Was Bezieht Deutschland Aus Russland?

Was Bezieht Deutschland Aus Russland
Die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Russland basieren auf einer langjährigen und engen Kooperation. Nach starken Rückläufen der deutschen Exporte nach Russland sowie des bilateralen Handelsumsatzes insgesamt in den Jahren 2015 und 2016 nahm der Warenhandel in beiden Richtungen im Jahr 2017 wieder eine positive Entwicklung. Das bilaterale Handelsvolumen verzeichnete 2015 mit einem Rückgang um 23,9 Prozent (im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum) auf 51,733 Milliarden Euro den stärksten Rückgang seit dem Krisenjahr 2009.

Im Jahr 2016 hat sich dieser negative Trend mit einem Rückgang um nur noch 6,8 Prozent merklich abgeschwächt. Der bilaterale Handelsumsatz belief sich auf 49,028 Milliarden Euro. Im Jahr 2017 war ein Anstieg um 19,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu verzeichnen – wenngleich von einem niedrigen Ausgangsniveau.

Diese Entwicklung nehmen auch die deutschen Exporte. Während sie 2014 gegenüber dem Vorjahr um 18,4 Prozent und 2015 sogar um weitere 25,8 Prozent zurückgegangen sind, verzeichneten sie 2016 einen Rückgang von nur noch 1,2 Prozent. Der negative Trend der letzten Jahre im bilateralen Handel hat sich 2017 nicht fortgesetzt: die deutschen Exporte nach Russland nahmen wieder um rund 19,8 Prozent zu.

Wesentliche Ursachen für den Rückgang des bilateralen Handels in den letzten Jahren liegen in Strukturschwächen der russischen Wirtschaft. Dies zeigt sich insbesondere in der hohen Abhängigkeit von Öl- und Gasexporten.

Der Rückgang der Öl- und Gaspreise in Verbindung mit der Abwertung des Rubels führte zu geringeren Einnahmen Russlands aus Energieexporten und sinkender Kaufkraft. Die aufgrund der fortbestehenden Destabilisierung der Ost-Ukraine durch Russland verhängten sektoralen EU -Wirtschaftssanktionen und die russischen Gegenmaßnahmen im Agrarbereich haben diesen Trend zusätzlich verstärkt.

Auch die russische Politik der Importsubstitution und Lokalisierung hat sich auf den bilateralen Handel ausgewirkt. Das leichte Wachstum des russischen Bruttoinlandprodukts (BIP) sowie die Zunahme des bilateralen Handelsvolumens im Jahr 2017 gehen hauptsächlich auf den im letzten Jahr angestiegenen Ölpreis zurück.

Russland bleibt größter Energielieferant Deutschlands. Jeweils fast 40 Prozent des deutschen Gas- und Ölbedarfs werden aus russischen Lieferungen gedeckt. Daneben bezieht die deutsche Wirtschaft in erheblichem Umfang Nichteisen-Metalle sowie Eisen und Stahl aus Russland.

Welche Waren beziehen wir von Russland?

Die wichtigsten Exportgüter von Russland nach Ausfuhrwert

Produktkategorie Anteil am Gesamtexport
1 Mineralöl 37,8 %
2 Sonstige Rohstoffe (insbs. Erdgas) 16,7 %
3 Edelsteine und -Metalle (wie Gold, Platinum) 6,4 %
4 Eisen und Stahl 5,9 %

.

Welche Produkte importiert Deutschland aus Russland?

Ukraine-Krieg 25. 03. 2022 Lesezeit 3 Min. Lesezeit 1 Min. Die Abhängigkeit der deutschen Wirtschaft von Lieferungen aus Russland ist wesentlich stärker, als die reinen Zahlen suggerieren. Denn Deutschland importiert vor allem Rohstoffe, die am Anfang der Wertschöpfungskette stehen. Kernaussagen in Kürze:

  • Deutschland importiert aus Russland vor allem jene Rohstoffe und Erzeugnisse, die am Anfang der Wertschöpfungskette vieler Produkte stehen.
  • Von diesen Importen entfallen etwa zwei Drittel auf Erdöl und Erdgas, rund ein Zehntel der Warenimporte sind Nichteisenmetalle.
  • So enthält ein durchschnittliches deutsches Auto im Wert von 50. 000 Euro etwa 500 Euro an russischer Wertschöpfung, davon 150 Euro an russischen Energieprodukten und 350 Euro an anderen Produkten.

Zur detaillierten Fassung Eigentlich ist die Abhängigkeit der deutschen Wirtschaft von Russland überschaubar – so gingen nur 1,9 Prozent der deutschen Exporte im Jahr 2021 nach Russland. Auf der Importseite ist die Abhängigkeit von russischen Produkten aus gesamtwirtschaftlicher Perspektive mit einem Anteil von 2,7 Prozent nur unwesentlich größer. Allerdings greift diese Betrachtung zu kurz. Denn Deutschland importiert vor allem jene Rohstoffe und Erzeugnisse, die am Anfang der Wertschöpfungskette vieler Produkte stehen – vor allem in der chemischen und petrochemischen Industrie.

Lieferausfälle können damit mehrere Produktionsstufen hintereinander stilllegen. Von diesen Importen entfallen etwa zwei Drittel auf Erdöl und Erdgas, rund ein Zehntel der Warenimporte sind Nichteisenmetalle.

Und gerade in diesen Bereichen ist die Abhängigkeit Deutschlands von Russland recht hoch: Immerhin kommen 55 Prozent der deutschen Erdgasimporte aus Russland, beim Erdöl ist es etwa ein Drittel. Je nach Branche ist die Abhängigkeit der deutschen Wirtschaft von russischen Rohstoffen also sehr groß, auch wenn sich das in den Daten zur Endnachfrage kaum ablesen lässt (Grafik): Während im Jahr 2018 im Dienstleistungsbereich nur 0,5 Prozent der für die Endnachfrage in Deutschland benötigten Wertschöpfung aus Russland kamen, waren es im Verarbeitenden Gewerbe 1,9 Prozent. Der Kern des Problems: Im Verarbeitenden Gewerbe entfällt allein ein Drittel der Importe aus Russland auf Energieprodukte wie Erdgas und Erdöl. Die restlichen zwei Drittel sind andere Rohstoffe, Chemikalien, verarbeitete Metallprodukte und Dienstleistungen. Deutschland importiert vor allem jene Rohstoffe und Erzeugnisse aus Russland, die am Anfang der Wertschöpfungskette vieler Produkte stehen.

Auch in der deutschen Automobilindustrie werden wichtige Vorprodukte aus Russland importiert: Immerhin kommen drei Viertel der Importe von Isopren-Kautschuk – der beispielsweise für die Herstellung von Autoreifen eingesetzt wird – aus Russland.

Das Edelmetall Palladium, das für die Herstellung von Autokatalysatoren verwendet wird, stammt ebenfalls zu einem Viertel aus Russland. So enthält ein durchschnittliches deutsches Auto im Wert von 50. 000 Euro etwa 500 Euro an russischer Wertschöpfung, davon 150 Euro an russischen Energieprodukten und 350 Euro an anderen Produkten.

Was und wie viel importiert Deutschland aus Russland?

Wert der deutschen Importe aus Russland von 2008 bis Mai 2022 (in Milliarden Euro)

Merkmal Importe in Milliarden Euro
2019 31,25
2018 35,98
2017 31,37
2016 26,47

.

Was verkauft Russland an Deutschland?

Deutschland importierte im Jahr 2021 Waren im Wert von etwa 33,1 Milliarden Euro aus Russland. Den größten Anteil mit rund 75 Prozent der Gesamtimporte und einem Wert von rund 24,8 Milliarden Euro machten dabei mineralische Brennstoffe und Schmiermittel aus (vor allem Erdöl, Erdgas und Kohle).

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Die Importe dieser Warengruppe sind im Vergleich zum Jahr 2020 um rund 53 Prozent gestiegen. Den nächstgrößten Anteil machen verarbeitete Waren aus mit etwa 4,8 Milliarden Euro und einem Anteil von rund 14,5 Prozent der Gesamtimporte.

Siehe auch unserer Statistik zu deutschen Importen aus Russland bis 2021.

Welche Produkte kommen aus Russland nach Deutschland?

Was importiert Deutschland am meisten aus Russland?

Erdöl und Erdgas machen 59 % aller Importe aus Russland aus Deutschland importierte 2021 vor allem Erdöl und Erdgas im Wert von 19,4 Milliarden Euro – das war ein Zuwachs um 49,5 % und machte 59 % aller Einfuhren aus Russland aus.

Was kommt alles aus Russland?

IW-Kurzbericht Nr. 31 3. April 2022 Rohstoffabhängigkeiten der deutschen Industrie von Russland Russland ist nicht nur ein wesentlicher Gas-Exporteur für Deutschland, sondern liefert auch wichtige Rohstoffe für die deutsche Industrie. Deutschland und der Weltmarkt sind vor allem bei Nickel, Palladium und Chrom abhängig von russischen Exporten.

  1. Dies sind Rohstoffe, die zum Teil schwierig zu substituieren sind;
  2. Daher sind neue Handelsbeziehungen zu alternativen Exportnationen für diese Rohstoffe essenziell;
  3. Russland ist nicht nur ein wesentlicher Gas-Exporteur für Deutschland, sondern liefert auch wichtige Rohstoffe für die deutsche Industrie;

Deutschland und der Weltmarkt sind vor allem bei Nickel, Palladium und Chrom abhängig von russischen Exporten. Dies sind Rohstoffe, die zum Teil schwierig zu substituieren sind. Daher sind neue Handelsbeziehungen zu alternativen Exportnationen für diese Rohstoffe essenziell.

In der Diskussion um ein mögliches Gas-Embargo und die Auswirkungen anderer Sanktionen stellt sich die Frage, wie sehr Deutschland nicht nur vom russischen Gas, sondern auch von anderen russischen Rohstoffen abhängig ist.

Es zeigt sich, dass Russland besonders bei Nickel, Palladium und Chrom eine wichtige Rolle als Exporteur für Deutschland und den Weltmarkt spielt. Auf den ersten Blick erscheint ein Aussetzen der Handelsbeziehungen mit Russland für Deutschland verkraftbar.

Schließlich bezog Deutschland im Jahr 2019 nur 2 Prozent seiner Importe aus Russland. Dabei entfielen insgesamt 7 Prozent auf Rohstoffe. Der Anteil von russischen Importen bei einzelnen Rohstoffen ist jedoch sehr heterogen.

Die Datenbank Comtrade der Vereinten Nationen liefert hierfür umfassende Daten. Die Importgüter werden anhand von Informationen der Deutschen Rohstoffagentur (DERA, 2021) in Rohstoff-Klassen eingeteilt: Bergwerks-, Raffinade- und (ausgewählte) Handelsprodukte.

  • Das Basisjahr für die Importberechnungen ist 2019, um eine Analyse der russischen Rohstoffimporte auf vollständige und aussagekräftige Daten – unbeeinflusst von der Pandemie – zu stützen;
  • Für die Produktion wurden möglichst aktuelle Daten aus den Jahren 2019 und 2020 verwendet;

Die Ergebnisse zeigen, dass Deutschland vor allem bei Nickel von russischen Importen abhängig ist (Abbildung). 40 Prozent aller Nickelimporte stammten 2019 aus Russland. Dabei ist Russland nicht nur für Deutschland, sondern auch für den Weltmarkt ein wichtiger Nickel-Lieferant.

  1. Über 10 Prozent der weltweiten Nickel-Exporte kommen aus Russland;
  2. Somit nimmt Russland Platz drei im Ranking weltweiter Nickel-Exporteure ein;
  3. Dies heißt aber auch, es gibt alternative Export-Länder, an die sich Deutschland bei einem Lieferungsstopp aus Russland wenden könnte: Indonesien und Kanada belegen Platz eins (17,5 Prozent) und Platz zwei (11,8 Prozent) im weltweiten Ranking von Nickel-Exportnationen;

Dass Exporte nur die Handelsbilanz, nicht aber zwangsläufig die Produktionswirklichkeit abbilden, zeigt auch ein Blick auf die Produktionsstätten: Indonesien produziert mit 31,3 Prozent der Weltproduktion am meisten Nickel, gefolgt von den Philippinen mit 13,8 Prozent. Allerdings führte der indonesische Exportstopp von Nickel im Jahr  Inhaltselement mit der ID 10698 Inhaltselement mit der ID 10697 2020 zu einem Handelsstreit zwischen der Europäischen Union (EU) und Indonesien. Die EU legte bei der World Trade Organisation Beschwerde ein. Mit einer Entscheidung der WTO ist jedoch erst Ende dieses Jahres zu rechnen (WTO, 2021). Nickel wird derzeit noch überwiegend in der Herstellung korrosionsfreier Stahllegierungen verwendet. In Zukunft gewinnt die Verwendung in Batterien für die Elektromobilität eine zunehmende Bedeutung (vbw 2021, DERA, 2021).

  • 25,3 Prozent seiner Palladium-Importe bezieht Deutschland aus Russland;
  • Russland ist bei Palladium in unverarbeiteter Pulverform somit Deutschlands wichtigster Handelspartner (mit einem Importwert von über 760 Millionen Euro in 2019);

Die Palladium-Produktion in Russland beläuft sich auf 42 Prozent der weltweiten Produktion von Palladium. Daher ist es nicht erstaunlich, dass russische Exporte insgesamt fast 20 Prozent der Gesamtexporte von Palladium weltweit ausmachen und das Land somit als Exportweltmeister bei Palladium gilt.

  1. Knapp dahinter liegen das Vereinigte Königreich, die USA und Südafrika mit jeweils 18 Prozent, 14 Prozent und 13 Prozent;
  2. Zu den größten Produzenten gehören Südafrika, Kanada und Simbabwe;
  3. Die große Abhängigkeit Deutschlands und des Weltmarktes von russischem Palladium könnte auf eine weitere Problemsituation neben der viel diskutierten Abhängigkeit von Gas-Importen aus Russland hinweisen;

Palladium wird vor allem beim Bau von Autokatalysatoren, in der chemischen Industrie und in der Elektrotechnik verwendet und ist somit ein essenzieller Inputfaktor bei führenden deutschen Industrien. Eine Substitution von Palladium mit Platin ist möglich, jedoch auch kostspielig (vbw 2021, DERA 2021).

  1. Bei Chrom kommen die russischen Importe auf über 20 Prozent aller deutschen Importe;
  2. Zwar machen russische Exporte nur etwa 6 Prozent der weltweiten Chrom-Exporte aus, jedoch liegt Russland damit immerhin auf Platz vier der Chrom-Exportnationen;
See also:  Wie Viel Haushalte Gibt Es In Deutschland?

Hier ist Südafrika ein potenzieller Ersatz-Kandidat für russisches Chrom. Das Land ist etwa für die Hälfte der weltweiten Chrom-Exporte verantwortlich. Auch Kasachstan (19 Prozent) und Indien (8 Prozent) sind weltweit wichtige Exporteure von Chrom. Das Metall kommt in der Produktion von Edelstählen zum Einsatz und wird in der Herstellung von Chemikalien und Pigmenten verwendet (vbw 2021, DERA, 2021).

  • Auch bei anderen Rohstoffen zeigt sich eine gewisse Abhängigkeit von Russland: Russische Importe von Kadmium machen fast 14 Prozent aller deutschen Kadmiumimporte aus;
  • Aktuelle Zahlen für 2021 lassen darauf schließen, dass sich dieser Anteil mehr als halbiert hat, wobei neben der unterschiedlichen Datenquelle eine unterschiedliche Komposition der Rohstoff-Klassifikation beim Vergleich der beiden Zahlen beachtet werden muss;

Außerdem ist noch die Bedeutung Russlands bei den Rohstoffen Aluminium und Phosphate nennenswert. Zwar kommen auf Basis der Aluminium-Klassifikation der DERA (2021) nicht einmal 10 Prozent der deutschen Aluminium-Importe aus Russland, für den Weltmarkt kommt Russland jedoch als drittwichtigster Exporteur von Aluminium eine wesentliche Rolle zu.

  1. Ähnlich sieht es bei Phosphaten aus;
  2. Deutschland importiert nur 5 Prozent der Phosphate aus Russland, auf dem Weltmarkt belegt Russland aber Rang vier unter den Phosphat-Exporteuren mit 10 Prozent am Phosphat-Welthandel;

Der Blick auf die Handelsstatistiken macht deutlich, dass nicht nur Deutschland, sondern auch der Weltmarkt im Hinblick auf Rohstoffe von Russland abhängig ist. Russland ist ein Rohstoffgigant. Daher ist es wichtig, dass Freihandelsabkommen wie TTIP und CETA mit anderen rohstoffreichen und möglichst stabilen Demokratien wie USA, Kanada und Südafrika weiter vorangetrieben und ausdefiniert werden.

  • Es zeigt sich analog zu der Lieferkettenproblematik, dass eine weitere Diversifizierung essenziell für eine stabile Versorgungssicherheit ist;
  • Zu prüfen ist auch, welche nationalen und europaweiten Kapazitäten für einen Abbau und die Weiterverarbeitung essenzieller Rohstoffe möglich sind;

Die dritte Möglichkeit umfasst das Recycling als Quelle von Sekundärrohstoffen und unterstreicht die Bedeutung der Kreislaufwirtschaft in Deutschland und Europa. PDF herunterladen Cornelius Bähr / Melinda Fremerey / Manuel Fritsch / Thomas Obst IW-Kurzbericht Nr. 31 3. April 2022.

Was kommt alles aus Russland?

IW-Kurzbericht Nr. 31 3. April 2022 Rohstoffabhängigkeiten der deutschen Industrie von Russland Russland ist nicht nur ein wesentlicher Gas-Exporteur für Deutschland, sondern liefert auch wichtige Rohstoffe für die deutsche Industrie. Deutschland und der Weltmarkt sind vor allem bei Nickel, Palladium und Chrom abhängig von russischen Exporten.

  • Dies sind Rohstoffe, die zum Teil schwierig zu substituieren sind;
  • Daher sind neue Handelsbeziehungen zu alternativen Exportnationen für diese Rohstoffe essenziell;
  • Russland ist nicht nur ein wesentlicher Gas-Exporteur für Deutschland, sondern liefert auch wichtige Rohstoffe für die deutsche Industrie;

Deutschland und der Weltmarkt sind vor allem bei Nickel, Palladium und Chrom abhängig von russischen Exporten. Dies sind Rohstoffe, die zum Teil schwierig zu substituieren sind. Daher sind neue Handelsbeziehungen zu alternativen Exportnationen für diese Rohstoffe essenziell.

  1. In der Diskussion um ein mögliches Gas-Embargo und die Auswirkungen anderer Sanktionen stellt sich die Frage, wie sehr Deutschland nicht nur vom russischen Gas, sondern auch von anderen russischen Rohstoffen abhängig ist;

Es zeigt sich, dass Russland besonders bei Nickel, Palladium und Chrom eine wichtige Rolle als Exporteur für Deutschland und den Weltmarkt spielt. Auf den ersten Blick erscheint ein Aussetzen der Handelsbeziehungen mit Russland für Deutschland verkraftbar.

  1. Schließlich bezog Deutschland im Jahr 2019 nur 2 Prozent seiner Importe aus Russland;
  2. Dabei entfielen insgesamt 7 Prozent auf Rohstoffe;
  3. Der Anteil von russischen Importen bei einzelnen Rohstoffen ist jedoch sehr heterogen;

Die Datenbank Comtrade der Vereinten Nationen liefert hierfür umfassende Daten. Die Importgüter werden anhand von Informationen der Deutschen Rohstoffagentur (DERA, 2021) in Rohstoff-Klassen eingeteilt: Bergwerks-, Raffinade- und (ausgewählte) Handelsprodukte.

Das Basisjahr für die Importberechnungen ist 2019, um eine Analyse der russischen Rohstoffimporte auf vollständige und aussagekräftige Daten – unbeeinflusst von der Pandemie – zu stützen. Für die Produktion wurden möglichst aktuelle Daten aus den Jahren 2019 und 2020 verwendet.

Die Ergebnisse zeigen, dass Deutschland vor allem bei Nickel von russischen Importen abhängig ist (Abbildung). 40 Prozent aller Nickelimporte stammten 2019 aus Russland. Dabei ist Russland nicht nur für Deutschland, sondern auch für den Weltmarkt ein wichtiger Nickel-Lieferant.

  • Über 10 Prozent der weltweiten Nickel-Exporte kommen aus Russland;
  • Somit nimmt Russland Platz drei im Ranking weltweiter Nickel-Exporteure ein;
  • Dies heißt aber auch, es gibt alternative Export-Länder, an die sich Deutschland bei einem Lieferungsstopp aus Russland wenden könnte: Indonesien und Kanada belegen Platz eins (17,5 Prozent) und Platz zwei (11,8 Prozent) im weltweiten Ranking von Nickel-Exportnationen;

Dass Exporte nur die Handelsbilanz, nicht aber zwangsläufig die Produktionswirklichkeit abbilden, zeigt auch ein Blick auf die Produktionsstätten: Indonesien produziert mit 31,3 Prozent der Weltproduktion am meisten Nickel, gefolgt von den Philippinen mit 13,8 Prozent. Allerdings führte der indonesische Exportstopp von Nickel im Jahr  Inhaltselement mit der ID 10698 Inhaltselement mit der ID 10697 2020 zu einem Handelsstreit zwischen der Europäischen Union (EU) und Indonesien. Die EU legte bei der World Trade Organisation Beschwerde ein. Mit einer Entscheidung der WTO ist jedoch erst Ende dieses Jahres zu rechnen (WTO, 2021). Nickel wird derzeit noch überwiegend in der Herstellung korrosionsfreier Stahllegierungen verwendet. In Zukunft gewinnt die Verwendung in Batterien für die Elektromobilität eine zunehmende Bedeutung (vbw 2021, DERA, 2021).

25,3 Prozent seiner Palladium-Importe bezieht Deutschland aus Russland. Russland ist bei Palladium in unverarbeiteter Pulverform somit Deutschlands wichtigster Handelspartner (mit einem Importwert von über 760 Millionen Euro in 2019).

See also:  Wie Viele Weihnachtsbäume Werden In Deutschland Pro Jahr Verkauft 2020?

Die Palladium-Produktion in Russland beläuft sich auf 42 Prozent der weltweiten Produktion von Palladium. Daher ist es nicht erstaunlich, dass russische Exporte insgesamt fast 20 Prozent der Gesamtexporte von Palladium weltweit ausmachen und das Land somit als Exportweltmeister bei Palladium gilt.

  1. Knapp dahinter liegen das Vereinigte Königreich, die USA und Südafrika mit jeweils 18 Prozent, 14 Prozent und 13 Prozent;
  2. Zu den größten Produzenten gehören Südafrika, Kanada und Simbabwe;
  3. Die große Abhängigkeit Deutschlands und des Weltmarktes von russischem Palladium könnte auf eine weitere Problemsituation neben der viel diskutierten Abhängigkeit von Gas-Importen aus Russland hinweisen;

Palladium wird vor allem beim Bau von Autokatalysatoren, in der chemischen Industrie und in der Elektrotechnik verwendet und ist somit ein essenzieller Inputfaktor bei führenden deutschen Industrien. Eine Substitution von Palladium mit Platin ist möglich, jedoch auch kostspielig (vbw 2021, DERA 2021).

  1. Bei Chrom kommen die russischen Importe auf über 20 Prozent aller deutschen Importe;
  2. Zwar machen russische Exporte nur etwa 6 Prozent der weltweiten Chrom-Exporte aus, jedoch liegt Russland damit immerhin auf Platz vier der Chrom-Exportnationen;

Hier ist Südafrika ein potenzieller Ersatz-Kandidat für russisches Chrom. Das Land ist etwa für die Hälfte der weltweiten Chrom-Exporte verantwortlich. Auch Kasachstan (19 Prozent) und Indien (8 Prozent) sind weltweit wichtige Exporteure von Chrom. Das Metall kommt in der Produktion von Edelstählen zum Einsatz und wird in der Herstellung von Chemikalien und Pigmenten verwendet (vbw 2021, DERA, 2021).

  1. Auch bei anderen Rohstoffen zeigt sich eine gewisse Abhängigkeit von Russland: Russische Importe von Kadmium machen fast 14 Prozent aller deutschen Kadmiumimporte aus;
  2. Aktuelle Zahlen für 2021 lassen darauf schließen, dass sich dieser Anteil mehr als halbiert hat, wobei neben der unterschiedlichen Datenquelle eine unterschiedliche Komposition der Rohstoff-Klassifikation beim Vergleich der beiden Zahlen beachtet werden muss;

Außerdem ist noch die Bedeutung Russlands bei den Rohstoffen Aluminium und Phosphate nennenswert. Zwar kommen auf Basis der Aluminium-Klassifikation der DERA (2021) nicht einmal 10 Prozent der deutschen Aluminium-Importe aus Russland, für den Weltmarkt kommt Russland jedoch als drittwichtigster Exporteur von Aluminium eine wesentliche Rolle zu.

Ähnlich sieht es bei Phosphaten aus. Deutschland importiert nur 5 Prozent der Phosphate aus Russland, auf dem Weltmarkt belegt Russland aber Rang vier unter den Phosphat-Exporteuren mit 10 Prozent am Phosphat-Welthandel.

Der Blick auf die Handelsstatistiken macht deutlich, dass nicht nur Deutschland, sondern auch der Weltmarkt im Hinblick auf Rohstoffe von Russland abhängig ist. Russland ist ein Rohstoffgigant. Daher ist es wichtig, dass Freihandelsabkommen wie TTIP und CETA mit anderen rohstoffreichen und möglichst stabilen Demokratien wie USA, Kanada und Südafrika weiter vorangetrieben und ausdefiniert werden.

  1. Es zeigt sich analog zu der Lieferkettenproblematik, dass eine weitere Diversifizierung essenziell für eine stabile Versorgungssicherheit ist;
  2. Zu prüfen ist auch, welche nationalen und europaweiten Kapazitäten für einen Abbau und die Weiterverarbeitung essenzieller Rohstoffe möglich sind;

Die dritte Möglichkeit umfasst das Recycling als Quelle von Sekundärrohstoffen und unterstreicht die Bedeutung der Kreislaufwirtschaft in Deutschland und Europa. PDF herunterladen Cornelius Bähr / Melinda Fremerey / Manuel Fritsch / Thomas Obst IW-Kurzbericht Nr. 31 3. April 2022.

Waren die aus Russland kommen?

Wie sieht die bisherige Handelsbilanz mit Russland aus? – 2021 stiegen die Exporte aus Russland um 54,2 % gegenüber 2020. Der Wert der von Deutschland aus exportierten Waren nahm im selben Zeitraum mit einem Plus von 15,4 % ebenfalls zu. Damit überstieg der Wert der deutschen Importe aus Russland 2021 im Gegensatz zum Vorjahr wieder den Wert der Exporte nach Russland.

2020 hatte Deutschland erstmals seit 1993 einen Exportüberschuss erzielt. Zu Beginn der Pandemie, Anfang 2020, war vor allem der Wert der Rohöl- und Gasimporte gesunken. Zwischen Russland und Deutschland werden primär Rohstoffe, Fahrzeuge und Maschinen gehandelt.

Deutschland importierte 2021 vor allem Erdöl und Erdgas im Wert von 19,4 Mrd. Euro, was einem Zuwachs von 49,5 % entspricht. Diese machen gleichzeitig 59 % aller Einfuhren aus Russland aus. Von russischer Seite kamen vor allem Metalle (4,5 Mrd. Euro, + 72,1 % gegenüber 2020), Mineralöl- und Kokerei-erzeugnisse (2,8 Mrd.

  • Euro, + 23,0 %) sowie Kohle (2,2 Mrd;
  • Euro, + 153 %) nach Deutschland;
  • Dagegen exportierte Deutschland im Jahr 2021 vor allem Maschinen (5,8 Mrd;
  • Euro, + 5,7 %), Kraftwagen und Kraftwagenteile (4,4 Mrd;
  • Euro, + 31,8 %) sowie chemische Erzeugnisse (3 Mrd;

Euro, +19,7 %) nach Russland.

Welche Lebensmittel Produkte kommen aus Russland?

Was sind russische Spezialitäten? – Typisch russische Spezialitäten sind Pelmeni und Wareniki, deftig oder süß gefüllte Teigtaschen. Eines der Symbole der russischen Küche sind Blini – dünne Pfannkuchen, die wahlweise süß oder herzhaft gefüllt werden können.

Auch Piroggen sind eine Backware mit Füllung, werden aber mit Hefeteig zubereitet und wie kleine Brötchen im Backofen gebacken. Borschtsch, Schtschi und Soljanka sind russische Suppen, die Sie unbedingt kennen lernen müssen.

Fleischgerichte, wie Boeuff Stroganoff oder Hähnchen Tabaka sind ebenfalls ein Muss. Der Olivier-Salat ist die Nummer 1 der Vorspeisen Russlands. Übrigens wird Olivier mit russischer Wurst zubereitet, und diese ist überhaupt fester Bestandteil des Speiseplans eines echten Russen.

Was exportiert Russland in die Welt?

Russland kontert: Importstopp von Westprodukten | Made in Germany

Russland ist damit derzeit (Stand 2/2019) weltweit größter Exporteur von Erdgas und Erdöl und seine Wirtschaft in erheblichem Maße vom Ölpreis abhängig. Daneben besitzt Russland bedeutende Vorkommen an Uran und Torf.