Was Bedeutet Der Ukraine Konflikt Für Deutschland?

Was Bedeutet Der Ukraine Konflikt Für Deutschland
Was bedeutet der Krieg für Deutschland? – Zunächst, dass in Europa wieder eine militärische Auseinandersetzung stattfindet, nur rund 1. 200 Kilometer von Berlin entfernt. Die Ukraine ist jedoch kein Nato-Mitglied, deshalb hat sie keinen Anspruch auf militärischen Beistand von Deutschland und anderen Nato-Staaten.

Kanzler Olaf Scholz (SPD) sagte am Donnerstag: “Deutschland verurteilt diesen rücksichtslosen Akt von Präsident Putin aufs Schärfste. ” Man werde sich im Rahmen der G7-Staaten, der Nato und der EU “eng absprechen”.

In einem Telefonat mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj habe Scholz die “volle Solidarität Deutschlands zu dieser schweren Stunde” zugesichert, teilte Regierungssprecher Steffen Hebestreit mit. Einerseits will Deutschland nicht in eine militärische Auseinandersetzung hineingezogen werden, andererseits will es die Ukraine nicht im Stich lassen.

Zusätzlich zum Stopp der Gaspipeline Nord Stream 2 wurden nun deutlich weitergehende Sanktionen gegen Russland verhängt: Vor allem der nun beschlossene Rauswurf russischer Banken aus dem internationalen Überweisungssystem Swift gilt als scharfes Schwert.

Zuvor drohte Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Die Grünen) Moskau mit “schweren politischen und wirtschaftlichen Konsequenzen”.

Wie kamen die Deutschen nach Ukraine?

Geschichte der Deutschen Siedlungen in der heutigen Ukraine In ganz Europa spielte im Mittelalter die Besiedlung und Kultivierung menschenarmer Regionen durch Mönchsorden eine wichtige Rolle. So gab es vor allem durch den Zisterzienserorden schon während des Hochmittelalters deutsche Ansiedlungen im Osten.

  • Die Klöster, welche als Vorreiter der Besiedlung gelten, wurden in abgelegenen, menschenleeren Gebieten gegründet, um das Land zu urbanisieren;
  • Aber auch Ärzte, Apotheker, Bauern, Kaufleute und Handwerker wurden von Herrschern oder ansässigen Grundherren angeworben;

Die Reise der Auswanderer war lang und unsicher. Exakte Reiserouten, wie man sie heute kennt, waren während des Mittelalters unbekannt. Im Ostseeraum nutzten wohlhabende Kaufleute den Seeweg in Richtung Osten. Die bäuerlichen Siedler kamen über den weitaus beschwerlicheren Landweg.

  1. Auf Grund der schlechten Straßen konnte eine Reise mehrere Wochen bis Monate dauern;
  2. Während des 17;
  3. und 18;
  4. Jahrhunderts ließen sich in den verschiedenen Regionen der heutigen Ukraine, deutsche Kolonisten aus den unterschiedlichsten Gründen nieder;
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In den Bergen der Karpaten siedelten sich vor allem Waldarbeiter an, die man heute als Karpatendeutsche bezeichnet. In Ostgalizien trugen die Galiziendeutschen unter anderem zur kulturellen Vielfalt der aufblühenden Städte Lemberg und Ternopil bei. Die Wolhyniendeutschen verschrieben sich dem Getreideanbau und machten das öde, weite Land urban.

  1. In der Bukowina lebten deutsche Siedler friedlich zusammen mit zahlreichen anderen Völkern und verhalfen dem Gebiet zu einem wirtschaftlichen Aufschwung;
  2. Rund um das Schwarze Meer lebten gleich zwei Gruppen deutscher Herkunft, die Bessarabiendeutschen und die Schwarzmeerdeutschen;

In dieser Region wurden besonders viele Kolonien auf den fruchtbaren Schwarzerdeböden gegründet und die Deutschen Ansiedler punkteten durch ihr fortschrittliches Wissen im Bereich des landwirtschaftlichen Anbaus sowie  bei der Entwicklung landwirtschaftlicher Technik.

  • Mit Beginn des  1;
  • Weltkriegs am 28;
  • Juli 1914 endete die Zeit deutscher Besiedlung schlagartig;
  • Ein unaufhaltsamer Niedergang setzte ein;
  • Deutschland und Österreich waren jetzt Kriegsgegner und das Reich des Zar Nikolaus II;

geriet sehr schnell an allen Fronten in die Defensive. Zarin Alexandra, eigentlich Alix von Hessen-Darmstadt, war wie viele andere hohe Militärs deutscher Herkunft. Im Volk witterte man überall Verschwörungen und das Ansehen der deutschen Minderheit sank rapide.

  • Im Jahr 1917 stürzten Revolution und Bürgerkrieg das Land in Chaos und Gewalt;
  • Oft genug geriet die Bauernschaft zwischen die Fronten der erbittert kämpfenden Roten und Weißen;
  • Beide Seiten praktizierten einen erbarmungslosen Terror mit Massenerschießungen und Zwangsrequisitionen;

Die Folge waren ausgedehnte Hungersnöte. Erst die NÖP (Neue Ökonomische Politik) brachte zu Beginn der 20er Jahre eine Periode scheinbarer Entspannung. Lenin erhoffte sich von der teilweisen Wiederzulassung privaten Wirtschaftens, die ökonomische Erholung des schwer verwüsteten Landes.

  1. Doch als es Stalin zu Ende des Jahrzehnts gelang, sich in den innerparteilichen Machtkämpfen gegen seine Widersacher durchzusetzen, war es mit der kurzen Verschnaufpause vorbei;
  2. Die brutal durchgesetzte Zwangskollektivierung vernichtete die effektiv arbeitenden Familienbetriebe;
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Im Zuge der sogenannten Entkulakisierung wurden die erfolgreichsten Bauern ihres gesamten Besitzes beraubt und mit ihren Familien in entlegene, oft lebensfeindliche Gebiete deportiert. Die Folge war der Zusammenbruch der Lebensmittelversorgung in der gesamten Union und eine nie gekannte Hungerkatastrophe mit Millionen von Toten, die besonders die Ukraine betraf.

  1. Der letzte Schlag erfolgte nach Hitlers Überfall im Juni 1941;
  2. Was Revolution, Bürgerkrieg, Hunger, Stalins Terror und Kollektivierung an deutscher Bevölkerung übrig gelassen hatte, wurde jetzt nach Kasachstan, Sibirien und in den Altai an der mongolischen Grenze deportiert;

Millionen Männer und Frauen kamen zum Arbeitseinsatz in Lager, die sich kaum von denen des Gulags unterschieden. Der Tod Stalins 1953 bedeutete zwar das allmähliche Abebben der Verfolgungen, aber die vorrevolutionären Zeiten kamen nicht wieder. Es galt sich einzurichten in die bleiernen Jahrzehnte der Stagnation.

Besonders nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion verlässt die deutsche Bevölkerung zunehmend das Land. Im Jahr 1992 waren von ehemals 400. 000 Ukrainedeutschen nur noch 40. 000 übrig. Und die Zahl sinkt weiter.

Zwar gibt es Versuche, deutsches Leben in Kultur- und Kirchenvereinen als “Wiedergeburt” zu reorganisieren und zu bewahren. Außerdem existieren noch oder wieder deutsche Gemeinden in Kiew, Odessa, Charkiw und auch auf der Krim. Aber die ungewisse Zukunft und die Verlockungen eines sicheren und besseren Lebens führen zu einem verstärkten Abwandern der jungen oft gut ausgebildeten Nachkommen der deutschen Siedler in Richtung Westen.