Was Bedeutet Ukraine-Konflikt Für Deutschland?

Was Bedeutet Ukraine-Konflikt Für Deutschland
Der Ukraine-Krieg bedeutet eine Zeitenwende auch in der deutschen Politik. Viele alte Überzeugungen werden gerade umgestoßen, Dinge neu gedacht. Einige Beispiele. Es herrscht wieder Krieg in Europa: Das hat viele Menschen in Deutschland völlig überrascht. Die Politik dachte nicht mehr in den Kategorien von Krieg und Militär-Strategien.

Welche Auswirkungen hat der Ukraine Konflikt?

Der Krieg in der Ukraine hat Auswirkungen auf die Wirtschaft vieler Länder weltweit. Nicht nur Öl und Gas werden teurer, 14 Länder weltweit beziehen nahezu ausschließlich ihren Weizen aus der Ukraine, viele von ihnen auch große Teile ihrer Maisvorräte. Dort könnte es zu Versorgungsengpässen kommen. Was Bedeutet Ukraine-Konflikt Für Deutschland Hamburger Hafen: Der Krieg in der Ukraine trifft auch die deutsche Wirtschaft hart (picture alliance/dpa) Die neuen Wirtschaftssanktionen des Westens wegen Russlands Krieg gegen die Ukraine zeigen Wirkung: Die russische Landeswährung Rubel fiel bereits auf ein Rekordtief. Die Reserven der russischen Notenbank sind weitgehend eingefroren. Außerdem sollen einige russische Banken vom internationalen Zahlungssystem SWIFT ausgeschlossen werden, was ihnen praktisch sämtliche Geschäfte mit dem westlichen Ausland unmöglich machen würde.

Sorgen vieler Russen um ihr Erspartes haben Berichten zufolge bereits zu Schlangen vor Geldautomaten im Land geführt – auch die Sorge vor hohen Preisen für Lebensmittel und andere Güter des Alltags wachsen.

Doch der Krieg und die Sanktionen haben auch Auswirkungen auf Deutschland und andere Länder. Ein Überblick:.

Welche wirtschaftlichen Folgen hat der Krieg in der Ukraine für Deutschland?

IW-Kurzbericht Nr. 19 9. März 2022 Russlands Krieg in der Ukraine belastet deutsche Unternehmen Der Überfall Russlands auf die Ukraine hat spürbare Auswirkungen auf deutsche Unternehmen. Stark gestiegene Energiepreise stellen für eine Mehrheit der Unternehmen eine große oder sehr große Belastung dar.

Fehlende Zulieferungen und mögliche Engpässe in der Gasversorgung folgen als weitere Risiken. Als Absatzmarkt und Produktionsstandort sind Russland und die Ukraine kaum bedeutsam. Der Überfall Russlands auf die Ukraine hat spürbare Auswirkungen auf deutsche Unternehmen.

Stark gestiegene Energiepreise stellen für eine Mehrheit der Unternehmen eine große oder sehr große Belastung dar. Fehlende Zulieferungen und mögliche Engpässe in der Gasversorgung folgen als weitere Risiken. Als Absatzmarkt und Produktionsstandort sind Russland und die Ukraine kaum bedeutsam.

  • Der Krieg in der Ukraine hat in kurzer Zeit die politischen und ökonomischen Rahmenbedingungen für deutsche Unternehmen verändert;
  • Die immer noch bestehenden Verzögerungen und Probleme in den globalen Zuliefernetzwerken als direkte und indirekte Folge der Corona-Pandemie (Bardt/Grömling, 2022) werden dadurch verschärft;
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Die wirtschaftliche Erholung wird sich weiter in die Länge ziehen, da höhere Preise den Konsum bremsen und die Investitionstätigkeit der Unternehmen infolge der höheren geopolitischen Verunsicherungen und der voraussichtlich schwächeren Entwicklung der Unternehmenserträge ebenfalls belastet wird.

Eine global insgesamt schwächere Wirtschaftsdynamik infolge der russischen Invasion in der Ukraine kann auch dem deutschen Außenhandel zusetzen. Die direkten Effekte spielen jedoch nur eine untergeordnete Rolle (Beer, 2022), denn allenfalls 2 Prozent des deutschen Außenhandelsumsatzes wird mit Russland erzielt.

Umgekehrt ist Deutschland aber für Russland ein wichtiger Absatzmarkt: Ein Drittel der russischen Exporte geht in die Europäische Union, gut 5 Prozent der russischen Ausfuhren werden nach Deutschland geliefert. Eine besondere Rolle für den deutschen Außenhandel und die deutsche Wirtschaft hat Russland jedoch bei Rohstoffen und vor allem bei Energierohstoffen (Fischer/Küper, 2022).

Die Sorgen um die Gasversorgung haben bereits zu stark gestiegenen Preisen in Europa geführt. Dies belastet direkt die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen, die vergleichsweise viel Gas als Energiequelle oder als Rohstoff verbrauchen.

Unabhängig von der aktuellen geopolitischen Weltlage haben die Lieferengpässe in den letzten Monaten bereits zu hohen Anstiegen der Erzeugerpreise in Deutschland geführt. Diese lagen zuletzt um 26 Prozent über dem Vorkrisenniveau von Anfang 2020. Mehr und mehr finden diese höheren Produktionskosten ihren Niederschlag in den Konsumpreisen.

  • Allein anhaltend hohe Gaspreise können die Inflationsrate in Deutschland in diesem Jahr um mehr als 2 Prozentpunkte erhöhen (Kolev/Obst, 2022);
  • Dabei sind die Auswirkungen höherer Preise für Rohöl, Ölprodukte, Weizen und Industrierohstoffe oder höherer Logistikkosten noch nicht mit eingerechnet;

Inhaltselement mit der ID 10615 Inhaltselement mit der ID 10616 Embed-Code Akkordion auf- und zuklappen Inhaltselement mit der ID 10617 Inhaltselement mit der ID 10618 Der Einmarsch des russischen Regimes in die Ukraine und die politisch unumgänglichen Sanktionen des Westens, einschließlich des Rückzugs von Unternehmen aus ihrem Russland-Geschäft, lösen umfangreiche Probleme und Anpassungslasten aufseiten der deutschen Unternehmen aus.

  • Firmen mit einer direkten Geschäftstätigkeit in Russland oder der Ukraine sorgen sich um ihre Mitarbeiter und deren Angehörigen vor Ort und müssen über den kurz- und langfristigen Verbleib im Land entscheiden;

Der Krieg bringt nicht nur unfassbares Leid über die Menschen in der Ukraine, er zerstört auch einen Teil der ökonomischen Lebensgrundlagen und des volkswirtschaftlichen Produktionspotenzials. Deutsche Unternehmen ohne Produktion oder direkte Absatzbeziehungen zu den beiden Ländern sind bereits von ausfallenden Lieferungen betroffen.

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Software-Dienstleister in der Ukraine fallen aus, vielfältige Rohstoffe, die für industrielle Produktionsprozesse eine wichtige Rolle spielen, müssen anderweitig organisiert werden. Einzelteile werden nicht mehr geliefert, wodurch die Produktion auch in Deutschland ins Stocken gerät und teilweise stillsteht.

So werden etwa die bereits über das gesamte Jahr 2021 und aktuell gestörten Produktionsprozesse der deutschen Automobilindustrie, vorwiegend aufgrund fehlender Halbleiter, nochmals über fehlende Bauteile beeinträchtigt. Um eine zeitnahe Bewertung der Belastungen deutscher Unternehmen infolge des Kriegs in der Ukraine vornehmen zu können, hat das Institut der deutschen Wirtschaft im Rahmen des IW-Zukunftspanels Firmen in Deutschland befragt. März 2022) haben gut 200 Unternehmen aus der Industrie und den industrienahen Dienstleistungen entsprechende Fragen zu den unterschiedlichen Wegen einer möglichen Beeinträchtigung ihrer Geschäftsabläufe beantwortet (Abbildung):

  • Gut drei von fünf Unternehmen erwarten bereits große oder sehr große Belastungen durch die erhöhten Energiepreise. Bei den Industrieunternehmen sind es aufgrund der energieintensiven Produktionsprozesse gut 70 Prozent der Firmen, die infolge der höheren Produktionskosten eine Schwächung vorhersehen.
  • Ausfallende Zulieferungen von Gas stellen für fast ein Drittel aller hier berücksichtigten Unternehmensbereiche ein Problem dar. In der Industrie sind die Sorgen hinsichtlich einer eingeschränkten Gasversorgung höher: 37 Prozent der befragten Indus-triebetriebe sehen eine ausbleibende Gasversorgung als einen (sehr) großen Angebotsschock.
  • Gut 30 Prozent aller befragten Unternehmen bewerten ausfallende Zulieferungen von anderen Vorleistungen für ihre Produktion als ein eher großes oder sehr großes Problem. Unter den Industriefirmen sind es aufgrund der international stärker aufgestellten Wertschöpfungsketten fast 40 Prozent, die (sehr) große Anpassungslasten erwarten.
  • Deutlich weniger bedeutend sind wegfallende Absatzmärkte in Russland und der Ukraine. Es wurde bereits darauf verwiesen, dass die direkten Ausfuhren Deutschlands nach Russland überschaubar sind. Weniger als ein Zehntel aller Firmen sieht aufgrund eines wegfallenden Absatzmarktes große oder sehr große Probleme in absehbarer Zeit. Das gilt in gleicher Größenordnung auch für die Industriefirmen.

Des Weiteren deuten die Antworten in der IW-Befragung darauf hin, dass Einschränkungen der eigenen Produktion von deutschen Unternehmen in Russland und der Ukraine – abgesehen von namhaften Einzelfällen – nicht zu spürbaren gesamtwirtschaftlich relevanten Auswirkungen führen werden. PDF herunterladen Hubertus Bardt / Michael Grömling / Edgar Schmitz IW-Kurzbericht Nr. 19 9. März 2022.

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Welche wirtschaftlichen Folgen hat der Ukraine Krieg für Deutschland?

Zulieferer in der Ukraine fallen aus – Das spürt vor allem die die deutsche Autoindustrie. Derzeit stockt die Produktion in vielen deutschen Werken, weil Zulieferer in der Ukraine keine Kabelbäume mehr liefern können. So hat der Nürnberger Leonie-Konzern die Produktion in zwei ukrainischen Werken einstellen müssen.

  1. Nun suchen die Autobauer fieberhaft nach Ersatz;
  2. Der aber ist auf die Schnelle nicht einfach zu finden;
  3. „Wir haben schon in der Corona-Krise gesehen, dass manchmal sehr einfache Teile, wenn sie fehlen, die Produktion lahmlegen können;

In der Ukraine sind das aktuell Kabelbäume, also relativ einfache Elektronik”, sagt Eric Heymann, Automobilexperte bei Deutsche Bank Research. “Das sind Produkte, die in den letzten Jahrzehnten immer mehr nach Osteuropa verlagert wurden. Und wenn diese Produkte nur an wenigen Standorten produziert werden und dann fehlen, wirkt das natürlich direkt negativ auf die gesamte Produktion.

Welche Auswirkungen hat der Ukraine Krieg auf die Konjunktur in Deutschland?

Stand: 27. 04. 2022 14:52 Uhr Die Bundesregierung sieht angesichts der Folgen des Kriegs in der Ukraine deutliche Risiken für die deutsche Konjunktur. Sie rechnet für das laufende Jahr mit einem schwächeren Wirtschaftswachstum. Die Bundesregierung rechnet wegen des Kriegs in der Ukraine mit spürbaren Belastungen für die deutsche Wirtschaft.

  • Das Wachstum werde 2022 nur noch 2,2 Prozent betragen, teilte Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) heute bei der Vorstellung der Frühjahrsprojektion mit;
  • Das sind 1,4 Prozentpunkte weniger als im Januar im Jahreswirtschaftsbericht angenommen;

Für 2023 rechnet die Regierung nun mit einem Wachstum von 2,5 Prozent. “Die Risiken für die Konjunktur sind deutlich”, sagte Wirtschaftsminister Habeck: “Nach zwei Jahren Corona-Pandemie kommt durch den Krieg Russlands eine neue Belastung hinzu. Der Krieg gegen die Ukraine und seine wirtschaftlichen Auswirkungen erinnern uns daran, dass wir verwundbar sind.

” Der Bundeswirtschaftsminister betonte, dass die neue Prognose ohne Berücksichtigung eines möglicherweise kommenden Energieembargos berechnet wurde. Sollte die EU einen Importstopp auf russische Energie verhängen, dürfte das die Wirtschaftsleistung deutlich treffen.

Gleichzeitig betonte Habeck aber auch, dass man bei der Unabhängigkeit von russischer Energie große Fortschritte mache: Habe Deutschland vor Beginn des Krieges noch mehr als 50 Prozent der Gaslieferungen aus Russland bezogen, sei dies bereits auf 35 Prozent gesunken.