Warum Ist Strom In Deutschland So Teuer?

Warum Ist Strom In Deutschland So Teuer
Stand: 27. 03. 2022 01:53 Uhr Bürger und Wirtschaft leiden unter hohen Strompreisen. Als Ursache gilt teures Erdgas, das zur Stromerzeugung benötigt wird. Tatsächlich liegt es an der Strombörse – und Rekordgewinne bei Kraftwerkbetreibern sind die Folge. Seit der deutsche Strommarkt in den frühen 2000er-Jahren liberalisiert wurde und Kunden erstmals den Anbieter wechseln konnten, wird Strom an der Börse gehandelt.

  1. Allerdings: Wenn auch nur einen Moment lang weniger produziert als verbraucht wird, droht ein Blackout;
  2. Darum musste der Handel sehr speziell organisiert werden;
  3. Da gibt es zunächst den kontinuierlichen Handel;

Wenn Verbrauch und Produktion auch nur geringfügig abweichen, wird die Differenz in Schritten von 15 Minuten bestellt und geliefert. Den Endkundenpreis beeinflusst das kaum. Der größere Teil des Stromes wird einmal täglich für den nächsten Tag versteigert.

Warum ist Strom derzeit so teuer?

Strompreis Warum Strom immer teurer wird – Video von Leonie Sanke und Olivia von Pilgrim Dass Strom gerade so viel kostet, liegt vor allem am extrem hohen Gaspreis. Wie das zusammenhängt und wodurch er wieder günstiger werden könnte.

Wann wird der Strom wieder billiger?

Es kommt wieder Post von den Stromanbietern: Ab 1. Juli wird Strom günstiger, weil die EEG-Umlage wegfällt. Warum Sie dieses Schreiben unbedingt bis zum Ende lesen sollten. Zum 1. Januar 2022 hat die Bundesregierung die EEG-Umlage bereits auf 3,72 Cent pro Kilowattstunde netto gesenkt.

Warum steigt der Strompreis so stark?

Warum der Strompreis auch in Zukunft steigen wird – Der Strompreis steigt stetig. Die EEG-Umlage, mit der die Produktion von Ökostrom gefördert wird, wurde zum 1. Januar 2014 um 18 Prozent auf 6,240 Cent pro Kilowattstunde erhöht. Bereits Anfang 2013 war die Umlage um 1,7 Cent auf 5,28 Cent gestiegen.

  1. Prognosen des Öko-Instituts gehen davon aus, dass die EEG-Umlage bis 2022 kontinuierlich weiter ansteigen wird;
  2. Auch die Netzentgelte, die die Stromlieferanten an den jeweiligen Netzbetreiber zahlen, steigen ständig – und werden das auch in Zukunft tun;

Weil die Leitungen für die Energiewende ausgebaut werden müssen, gehen auch diese Kosten weiter in die Höhe.

Warum ist Gas und Strom so teuer in Deutschland?

Je länger die Energiekrise andauert, desto mehr müssen Haushalte für Heizung und Strom zahlen. Ein Embargo auf russisches Gas würde die Lage verschärfen, warnt Eon. Wer dieser Tage einen neuen Energieversorger sucht, etwa umzugsbedingt oder weil ein Vertrag ausläuft, erlebt ein ziemlich böses Erwachen.

  • So zahlen Haushalte im bisherigen Jahresschnitt 13 bis 14 Cent je Kilowattstunde Gas, fast doppelt so viel wie im Mittel des Vorjahrs;
  • Das berichtet der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) auf Basis aktueller Tarife;

Gas ist der mit Abstand wichtigste Brennstoff für Heizungen in Deutschland. Der Verband verweist darauf, dass die Beschaffungskosten der Versorger in den vergangenen Monaten extrem gestiegen seien. “Seit dem Beginn der russischen Invasion in die Ukraine hat sich die Lage an den Energiemärkten noch einmal verschärft.

” So sei Gas im Großhandel fast fünfmal so teuer wie Anfang 2021, sagt BDEW-Chefin Kerstin Andreae. Zwar kaufen viele Versorger Gas über Jahre im Voraus ein, zudem besteht der Preis für Privatleute auch aus Netzentgelten und Steuern.

Andreae mahnt gleichwohl: “Je länger das Preisniveau hoch bleibt, desto mehr werden sich die Großhandelspreise jedoch in den Tarifen niederschlagen und diese auch auf längere Sicht beeinflussen. ” Kerstin Andreae war lange Grünen-Politikerin, bevor sie Ende 2019 als Hauptgeschäftsführerin zum Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) wechselte. (Foto: Klaus W. Schmidt/imago images) Deutschlands größter Energieversorger Eon betont, das Problem sei eine mögliche Verknappung von Öl und vor allem von Gas. Zwar boykottiert die EU Gasimporte aus Russland bislang nicht; im Raum steht aber das Risiko, dass Moskau von sich aus Lieferungen einstellen könnte.

  • “Ein Gasembargo oder Lieferstopp würde das Problem verschärfen”, warnt Eon-Chef Leonhard Birnbaum in seiner vorab veröffentlichten Rede zur Hauptversammlung in der kommenden Woche;
  • Für Haushalte, die zur Miete wohnen, ist die Lage noch intransparenter;

Sie wissen in der Regel nicht, zu welchen Preisen ihr Vermieter Gas oder Öl für die Heizung bezieht. Die Kapriolen am Energiemarkt dürften mithin erst in den Heizkostenabrechnungen durchschlagen, die Mieter Mitte dieses und vor allem Mitte nächsten Jahres erwarten.

Warum ist Strom so teuer 2022?

Was treibt den Strompreis nach oben? – Gleich mehrere Faktoren greifen ineinander und tragen dazu bei, dass der Strompreis zuletzt angestiegen ist – und vermutlich auch in den kommenden Monaten steigen wird. Wir zeigen Dir die wichtigsten fünf : 1. Mehr Nachfrage nach Strom Die Nachfrage nach Strom steigt bereits seit Mitte 2021: Einmal in der Industrie , die nach dem ersten Corona-Rückschlag nun wieder Kapazitäten aufgebaut hat und mehr produziert, aber auch bei Privatpersonen , die mehr Zeit in den eigenen vier Wänden, etwa im Home-Office, verbringen.

Eine höhere Nachfrage bei gleichem Angebot bedeutet ganz grundsätzlich einmal steigende Preise. Nicht anders verhält es sich beim Strom. Teure Stromproduktion aus Erdgas Verschärft wurde das Problem zur Jahreswende, weil im Winter generell weniger Strom aus erneuerbaren Energiequellen gewonnen werden kann.

Das hat sich bis jetzt (Juli) zwar wieder entschärft. Dennoch mussten immer wieder Kohle- und Gaskraftwerke angeschaltet werden, um kurzfristig Lücken in der Stromproduktion zu füllen. Dass die Stromgewinnung aus Gas vergleichsweise teuer ist, hat zwei Gründe.

  • Einmal ist der Prozess an sich aufwändig. Gas wird verbrannt, das Gemisch (oder sein Dampf) treiben eine Turbine an, die an einen Stromgenerator gekoppelt ist.
  • Andererseits ließen der Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine und die Unsicherheit in Bezug auf künftige Gaslieferungen die Gaspreise zusätzlich deutlich steigen.
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Laut dem Portal Strom-Report machen die Kosten der Stromerzeugung und Vertrieb ab Juli 2022 bereits 49 Prozent des Strompreises aus – so viel wie in den vergangenen zehn Jahren nicht. Im vergangenen Jahr hat die Stromerzeugung um die 25 Prozent zum Endpreis beigetragen, im Januar 2022 schon 37 Prozent. Die Kosten des Stromtransports sowie Steuern, Abgaben und Umlagen machten 2021 drei Viertel der Strompreis-Zusammensetzung aus, ab 2022 noch 63 Prozent.

Weiterer Kostenpunkt: Die Betreiber von Gaskraftwerken müssen über den Kauf von Emissionszertifikaten ihren CO2-Ausstoß kompensieren. Doch auch die Zertifikate sind knapp, so dass sich ihr Preis in einem Jahr mehr als verdoppelte.

Einkaufspreis für Strom zeitweise vervierfacht Den Preis, den Stromanbieter an der Strombörse bezahlen müssen, um kurzfristig an Strom zu kommen, richtet sich immer nach der teuersten Herstellungsart , die noch benötigt wird, um die Nachfrage zu bedienen – also oft nach Strom aus Gaskraftwerken.

Anbieter, die sehr kurzfristig Strom nachkaufen mussten (Day-Ahead-Markt), kostete das im Dezember 2021 im Durchschnitt 222 Euro pro Megawattstunde (22,2 Cent pro Kilowattstunde). Das ist fast viermal so viel wie in normalen Zeiten.

Gleiches Verhältnis im Juli: Am 4. Juli 2022 kostete eine Megawattstunde 239 Euro, das Vierfache zum Vorjahresmonat. Willst Du Genaueres zum Day-Ahead-Markt und der Preisbildung wissen, schau in unseren Ratgeber zur Strombörse. Strombeschaffung und Vertrieb machen knapp die Hälfte des gesamten Strompreis aus.

  • Weniger Wettbewerb um den günstigsten Preis Traditionell stehen Stromanbieter im Wettbewerb um den günstigsten Strom für ihre Kunden;
  • So mancher, der seinen Strompreis zwischendurch erhöhte, musste damit rechnen, dass Kunden einfach zu einem günstigeren wechselten;

Doch dieser Mechanismus ist aktuell außer Gefecht: Denn immer weniger Stromanbieter schaffen es, die höheren Einkaufskosten beim Strom zu finanzieren und Kunden noch ein günstiges Angebot zu machen. Anfang des Jahres gab bereits erste Insolvenzen und Stromanbieter, die ihre Bestandskunden nicht mehr beliefern konnten.

Unsere Analyse der besten Ökostrom-Anbieter von Mai 2022 zeigte auch: Viele der empfohlenen Anbieter nehmen weiter keine Neukunden mehr an. Ein Stromvergleich über unseren Rechner kann helfen. Selbst die vier großen Grundversorger EnBW, Eon, RWE und Vattenfall stehen offenbar unter Druck.

Vom Vergleichsportal Check24 heißt es, dass nach der ersten Welle der Preiserhöhungen in den Wintermonaten, seit 1. März bis heute Anfang Juli fast 670 Preiserhöhungen um weitere gut 22 Prozent angekündigt wurden. 7,7 Mio. Haushalte seien betroffen. Darüber hinaus gebe es mittlerweile eigene Neukundentarife, bei denen die Kilowattstunde (kWh) Strom mehr als doppelt so viel koste als bei Bestandskunden.

Netzentgelte steigen Knapp ein Viertel des Strompreises ist bestimmt durch die Gebühr, die Stromanbietern den Netzbetreiber zahlen müssen – dafür, dass sie ihre Leitungen zur Verfügung stellen. Diese sogenannten Netzentgelte stiegen laut einer Untersuchung der großen Vergleichsportale 2022 um etwa 4 Prozent (Stand: März 2022).

Ein Grund sind die Kosten für den weiteren Ausbau des Stromnetzes , den die Netzbetreiber umlegen.

Wird Strom wieder billiger 2022?

Strompreis im Juli 2022: Prognose und Entwicklung für das Jahr – Der Strompreis ist im zweiten Halbjahr 2022 leicht zurückgegangen, nachdem im ersten Halbjahr Rekordpreise zu beobachten waren. Im Juli 2022 kostet Strom 38,53 Cent/kWh für Verbraucher. Das ist etwas weniger als noch Anfang des Jahres, als Strom um die 40 Cent/kWh kostete.

  1. Im Juli 2021 kostete Strom allerdings 30 Cent/kWh;
  2. Strom kostete im Juli für Weiterverteiler 164,9 % mehr als ein Jahr zuvor, für Sondervertragskunden 88,8 %;
  3. Für gewerbliche Anlagen, die häufig tarifgebundene Verträge abschließen, waren die Preise 16,1 % höher als ein Jahr zuvor;

Im Vormonatsvergleich stiegen die Preise für elektrischen Strom, über alle Abnehmergruppen betrachtet, im Juni um 4,0 %. Für Abnehmer kleinerer Mengen wie Haushalte und gewerbliche Anlagen s anken die Preise hier sogar leicht, bedingt durch den Wegfall der EEG-Umlage.

Ist es billiger nachts zu waschen?

Wer jedoch nach wie vor über einen Nachtspeicherofen verfügt, für den wird es nachts tatsächlich günstiger. Demnach sollten Sie also Ihre Wasch- und Spülmaschine eher nachts, also zwischen 22 und 6 Uhr laufen lassen – Sie werden so tatsächlich Geld sparen.

Was am meisten Strom verbraucht?

Elektrische Warmwasseraufbereitung – Wasser mit elektrischer Energie zu erwärmen kann die Geldbörse stark belasten Neben Heizungen weist die elektrische Wasseraufbereitung für Küche und Bad mit durchschnittlich 1. 000 kWh pro Jahr den höchsten Energieverbrauch im Haushalt auf. Dies kann oft Kosten von über 800€ im Jahr verursachen. Jedoch kann dieser Kostenfaktor leicht eingespart werden, indem Sie Ihr Wasser über eine Solarthermie-Anlage oder über eine Wärmepumpe erhitzen.

  1. Zwar müssen Sie anfangs hohe Investitionskosten in Kauf nehmen, doch indem Sie die Kosten im Vergleich zur elektrischen Wasseraufbereitung jährlich einsparen können, wird sich die Solarthermie-Anlage oder Wärmepumpe schnell amortisieren;

Zudem wird die Anschaffung und Installation von Solarthermie-Anlagen und Wärmepumpen oft staatlich wie auch von mehreren Stromversorgern finanziell unterstützt. Neben den vielen altbekannten Stromfresser auf dieser Seite , sind besonders in den vergangenen Jahren neue energieintensive Haushaltsgeräte hinzugekommen, die die Stromrechnung zusätzlich und unnötig belasten.

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Wie entwickelt sich der Strompreis in den nächsten 10 Jahren?

Lag er 2010 noch bei durchschnittlich 23,69 ct/kWh (Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 3. 500 kWh), liegt er zu Beginn des Jahres 2020 bereits bei 31,37 ct/kWh. Das ist eine Preissteigerung von mehr als 30 % innerhalb von 10 Jahren.

Wird Strom 2023 günstiger?

Laut Recherchen von Plusminus könnte der Strompreis bis 2023 von aktuell 32 auf 37 Cent je Kilowattstunde steigen. Energie-Experten sind sich einig, dass vor allem der Ausbau der erneuerbaren Energien diesen Preisanstieg verhindern könnte. Detlef Stolten vom Forschungsinstitut Jülich bei Aachen rechnet vor, dass wir in knapp 10 Jahren eine Stromlücke von 139 Terawattstunden zu füllen haben, wenn der Zubau von Sonne, Wind & Co so langsam vorangeht wie in den letzten 10 Jahren.

139 Terawattstunden entspricht 20% Prozent des Strombedarfs im Jahr 2030. Deutschland kann diesen Strom entweder aus dem Ausland kaufen oder in den eigenen Reservekraftwerken mit fossilen Energieträgern (Gas & Kohle) erzeugen.

Durch den hohen CO2-Preis ist diese Art der Stromerzeugung sehr teuer und das wird den Strompreis für Privat- und Industriekunden stark verteuern. Jürgen Karl von der Universität Nürnberg-Erlangen rechnet mit einem initialen Anstieg des Strompreises um 5 Cent auf 37 Cent pro Kilowattstunde in 2023.

Wird Strom 2023 noch teurer?

Windflaute, Hitze & Gasmangel beeinflussen den Strompreis – Sukzessive würden Energieversorger aber die Preise anheben und die hohen Einkaufskosten an die Endkunden weitergeben. „Die Jahre 2023 und 2024 werden sehr teuer sein”, sagt Huneke. Es gibt viele Gründe für den Preisanstieg.

  1. Die derzeit eingeschränkte Kapazität der französischen Atomkraftwerke wurde durch die sommerlichen Temperaturen weiter reduziert, da zusätzliche Meiler vom Netz gehen mussten;
  2. Top-Jobs des Tages Jetzt die besten Jobs finden und per E-Mail benachrichtigt werden;

>> Lesen Sie auch: Strompreise klettern auf Rekordniveau Zusätzlich prägte eine Windflaute die vergangene Woche, die laut dem Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) die viertschwächste Woche des Jahres bei der Windverstromung war. Zwar sei „eine Windflaute für diese Jahreszeit normal” und werde durch mehr Solarstrom ausgeglichen, erklärt Bruno Burger, Gruppenleiter Energiedaten und strategische Entwicklung am ISE.

Wie teuer wird Strom 2025?

Die Strompreise in Deutschland werden einer Studie zufolge bis zum Jahr 2025 um 70 Prozent steigen. Schuld daran seien die Kosten für die Energiewende und der geplante Ausstieg aus der Atomkraft, heißt es in dem Gutachten des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT).

Wird Strom knapp im Winter?

Knappheit möglich, Blackout unwahrscheinlich Eine vor wenigen Tagen vom Bundeswirtschaftsministerium veröffentlichte Analyse zur Stromversorgung kommt zu dem Ergebnis, ‘dass ein sicherer Betrieb des Elektrizitätsversorgungsnetzes im Winter 2022/23 gewährleistet ist’.

Wird Strom und Gas wieder billiger?

Nur ein Drittel der Gaskraftwerke kann abgeschaltet werden – Allerdings macht Kerstin Andreae, Chefin des Energiedachverbandes BDEW, darauf aufmerksam, dass dafür erstmal der Rohstoff auf dem Weltmarkt beschafft werden müsste. Zugleich erinnert der Verband daran, dass das „kurzfristige Substitutions- und Reduktionspotenzial” nur 36 Prozent des Erdgasverbrauchs der Kraftwerke der öffentlichen Versorgung und in der Industrie betrage.

  • Auf Gaskraftwerke könne nicht vollständig verzichtet werden, da sonst die Wärmeversorgung von Haushalten und Betrieben gefährdet wäre;
  • Ferner würden Gaskraftwerke stundenweise benötigt – wenn wenig Wind weht und der Strombedarf groß ist;

Wirtschaftsverbände haben gefordert, die Gasverstromung komplett zu stoppen. Weiterlesen nach der Anzeige Weiterlesen nach der Anzeige Wird zukünftig mehr Strom durch die derzeit günstigere Kohlekraft erzeugt und der Strombedarf dadurch gedeckt, könnten Preise an der Strombörse und schlussendlich dann auch für Verbraucherinnen und Verbraucher sinken.

Experte von Check 24 Gas durch Kohle zu ersetzen, das ist zwar Gift fürs Klima. Dennoch gibt es für Verbraucher auch eine gute Nachricht: „An der Strombörse bestimmt die teuerste Erzeugungsart den Preis”, sagte Steffen Suttner von Check24 dem RND.

„Das ist momentan in der Regel die Stromerzeugung mittels Gas. Wird zukünftig mehr Strom durch die derzeit günstigere Kohlekraft erzeugt und der Strombedarf dadurch gedeckt, könnten Preise an der Strombörse und schlussendlich dann auch für Verbraucherinnen und Verbraucher sinken.

Wird Strom in Deutschland knapp?

Kann nach dem Gas bald auch der Strom knapp werden? – Genau kann das noch niemand sagen. Eine erst vor wenigen Tagen vom Wirtschaftsministerium veröffentlichte Analyse zur Stromversorgung kommt zwar zu dem Ergebnis, “dass ein sicherer Betrieb des Elektrizitätsversorgungsnetzes im Winter 2022/23 gewährleistet ist”. Warum Ist Strom In Deutschland So Teuer Energieexperten, die von der Deutschen Presse-Agentur befragt wurden, zeigten sich allerdings überwiegend recht zuversichtlich, dass das Netz der Belastungsprobe gewachsen sein wird. Tobias Federico, Geschäftsführer beim Beratungsunternehmen Energy Brainpool, sagte: “Ich persönlich bereite mich nicht auf einen Blackout vor. ” Die Fachleute erwarten trotz der Abschaltung der letzten deutschen Kernkraftwerke zum Jahresende im Winter keine großen Engpässe beim Strom , auch weil Steinkohlekraftwerke aus der Reserve geholt würden.

Doch so ganz traut man dem wohl nicht. Denn das Haus von Robert Habeck (Grüne) gab bereits einen zweiten Stresstest in Auftrag, bei dem Experten die Belastbarkeit der deutschen Stromversorgung unter “weiter verschärften Bedingungen” – noch weniger Gaslieferungen, noch weniger Atomstrom aus Frankreich – prüfen und modellieren sollen.

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Christoph Maurer vom auf Energie spezialisierten Berater Consentec hält die Lage für angespannt, aber grundsätzlich in einem normalen Winter beherrschbar. Vorsichtiger gab sich Thorsten Lenck von Agora Energiewende: “Nach unseren bisherigen Analysen ist es durchaus möglich, dass es im Winter in einigen Stunden knapp werden könnte.

Wird der Strom 2023 teurer?

Laut Recherchen von Plusminus könnte der Strompreis bis 2023 von aktuell 32 auf 37 Cent je Kilowattstunde steigen. Energie-Experten sind sich einig, dass vor allem der Ausbau der erneuerbaren Energien diesen Preisanstieg verhindern könnte. Detlef Stolten vom Forschungsinstitut Jülich bei Aachen rechnet vor, dass wir in knapp 10 Jahren eine Stromlücke von 139 Terawattstunden zu füllen haben, wenn der Zubau von Sonne, Wind & Co so langsam vorangeht wie in den letzten 10 Jahren.

139 Terawattstunden entspricht 20% Prozent des Strombedarfs im Jahr 2030. Deutschland kann diesen Strom entweder aus dem Ausland kaufen oder in den eigenen Reservekraftwerken mit fossilen Energieträgern (Gas & Kohle) erzeugen.

Durch den hohen CO2-Preis ist diese Art der Stromerzeugung sehr teuer und das wird den Strompreis für Privat- und Industriekunden stark verteuern. Jürgen Karl von der Universität Nürnberg-Erlangen rechnet mit einem initialen Anstieg des Strompreises um 5 Cent auf 37 Cent pro Kilowattstunde in 2023.

Werden die Strompreise günstiger?

Strompreisentwicklung – Warum Ist Strom In Deutschland So Teuer In den letzten Jahren sind die Preise für Strom kontinuierlich gestiegen. Das lag vor allem an den steigenden Ausgaben für die Netzentgelte und die EEG-Umlage. Während die Netzentgelte im Jahr 2022 um rund drei Prozent gestiegen sind, wurde die EEG-Umlage auf 3,72 Cent/kWh abgesenkt und zum 1. Juli 2022 vollständig abgeschafft.

Angesichts explodierender Strompreise im Großhandel führt diese Entwicklung jedoch nicht zu niedrigeren Stromkosten für die Haushalte. Zahlreiche Stromversorger erhöhen die Strompreise im Laufe des Jahres.

Obwohl die Kosten für Stromanbieter seit der zweiten Jahreshälfte 2021 stark gestiegen sind, haben nicht alle Stromversorger diese Kosten direkt an ihre Kunden weitergegeben. Andere Anbieter haben jedoch sogar in den Jahren fallender Preise und Abgaben den Strompreis für private Haushalte weiter erhöht.

Warum wird Strom nicht günstiger?

Wie sich die Stromkosten in Deutschland zusammensetzen – Bei den Verbrauchern kommt von den sinkenden Kosten nichts an. Das liegt an der hohen Belastung des Strompreises mit Steuern und Abgaben. Rund die Hälfte des Preises für unseren Haushaltsstrom verursacht der Staat. Warum Ist Strom In Deutschland So Teuer Erneuerbare sind die günstigsten Stromquellen Durchschnittliche Stromgestehungskosten nach Energiequellen in Deutschland. Grafik: Fraunhofer ISE Laut der Preisvergleichsseite stromauskunft. de zahlen wir im Bundesdurchschnitt aktuell 34,72 Cent pro Kilowattstunde bei unserem Grundversorger. Wenn wir uns den günstigsten Alternativanbieter aussuchen,  zahlen wir bis zu zehn Cent weniger.

Im Bundesdurchschnitt liegt dieser Preis dann bei 26,82 Cent. Die Kilowattstunde ist bei Anbietern von Ökostrom geringfügig teurer. Beim günstigsten Anbieter kostet sie 26,85 Cent. ZUr Einordnung: Ein Musterhaushalt mit zwei Personen verbraucht im Jahr rund 3.

500 kWh Strom, eine vierköpfige Familie 5. 000 Kilowattstunden. Das Elektroauto kommt obendrauf. Allerdings variieren die tatsächlichen Preise je nach Region und Tarif. Das gilt auf für die einzelnen Komponenten. Die durchschnittliche Zusammensetzung selbst sieht dann so aus: Bestandteil                                   Prozentualer Anteil                         Anteil in kWh Steuern, Umlagen, Abgaben                                        30, 6%                                   9, 82               EEG-Umlage                                 21,0 %                                    6, 76               Beschaffung, Vertrieb, Marge                                             24.

Wie lange werden wir noch Strom haben?

Strom schläft nicht – ein paar Fakten – “Die Herausforderung besteht darin, dass die elektrische Energie in dem Augenblick, wo sie verbraucht wird, auch erzeugt werden muss. Dieses Gleichgewicht von Erzeugung und Verbrauch ist in jedem Augenblick zu gewährleisten”, erklärt Peter Schegner, Professor für Elektroenergieversorgung an der Technischen Universität Dresden.

Bei langen Fernsehabenden, oder deutlich relevanter: bei nächtlichen Notoperationen wollen und können wir nicht darauf warten, dass der Wind weht und Strom liefert: er muss jederzeit da sein, davon ist das Funktionieren unserer Gesellschaft abhängig.

Da helfen dementsprechend keine Durchschnittswerte, sondern “Augenblickswerte”, die planbar sein müssen. In Deutschland brauchen wir – egal zu welcher Tages- oder Nachtzeit – eine gewisse Energieleistung. Wir haben eine Grundlast , also einen permanenten Verbrauch von etwa 40 bis 80 Gigawatt; die Spitzenlast liegt sogar bei 90 Gigawatt.

  • Diesen Verbrauch müssen wir mit der Erzeugung decken können;
  • In manchen Situationen können die Erneuerbaren trotz aller Erfolge diese Lasten nicht leisten – wie die Grafik oben zeigt;
  • Kommt es mal zu spontanen Lücken zwischen Erzeugung und Verbrauch, springt die so genannte Regelleistung ein: verlässliche Energie aus normalerweise konventionellen Kraftwerken – in Deutschland sind das 7 Gigawatt, die den Netzbetreibern im Notfall innerhalb von Sekunden zur Versorgung stehen;

Am Zubau der Erneuerbaren mangelt es bis dato nicht: Mittlerweile sind mehr erneuerbare Energieerzeuger am Netz als konventionelle und fossile: Die installierte Leistung liegt bei 109 Gigawatt Erneuerbare zu 105 Gigawatt konventionelle Kraftwerke. Doch die installierte Leistung kann bei den erneuerbaren Energien stark von der realen Nennleistung abweichen.

Und die Herausforderungen an die Stromversorgung werden nicht kleiner: Ab 2023 müssen wir ohne 10 Gigawatt Leistung der Kernkraftwerke auskommen, und weil wir in Deutschland parallel den Kohleausstieg vollziehen, fehlen noch weitere 12 Gigawatt Kohlekraft.

Wie ersetzen wir die? Können das die Erneuerbaren leisten?.