel mehr Energie als früher. Vor der Industrialisierung haben die Menschen auch Möbel gebaut, Metallwerkzeuge hergestellt oder Kleidung geschneidert. Sie haben dabei aber kaum Maschinen genutzt. Der Mensch verrichtet die meiste Arbeit mit seinen Händen.

Deswegen nennt man Menschen, die dies als Beruf machen, Handwerker oder Handwerkerinnen. Man sagt auch: Der Mensch ist in einem Handwerk tätig. In der Zeit der Industrialisierung entstanden Fabriken mit vielen Maschinen.

Fabriken mit Maschinen nennt man auch Industrie. Viele Dinge werden in der Industrie nicht mehr mit der Hand, sondern mit Hilfe von Maschinen hergestellt. Ein Beispiel sind Stoffe und Kleider. Maschinen können schneller und mehr als Menschen arbeiten. Eine Maschine kann zum Beispiel mehr Kleider an einem Tag herstellen als eine Näherin.

  1. Wenn man mehr Dinge herstellt, kann man auch mehr Dinge verkaufen;
  2. Dann können die Unternehmen mehr Geld verdienen;
  3. Viele Dinge, die früher Handwerker machten, macht jetzt die Industrie;
  4. In der Industrie werden die Dinge mit Hilfe von Maschinen gemacht;

Deshalb nennt man diese Veränderung auch „Industrialisierung”. Die Menschen konnten mit der Hilfe von Maschinen auch Dinge bauen, die es vorher nicht gab. Sie bauten zum Beispiel Dampfschiffe, Eisenbahnen und tödlichere Waffen. Dies war vor allem in den Ländern möglich, die sich zuerst industrialisiert haben.

Mit der Industrialisierung wurde es für Unternehmen sehr wichtig, sich Geld zu leihen. Mit dem Geld konnten sie Fabriken bauen und Maschinen kaufen. Und sie konnten zum Beispiel Eisenbahnlinien und Tunnel bauen.

Es verdienten auch die Menschen Geld, die dem Unternehmen Geld geliehen hatten. Das Unternehmen musste Zinsen zahlen. Zinsen sind so etwas wie der Preis für geliehenes Geld. Das Unternehmen musste den Geldleihern also mehr Geld zurückgeben, als es bekommen hatte.

Darum mussten die Unternehmen viel Geld verdienen. Arbeiter und Arbeiterinnen wurden oft sehr schlecht bezahlt. Die Industrialisierung hat also nicht nur gute Seiten. Die schlechte Bezahlung ist ein Nachteil der Industrialisierung.

Außerdem entstehen durch Fabriken schädlicher Dampf und Giftstoffe. Sie schädigten in der Zeit der Industrialisierung Menschen und Natur. Quelle: Bundeszentrale für politische Bildung/bpb (Hrsg. ): einfach POLITIK: Lexikon. Autor/inn/en: D. Meyer, T. Schüller-Ruhl, R. 0 //

  • Interner Link: Das Lexikon als barrierefreie PDF herunterladen

Was sind die Vorteile der Industrialisierung?

Vorteile der Industrialisierung – Zum einen sorgte die erhöhte Produktivität für wirtschaftlichen Aufschwung und zu vermehrtem Wohlstand in den Gesellschaften ( Prosperität ). Die technischen Erneuerungen machten das Leben im Allgemeinen einfacher und bequemer.

Außerdem führten sie auch in anderen Bereichen zu revolutionären Erfindungen, von der Elektrotechnik bis zur Medizin. Nicht zu Unrecht werden diese Jahre deshalb auch als „Gründerjahre” bezeichnet. Unzählige neue Firmen und Gesellschaften betraten die Bildfläche und es verging kaum ein Tag ohne eine neue Patentanmeldung.

See also:  Wann War Deutschland Europameister?

Dem Erfinder- und Forscherdrang schien keine Grenze gesetzt. Revolutionen in Produktion und Transport ließen zudem ein global agierendes Unternehmertum und somit auch die ersten liberalen Märkte (Wirtschaftsliberalismus) entstehen. Der Ursprung unserer heutigen Konsumgesellschaft liegt genau hier in dieser Zeit. Wann Begann Die Industrialisierung In Deutschland Im Groben verbesserte sich also die Lage der Menschen. Doch wie so häufig konzentrierte sich der Wohlstand schnell in nur wenigen Händen, sodass beim Großteil der Bevölkerung von Verbesserung kaum die Rede sein konnte.

Wie veränderte die Industrialisierung die Menschen?

Während der Industrialisierung hatten die Menschen durch die Fortschritte in der Landwirtschaft mehr zu essen und sie lebten sauberer als zuvor, die hygienischen Bedingungen – so nennt man das – wurden also besser. Dadurch starben weniger kleine Kinder und die Menschen wurden außerdem älter als zuvor.

Wer profitiert von der Industrialisierung?

Die technischen und technologischen Neuerungen der industriellen Revolution in Großbritannien wirkten sich zunehmend auf den europäischen Raum einschließlich Deutschland aus. Zunächst profitierte die Industrie in West- und Mitteleuropa vom Import britischer Industrieprodukte.

Was war 1600 für eine Zeit?

Gliederung der Neuzeit – Das Zeitalter der Neuzeit wird weiter untergliedert in:

  • Frühe Neuzeit (1450 bis 1650),
  • Jüngere Neuzeit (1650 bis 1789) und
  • Neueste Zeit (1789 bis zur Gegenwart).

Zwei große geschichtliche Ereignisse stehen dabei als Zäsuren zwischen den Phasen der Neuzeit: Die Jüngere Neuzeit wird mit dem Westfälischen Frieden von 1648, dem Ende des Dreißigjährigen Krieges und der Deutschen Reichsverfassung, eingeleitet. Diese Reichsverfassung , die bis 1806 Bestand hatte, schränkte die Rechte des Kaisers weitestgehend ein und legitimierte die Zersplitterung Deutschlands in einen Staatenbund aus fast 400 Einzelstaaten. Gleichzeitig wurden die Gegensätze zwischen katholischen und protestantischen Fürsten, die zu den Glaubenskriegen geführt hatten, gelöst.

  • Seit dem Westfälischen Frieden gab es in Deutschland ein geregeltes Nebeneinander von katholischer und evangelischer Konfession;
  • Die zweite Zäsur, mit der die Neueste Zeit beginnt, ist die Französische Revolution von 1789;

Mit ihr brachen die veraltete Feudalordnung und der Absolutismus zusammen. Die Nationalversammlung beseitigte alle Standesrechte des Adels und verkündete die Menschen- und Bürgerrechte. Die wichtigsten Errungenschaften der Revolution wurden in der Folgezeit zum Vorbild für andere Länder, u.

Was war 1700 für eine Zeit?

Das 17. /18. Jahrhundert – Zeitalter des Barock, des Absolutismus und der Aufklärung – ist die Epoche des Übergangs von der Renaissance zur Moderne. Die historischen Ereignisse zwischen dem Dreißigjährigen Krieg und der Französischen Revolution haben die sozialen, wirtschaftlichen, technischen und kulturellen Verhältnisse, besonders in Europa, prägend beeinflusst.

Die europäischen Dynastien stärkten zunehmend ihre politische Macht. Brandenburg-Preußen gewann unter den deutschen Kleinstaaten an Einfluss und vergrößerte sein Territorium. Bildung und Stärkung der Nation förderten das Selbstbewusstsein der Bürger und begünstigten die Entwicklung neuer wissenschaftlicher Institutionen.

Neben die Universitäten traten nun Akademien und wissenschaftliche Vereinigungen, aber auch vermehrt naturwissenschaftliche Gesellschaften, Laboratorien und Forschungsstätten. Vor allem die Aufklärungsschriftsteller verbreiteten ihr Gedankengut durch populäre Schriften in größeren Kreisen der Bevölkerung.

Wissenschaftshistorische Schwerpunkte  Die Staatsbibliothek zu Berlin orientiert die Ergänzung ihrer historischen Druckschriftenbestände an diesen Entwicklungen. Auch für diese Epoche legt die Bibliothek ein Hauptaugenmerk auf die Erwerbung von Literatur zur Geschichte und Landeskunde Brandenburg/Preußens.

Ebenso intensiv wird Literatur zur Aufklärung in Preußen, schöne Literatur aus Mitteldeutschland, Ostpreußen und Schlesien gesammelt. Wichtig sind dabei auch Übersetzungen mit hohem literarischen Eigenwert sowie von rezeptions- und wissenschaftshistorischer Bedeutung.

Die ehemals umfangreichen Vorkriegsbestände z. zur Theologie, incl. der Rabbinica und kirchenslawischen Drucke, oder die große Sammlung an Shakespeareliteratur müssen ersetzt und ergänzt werden. In Europa setzte sich nun von der Kirche unabhängiges Denken durch, und es etablierten sich, hervorgerufen durch das erwachende Bedürfnis der Menschen nach mechanistisch-mathematischer Naturerklärung, die empirischen Naturwissenschaften.

Eindeutigkeit, Klarheit, Genauigkeit und Beweisbarkeit entwickelten sich zu methodologischen Grundlagen, mit denen allgemeine Theorien experimentell verifiziert wurden. Mit Hilfe systematischer Experimente konnten allgemeine Prinzipien erkannt werden. Technik, Medizin, Landwirtschaft und Wirtschaft wurden auf eine wissenschaftliche Grundlage gestellt und nahmen einen vorher ungekannten Aufschwung.

  • Stadt und Handel erstarkten, Entdeckungsreisen in ferne Länder ließen besonders im 18;
  • Jahrhundert auch die Literaturproduktion ansteigen;
  • Die Künste, allen voran die schöne Literatur und Malerei, erlebten eine Blütezeit;

In dieser Epoche gewannen Publikationen aus Ländern, die eine besondere Beziehung zu Preußen hatten oder kulturell auf Preußen einwirkten, für die Bibliothek an Bedeutung. So gehören zum Beispiel Druckerzeugnisse aus Frankreich, Italien und den Ländern des Ostseeraumes zum älteren historischen Bestand der Bibliothek.

Die bei diesen Beständen aufgetretenen Verluste sind zu ersetzen und Ungleichgewichte durch Rückergänzung abzubauen. Besondere Schrifttumsgattungen  Die Schrifttumsgattungen differenzierten sich im 17.

und 18. Jahrhundert weiter. Als einschneidende Neuerung ist die Entstehung der modernen Zeitschrift hervorzuheben. Die Königliche Bibliothek sammelte zwar in großem Umfang Moralische Wochenschriften, universalwissenschaftliche Journale und die ersten Fachzeitschriften einzelner Disziplinen, dennoch sind Lücken- und Rückergänzung auch hier zwingend notwendig.

Die reichen Bestände an Akademieschriften aus ganz Europa, die fast völlig verloren gegangenen Almanache und Kalender, Dissertationen und Disputationen in der Rechtswissenschaft, Edikte, Statuten, Enzyklopädien, die stark dezimierte Sammlung von Flugschriften, Gelegenheitsschriften, Gebet- und Gesangbücher werden ergänzt.

Aus der Sicht der Forschung sind Auktions-, Bibliotheks-, Buchhändler- und Verlagskataloge von großer Wichtigkeit. Diese Bestandsgruppe leidet in weiten Teilen unter Kriegsverlusten, war aber auch in früheren Zeiten nur unsystematisch angeschafft worden, weil man sie zwar als Informationsmittel schätzte, aber ihren Quellenwert für die spätere Forschung nicht erkannte.

Die heutige Erwerbung ist auf ihre Ergänzung ebenso bedacht wie auch auf die von Lehrbüchern (insbesondere Medizin, Architektur, Recht) und Reiseberichten, die zahlreich vorhanden waren. Buchhistorische Aspekte  In der Buchillustration waren das 17.

und 18. Jahrhundert das Zeitalter des Kupferstiches. Er wurde auf allen Gebieten eingesetzt: In den großen Abbildungswerken zum Beispiel Merians oder de Brys mit ihren Stadtansichten, in den Reisewerken überhaupt, fanden Kupferstich und Radierung ebenso Verwendung wie in den Enzyklopädien oder bei den Tafelwerken zur Botanik oder Zoologie.

Die Mediziner ließen ihre Lehrwerke durch Kupferstiche illustrieren. Architekturbücher und Ornamentstichwerke erlebten eine Blütezeit. Aber auch bis dahin seltener oder weniger aufwendig illustrierte Werke etwa zur Philosophie, zur Theologie oder zur schönen Literatur, wurden nun mit reich verzierten Titelblättern, mit Portraits, Vignetten, Allegoriendarstellungen und Emblemata geschmückt.

In den Almanachen und Taschenbüchern des 18. Jahrhunderts fanden sich immer häufiger Illustrationen von bedeutenden Stechern wie zum Beispiel Meil oder Chodowiecki. Die Staatsbibliothek zu Berlin sammelt nicht nur einzelne herausragend illustrierte Beispiele, sondern erwirbt auch die heute weniger bekannten, aber für ihre Zeit typischen Werke.

Warum begann die industrielle Revolution in England und nicht in Deutschland?

Warum begann der Prozess in England? – Erfindungen Dafür gab es mehrere Gründe. Zum einen wurden in England wichtige Erfindungen gemacht, die eben dazu führten, dass man in Fabriken schneller und billiger Dinge herstellen konnte. Zu diesen Erfindungen gehören die Spinnmaschine 1764, die Dampfmaschine 1769, der vollmechanisierte Webstuhl 1785 und das Puddelverfahren zur Stahlerzeugung 1784.

  • Rohstoffe und Transportwege England besaß im eigenen Land vor allem gute Kohlevorkommen;
  • Außerdem gab es in seinen Kolonien genügend Rohstoffe, die es nun heranschaffen ließ;
  • Dabei kam ihm seine Stellung als Seemacht zugute;

England besaß auch im Land gute Transportwege, weil es sein Kanalnetz früh ausgebaut hatte und im 19. Jahrhundert das Eisenbahnnetz ebenfalls erweiterte. Bevölkerungswachstum Es gab genügend Arbeitskräfte, denn die Bevölkerung war stark gestiegen. Gleichzeitig wuchs dadurch auch der Bedarf z.

an Kleidung. Das förderte dann die Textilindustrie. Kein Zunftzwang Für Handwerker gab es keinen Zunftzwang wie z. in Deutschland. Bestimmte Berufe konnte man dort nur ausüben, wenn man Mitglied einer Zunft war.

Das schränkte die Freiheit des einzelnen ein. Im Gegensatz dazu gab es in England eine weit gehende Gewerbefreiheit, was das Unternehmertum förderte. Kein Krieg im Land Zwar war England an vielen Kriegen beteiligt, doch im eigenen Land hatten die Menschen nicht unter direkten Kriegsfolgen zu leiden wie auf dem Kontinent.

Wo hat die Industrialisierung begonnen?

Das industrielle Zeitalter konfrontierte die Städte West- und Mitteleuropas mit gravierenden strukturellen Veränderungen, die sich in erster Linie auf die Wirtschafts- und damit auch auf die Gesellschaftsordnungen und das Stadtbild auswirkten. Das Ursprungsland der Industrialisierung war England, wo im 18.

  1. Jh;
  2. technische Innovationen wie die Dampfmaschine eine maschinelle Erzeugung von Gütern und damit eine neue Form des Wirtschaftswachstums ermöglichten;
  3. Die meisten europäischen Staaten wurden vom Prozess der Industrialisierung zwischen der Mitte des 19;

Jhs. und dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges 1914 erfasst. Deutschland durchlief eine frühindustrielle Phase (ca. 1840–1870) sowie eine hochindustrielle Phase (1870–1914) und wurde in dieser Zeit ein moderner Industriestaat, dessen Industrieproduktion vor England Spitzenwerte in Europa erreichte.

  • In Deutschland war es der Eisenbahnbau , der die Industrialisierung entscheidend vorantrieb und vielen Städten wichtige wirtschaftliche Impulse bescherte;
  • Die Nachfrage der Eisenbahn forcierte den Aufschwung der Montan – und Maschinenbauindustrie , gleichzeitig ermöglichte die verbesserte Verkehrsinfrastruktur eine bessere Marktintegration;

In England existierte seit 1830 zwischen Manchester und Liverpool die erste Zugverbindung, in Deutschland 1835 zwischen Nürnberg und Fürth. Die wirtschaftlichen Strukturveränderungen durch die Industrialisierung, die agrarische Überschussproduktion und eine seit Ende des 18.

  • Jhs;
  • einsetzende Bevölkerungsexplosion führten im 19;
  • Jh;
  • zu einer rasanten Urbanisierung (Verstädterung), d;
  • der Anteil der städtischen Bevölkerung an der Gesamtbevölkerung stieg immens;
  • Neue, besser bezahlte Arbeitsplätze in der Textil- oder Montanindustrie sowie zunehmend auch im Dienstleistungssektor, die sinkenden Arbeitsmarktrisiken, die persönlichen Entfaltungsmöglichkeiten sowie Kultur- bzw;

Vergnügungsangebote in den Städten einerseits (Pull-Faktoren) und Bevölkerungsdruck sowie Armut auf dem Land andererseits (Push-Faktoren) bewirkten in West- und Mitteleuropa eine Landflucht in die Städte. In England setzten die Wanderungsbewegungen bereits in den ersten Jahrzehnten des 19.

Jhs. ein, in Deutschland v. während der Hochindustrialisierungsphase ab 1871. Es waren vorwiegend junge, männliche und ungebundene ‚Stadtwanderer‘, die aus dem Norden und Nordosten Deutschlands in die Industriegebiete des Ruhrgebiets und Oberschlesiens sowie in die Städte Berlin, Hamburg, München und das Rhein-Main-Gebiet kamen.

Die Binnenwanderung und das Bevölkerungswachstum – zwischen 1871 und 1914 wuchs die deutsche Bevölkerung um 58 % von 41 Mio. auf 65 Mio. Menschen – bewirkten im Vergleich zu ländlichen Regionen ein überproportionales Städtewachstum, das sich v. auf die Industrie- und Handelszentren fokussierte.

Der Anteil der Deutschen, die in Städten mit weniger als 2. 000 Menschen lebten, sank von 64 % auf 40 %, während die Einwohnerzahlen der größeren Orte wuchsen. Der Anteil der Bevölkerung, der in Städten von mehr als 10.

000 Einwohnern lebte, verdreifachte sich beinahe von 1871 bis 1910, während der Bevölkerungsanteil in Städten von mehr als 100. 000 Einwohnern um mehr als das Siebenfache wuchs. In dieser Zeit überschritten 48 deutsche Städte die Großstadtgrenze von 100. 000 Einwohnern (z.

Frankfurt a. , Dortmund, Düsseldorf, Danzig, Kiel, Kassel, Mannheim oder Nürnberg). Die Bevölkerungsverschiebungen führten seit Mitte des 19. Jhs. in zahlreichen Städten zu einer enormen Verdichtung. In Köln bspw.

konzentrierte sich das Bevölkerungswachstum zwischen 1820 und 1880 ausschließlich auf die Stadt innerhalb der mittelalterlichen Stadtmauer, wodurch sich die Bevölkerungsdichte der Stadt zwischen 1820 und 1880 auf 35. 910 Einw. /km² erhöhte. In London waren es zur selben Zeit nur 9.

600 Einw. /km². Da sich in der Frühphase der Industrialisierung auch Industriebetriebe innerhalb des Stadtgebiets ansiedelten, kam es zu einer Überbeanspruchung des Wohnraums. Grün- und andere Freiflächen wurden in Bauland umgewandelt, und tlw.

wuchsen die Städte in die Vertikale. In Liverpool bspw. lebte 1840 jeder siebte Einwohner in einer Kellerwohnung. Der Bevölkerungsdruck und die enge räumliche Bebauung der Städte führten zu hygienischen und sozialen Missständen; große Teile von Städten wie z.

Manchester verkamen zunehmend zu Slums. Auch in Berlin herrschten noch in den 1870er Jahren in weniger gehobenen Vierteln katastrophale hygienische Bedingungen. Das Städtewachstum nach innen erfolgte trotz der Öffnung der meisten Städte durch das Auflassen und die Niederlegung der Mauern und Befestigungen seit dem ausgehenden 18.

Jh. Erst allmählich wuchsen die Städte über ihren ehemals klar erkennbaren Rand hinaus. Erste Erweiterungen erfuhren Städte, als wohlhabendere Bürger ihre nun in der Altstadt liegenden Wohnungen aufgaben und an den Stadtrand zogen, wodurch neue Villenviertel entstanden.

  1. Vermehrt siedelten sich seit der Mitte des 19;
  2. Jh;
  3. auch Betriebe an den Stadträndern an;
  4. Ebenfalls außerhalb der alten Stadtkerne entstanden aus Platz- und Kostengründen die Bahnhöfe, um die sich Bahnhofsviertel bildeten, deren wirtschaftliche Grundlage häufig Groß- und Einzelhandel, Gastronomie und Hotelgewerbe sowie Vergnügungseinrichtungen waren;
See also:  Wie Lang Ist Ein Semester In Deutschland?

Die Stadträume jenseits der Bahntrassen lagen jedoch in einer „Schattenlage” der Stadtentwicklung; hier entstanden vielfach Problemviertel. In Deutschland vollzog sich das Außenwachstum der Städte i. planvoller als bspw. in England, da Neustädte meist am Reißbrett entworfen wurden.

  • Sie umfassten Altstädte in Form von Kreisringen (z;
  • in Berlin), Halbkreisen (z;
  • in Köln) oder platzierten sich als neues Viertel an den Rand der Altstädte;
  • Die neuen Arbeiterviertel befanden sich verstärkt in der Nähe von Bahnhöfen und waren in Teilen Deutschlands durch den Bau von mehrstöckigen „Mietskasernen” geprägt, der in Berlin seine größten Ausmaße erreichte;

Die Gründe für den Bau von Mietskasernen waren u. mangelndes Bauland. In England entstanden für die Arbeiter zunächst monotone „Back-to-Back”-Reihenhäuser, die den Bewohnern wenig Platz und keinen Anschluss an die Kanalisation boten. Die Folge waren schlechte hygienische Bedingungen und Typhus- sowie Choleraepidemien in den 1830er/40er Jahren.

  1. In der Zeit zwischen den 1870er Jahren und dem Ersten Weltkrieg wurde das Außenwachstum englischer Städte mit den sog;
  2. ‚Bye-law-Häusern‘ fortgesetzt, die eine geringere Wohndichte aufwiesen und über bessere sanitäre Anlagen verfügten;

Dieses Außenwachstum industrieller Städte führte teilweise über den Stadtbezirk hinaus, wodurch Vorstädte entstanden. Sie entzogen den Kernstädten zahlungskräftige Steuerzahler und Gewerbesteuer zahlende Betriebe, weshalb es häufig zu Eingemeindungen kam – in Deutschland v.

zwischen 1885 und 1918. Da die Stadtkerne ihre Bevölkerung zunehmend an die Peripherie verloren, veränderte sich ihre Struktur. Englische Unternehmer entwickelten im 19. Jh. mit Werksiedlungen für ihre Arbeiter neue Siedlungsformen.

Diese entstanden außerhalb der eigentlichen Stadt und waren nicht zuletzt wegen günstigerer Bodenpreise großzügiger angelegt und boten saubere und weniger verdichtete Häuser. Auf die zahlreichen Missstände im Wohnungswesen und ihre sozialen und politischen Implikationen reagierten bürgerliche Sozialreformer.

  1. Auch die von Ebenezer Howard ( DNB ) geprägte Gartenstadtbewegung steht in diesem Kontext;
  2. Sie beinhaltete großzügigere Wohnungen bzw;
  3. Häuser mit eigenem Garten zur Selbstversorgung für eine begrenzte Anzahl von Menschen, die in unmittelbarer Nähe zur Stadt – aber durch Grüngürtel getrennt – wohnen und sämtliche zentralen Versorgungsmöglichkeiten durch kurze Wege erreichen sollten;

Die ersten deutschen Gartenstädte entstanden mit der Krupp-Arbeiterwohnsiedlung Margarethenhöhe in Essen (1906 gegründet) und in Dresden Hellerau um die „Dresdner Werkstätten für Handwerkskunst” (1909 gegründet), die jeweils Raum für Kleinfamilien boten.

Die Änderung der Familienstruktur und -größe war eine Folge der Lebensumstände in den Städten, denn die rasche Ausweitung der Massenproduktion bedeutete das Ende der Heim- und Manufakturarbeit, und die Wohnraumsituation führte zur langfristigen Auflösung der Großfamilien zugunsten der Kernfamilie.

Die häufig vorherrschende Einheit von Wohnen und Arbeiten wurde durch die Industrialisierung aufgebrochen. Die Industrialisierung und Urbanisierung veränderten nicht nur das architektonische Stadtbild Europas, sie verlangten von den städtischen Verwaltungen auch neue Konzepte, die der rasanten Entwicklung in den Städten Rechnung trugen.

Erst ab ca. 1850 bis 1875 begannen in Deutschland die Anfänge einer kommunalen ‚Städtetechnik‘, um Antworten auf die neuen infrastrukturellen, hygienischen und sozialen Herausforderungen zu geben versuchte, die sich auf die folgenden Bereiche konzentrierte: 1.

Technische Versorgung: Gas, Elektrizität 2. Infrastruktur: Nahverkehr 3. Hygiene und Gesundheitswesen: Müllbeseitigung, Wasserversorgung, Kanalisation, Aufsicht über prekäre Arbeitsorte (z. Schlachthöfe) und Lebensmittel, Straßenreinigung 4. Sozialpolitik Die neuen kommunalen Innovationen setzten sich allmählich, zunächst vornehmlich in Großstädten durch.

  • Leuchtgas brachte Licht in die Städte Europas;
  • Die Straßenbeleuchtung , die bisher durch Pflanzenöllaternen erzeugt worden war, wurde nun durch Gas betrieben;
  • Seit 1825 gab es in Berlin das erste Gaswerk, anschließend in Hannover, Dresden und Leipzig;

Da viele Städte dem Beispiel folgten, gab es bis in die 1850er Jahre einen Gründungsboom von Gaswerken, die die Nachfrage nach Leucht-, Heiz- und Kochzwecken deckten. Da die privat betriebenen Gaswerke ihre Monopolstellung zugunsten einer oftmals rücksichtslosen Preispolitik nutzten, wurden sie von den Stadtverwaltungen zunehmend kommunalisiert.

  1. Im Jahre 1880 besaßen in Deutschland wie in anderen Industriestaaten alle großen Städte und auch viele kleine Städte ein Gasversorgungsnetz;
  2. In Deutschland begann seit den 1850er Jahren – 20 Jahre später als in England – in Städten wie Hamburg, Berlin, München und Frankfurt der Bau von Entwässerungssystemen, nachdem es zuerst in England und später auf dem europäischen Festland zu Choleraepidemien als Folge von unzureichender Entwässerung und kontaminiertem Trinkwasser gekommen war;

In England verabschiedete man den „Public Health Act”, der die Errichtung von städtischen Gesundheitsbehörden anordnete. Ab 1875 wurden in den Arbeitervierteln deswegen komfortablere Wohnungen gebaut, die über Kanalisation und Wasseranschluss verfügten.

Die Entwässerungssysteme in Deutschland waren zunächst meist unzureichend und konnten erst modernisiert werden, als seit den 1870er Jahren die Verbreitung moderner Wasserversorgungsanlagen in Deutschland deutlich zunahm.

Neue kommunale Wasserwerke stellten Trinkwasser bereit und lösten Brunnen in ihrer Funktion als Trinkwasserversorger ab. Mit den neuen Leitungen konnten auch Entwässerungssysteme modernisiert werden. Schwemmkanalisationen wurden entwickelt, die den schlechten hygienischen Verhältnissen auf den Straßen Europas ein Ende bereiteten.

Sie regelten zunächst den Abfluss von Haushalts- und Industrieabwässern und später auch von Fäkalien – Abwässer, die vormals einfach auf den Straßen entsorgt wurden. Die letzten beiden Jahrzehnte des 19.

Jh. und die ersten Jahre nach der Jahrhundertwende waren die Hauptzeit der Errichtung der Schwemmkanalisationen in deutschen Städten. Mit der Anlage von Friedhöfen an der Peripherie der Städte, der Straßenreinigung, der Einrichtung von Kläranlagen seit etwa der Jahrhundertwende sowie der Einrichtung von zentralen Schlachthöfen sorgte die öffentliche Hand für weitere gesundheitspolitische Maßnahmen.

  • Die räumliche Expansion der Städte während der Industrialisierung verlangte zudem nach leistungsstärkeren Nahverkehrsmitteln als Pferdebahn und Pferdekutsche;
  • Dampfstraßenbahnen ermöglichten höhere Geschwindigkeiten, konnten sich in den Städten aber nicht durchsetzen;

Die Zukunft gehörte dem elektrisch angetriebenen Nahverkehr. Die erste elektrische Untergrundbahn fuhr 1879 in London, die erste elektrische Straßenbahn ging 1881 in Berlin in Betrieb. Elektrische Oberleitungsbusse verkehrten in Europa seit dem frühen 20.

  1. Jahrhundert;
  2. Elektrizität war zudem eine Alternative zum Leuchtgas und sie ermöglichte die Erfindung des Telefons;
  3. Auch die Sozialleistungen mussten den neuen Gegebenheiten angepasst werden;
  4. Die noch in der Frühen Neuzeit auf individueller Hilfe basierende Armenverwaltung konnte der strukturellen Armut ganzer Bevölkerungsschichten (Pauperismus) nicht mehr genügen;

Seit der Jahrhundertwende ersetzten professionelle Fürsorger zunehmend ehrenamtliche Armenpfleger, und das Armenwesen der Städte wurde stärker zentralisiert. Seit 1919 löste die Bezeichnung ‚Fürsorge‘ die ‚Armenpflege‘ ab. Die beschriebene Tendenz der Städte, Betriebe zu kommunalisieren und Dienstleistungen zu erweitern, wirkte sich auf die kommunalen Verwaltungen aus.

In den ersten beiden Dritteln des 19. Jh. hatte sich der Aufgabenbereich v. kleinerer Städte vornehmlich auf die Hoheits- und Vermögensverwaltung konzentriert. Dies änderte sich nun, und langsam kam es zu einer quantitativen Zunahme der städtischen Beamten und Angestellten, die mit einer qualitativen Verbesserung im Sinne von Bürokratisierung, Professionalisierung und zunehmender Spezialisierung einherging.

Dieser Umgestaltungsprozess zu einer „kommunalen Leistungsverwaltung” vollzog sich in Deutschland zwischen 1870 und 1930 – beschleunigt seit den 1880er Jahren. Dieser Prozess und das Selbstverständnis einer vermeintlich ausschließlich an Sachkenntnis und Sachgerechtigkeit orientierten Stadtbürokratie dürfen freilich nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Maßnahmen stets auch die Interessen der in den Kommunalparlamenten sitzenden Bürger spiegelten.

Wo beginnt die Industrielle Revolution?

Die erste industrielle Revolution ging in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts von Großbritannien aus. Viele zukunftsweisende Erfindungen fielen in diesen Zeitraum, wie die der Dampfmaschine und des mechanischen Webstuhls.

Wann begann die Industrie?

Das Industriezeitalter ist eine Epoche der Menschheit, die mit dem Beginn der Industrialisierung ihren Anfang nahm. Die weltweite Industrialisierung nahm in Großbritannien mit der Baumwollverarbeitung und der Tuchproduktion ihren Anfang; unter Bezug darauf wird als Beginn des Industriezeitalters allgemein die Zeit um 1760 im 18.

Was ist Industrialisierung einfach erklärt?

von Tanja Lindauer Industrialisierung ist ein Prozess, bei dem zunehmend Fabrikarbeit, die mithilfe von Maschinen durchgeführt wird, die Handarbeit ablöst. Bild: Barmen um 1870 (Quelle: August von Wille) Mit dem Begriff “Industrialisierung” wird der Prozess beschrieben, bei dem zunehmend Fabrikarbeit, die mithilfe von Maschinen durchgeführt wird, die Handarbeit ablöst. Eine zeitliche Einordnung ist nicht ganz einfach, da es sich um einen schleichenden Prozess handelt.

Aber meistens werden die Anfänge am Ende des 18. Jahrhunderts und im 19. Jahrhundert gesehen. Die ersten Anfänge einer industriellen Revolution konnte man in England beobachten. Zu dieser Zeit hatte England viele Kolonien auf der ganzen Welt verteilt und so verfügten sie über jede Menge Rohstoffe (also Materialien, die noch weiterverarbeitet werden müssen), wie etwa Baumwolle.

Aber auch in England gab es wichtige Rohstoffe wie Erz und Kohle. England wurde dadurch ein reiches Land und innerhalb von 50 Jahren (zwischen 1801 und 1851) verdoppelte sich die Bevölkerungszahl von etwa acht Millionen auf ungefähr 16 Millionen Menschen.

Später wurden auch in immer mehr Ländern in Europa und der USA Fabriken gebaut. Im 20. Jahrhundert folgten dann einige Länder in Asien und Lateinamerika. Der technische Fortschritt und die Erfindung und Entwicklung von Maschinen, vor allem die Dampfmaschine (1769), die von James Watt erfunden wurde, trugen maßgeblich dazu bei.

Dank der Dampfmaschine wurde es möglich, Webstühle mechanisch zu betreiben, und dadurch konnte auch die Produktionsmenge erhöht werden. Eine Maschine kann viel schneller und länger arbeiten als ein Mensch. Und so wurden immer mehr Maschinen und Fabriken gebaut.

Aber auch der Bau von Eisenbahnen war ein wichtiger Faktor. Durch den Ausbau des Eisenbahnnetzes konnten Rohstoffe und Produktionen schneller und kostengünstiger transportiert werden. Auch andere Erfindungen wie die Spinnmaschine von James Hargreaves (1767) und der Maschinenwebstuhl von Edmund Cartwright (1785) waren wichtig für den Prozess der Industrialisierung.

Mit der Industrialisierung wurde es möglich, große Massen an verschiedenen Produkten relativ schnell zu produzieren. Auch die Preise für die Waren waren viel niedriger. Aber diese Entwicklung hatte auch große Schattenseiten: Immer mehr Menschen wurden durch Maschinen ersetzt und so verloren viele ihre Arbeit.

Unzählige Landbewohner sahen sich gezwungen, in die Städte zu ziehen, da dort viele neue Fabriken gebaut wurden – man spricht von einer “Landflucht” und einem Prozess der “Urbanisierung” (das bedeutet “Verstädterung”, weil die Einwohnerzahl der Städte unaufhörlich wuchs).

Viele Menschen mussten dann in so genannten Elendsvierteln leben, denn es suchten so viele Leute in der Stadt Arbeit, dass die angebotenen Stellen nicht ausreichten, und auch die Wohnungen wurden immer knapper. Die Arbeitsbedingungen waren damals sehr hart und die Arbeiter hatten so gut wie keine Rechte.

  • Oftmals mussten sogar Kinder schwer arbeiten;
  • Auch die hygienischen Zustände in den Städten waren teilweise katastrophal, weil diese nicht auf den starken Bevölkerungszuwachs vorbereitet waren und es an Reinigungs-, Müllbeseitigungs- und Abwassersystemen fehlte;

So lebten viele Menschen in verwahrlosten Vierteln und es breiteten sich Krankheiten und Seuchen aus. Unzählige Familien hofften, wenigstens genug Geld zusammenzubringen, dass es zum Leben reichte. Es kam in den Städten zu einer Massenarmut, die man in der Fachsprache auch ” Pauperismus ” nennt (das kommt vom lateinischen Wort “pauper”, was “arm” heißt). Hinweis zum Copyright: Die private Nutzung unserer Webseite und Texte ist kostenlos. Schulen und Lehrkräfte benötigen eine Lizenz. Weitere Informationen zur SCHUL-LIZENZ finden Sie hier. Co-Autorin: Britta Pawlak letzte Aktualisierung: 18. 10. 2011.