Wer Beliefert Deutschland Mit Gas?

Wer Beliefert Deutschland Mit Gas
Wie abhängig ist Deutschland vom russischen Erdgas? – Die Gasförderung innerhalb der EU ist stark rückläufig. Fossile, klimaschädliche Brennstoffe wie Erdgas gelten aufgrund der EU-Klimaziele als Energieträger mit Ablaufdatum. Deutschland selbst hat kaum Erdgasvorkommen – fünf Prozent des Verbrauchs könnte Deutschland selbst decken – Tendenz fallend. Wer Beliefert Deutschland Mit Gas Umfang der russischen Erdgaslieferungen nach Europa im Jahr 2019 (Statistia / BP) Laut dem “Statistic Review of World Energy” von BP hat Deutschland 2019 gut die Hälfte seiner Erdgasimporte aus Russland bezogen (51 Prozent). Die weiteren Hauptlieferanten für Erdgas sind Norwegen (27 Prozent) und die Niederlande (21 Prozent). Innerhalb der Europäischen Union ist Deutschland mit 55,6 Milliarden Kubikmetern der größte Importeur von Erdgas aus Russland. Zwar hat Deutschland Gas gebunkert, doch liegen die Füllstände bei gerade einmal 35 Prozent der möglichen Auslastung und somit deutlich unter den Füllständen vor einem Jahr.

  1. Während der Energiewende wird Deutschland noch für einige Zeit weiter auf russisches Erdgas angewiesen sein, als Brückentechnologie beim Ausbau der Versorgung mit erneuerbaren Energieträgern;
  2. Sollte Russland wirklich aufhören Gas zu liefern, wäre das mit deutlichen Einschnitten verbunden;

Sollte es in diesem Winter dann noch mal kalt werden, würden nach Berechnungen der Denkfabrik Bruegel die europäischen Gas-Speicher bereits Ende März 2022 leer sein. Dann könnten in Deutschland Heizkörper kalt bleiben. Einfach mehr Gas einkaufen und speichern ist allerdings nicht ohne weiteres möglich.

Zwar erfüllt Russland weiter seine Verträge, aber bietet aber trotz der immensen Nachfrage auf dem Weltmarkt nicht mehr an. Andere Gaslieferanten können nicht ohne weiteres einspringen. Norwegen produziert bereits am Anschlag und die Niederlande wollen nach Erdbeben in Region Groningen eigentlich aus der Erdgasproduktion aussteigen.

Zwar bieten die USA Gas an, Deutschland selbst hat aber keine eignen LNG-Terminals. Ein solcher Gas-Hafen soll in Brunsbüttel entstehen – einen konkreten Zeitplan gibt es dafür bisher aber nicht.

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Wo liefert Russland Gas hin?

Energieexport: Ausbau der Exportmöglichkeiten, Diversifizierung der Abnehmer bis zur russischen Invasion der Ukraine 2022 [ Bearbeiten | Quelltext bearbeiten ] – Russland baute die Möglichkeit zu Exporten von fossiler Energieträger nach Europa bis Anfang des Jahres 2022 permanent aus, jedoch wurden gleichzeitig auch Exportrouten zu alternativen Abnehmern (v.

  1. China) ausgebaut;
  2. Ebenfalls die Kapazitäten zum Export von Flüssigerdgas (LNG), womit Erdgas per Schiff exportiert werden kann wurden weiter erhöht;
  3. Projekte wie Nord Stream ermöglichten den Export von Erdgas direkt von Russland bis nach Deutschland, ein stetiger Ausbau erfolgte, beispielsweise wurde Nord Stream 2 gebaut, trotz Widerstands v;

aus den USA. Die Nutzung der Ostsee erlaubte eine Umgehung der Transitstaaten wie der Ukraine und Polen durch, welche die bestehenden Pipelines, großteils noch in der Sowjetunion gebaut, führten. Dies war nicht nur eine Kostenfrage, denn Nord Stream 2 kostete geschätzte 9,5 Milliarden €uro.

  • Die Beziehungen zur Ukraine änderten sich durch die international nicht anerkannte Annexion der Krim 2014 durch Russland stark und die Pipelines, welche durch Belarus die Ukraine verlaufen wurden wichtiger, aber Transitstaaten wie Polen blieben dennoch;

Russlands Bedeutung für die internationale bzw. besonders für die europäische Energieversorgung in Form einer Abhängigkeit von russischem Öl und Erdgas offenbarte sich durch Russlands Überfall auf die Ukraine im Jahr 2022. Da die EU sowie fast alle europäischen Staaten den Angriff verurteilten und die EU mehrere Sanktionspakete gegen Russland verhängte zeigten sich die Probleme beim Ersetzen von russischem Öl, Gas und in geringerem Ausmaß auch Kohle.

Erdgas ist wegen der nötigen Transportinfrastruktur besonders problematisch. Russland drosselte die Gaslieferungen nach Deutschland, zuvor wurde die Lieferung in mehrere EU-Staaten komplett gestoppt. Der Angriff auf die Ukraine in Verbindung mit weltweit noch gedrosselten Fördermengen infolge der COVID-19-Pandemie führte zu einem Anstieg der Ölpreis von rund 80 US-Dollar auf fast 128 US-Dollar und sanken wegen v.

wegen Rezessionsängsten bis Anfang Juli 2022 auf zeitweise 100 bis 105 US-Dollar. Profiteur der hohen Preise ist ausgerechnet Russland. Der Staat, der vor drei Monaten in die Ukraine einmarschiert ist, hat einer Analyse zufolge in den ersten hundert Kriegstagen 93 Milliarden Euro an Einnahmen aus dem Export fossiler Brennstoffe erzielt.

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Laut CREA entfielen zwischen 24. Februar und 3. Juni 2022 61 Prozent der fossilen Exporte Russlands auf die EU. Dies entspricht demnach 57 Milliarden Euro. Unter den Einzelstaaten war China mit 12,6 Milliarden Euro wichtigster Kunde vor Deutschland mit 12,1 Milliarden und Italien mit 7,8 Milliarden Euro.

Noch intensiver waren die Anstiege beim Gaspreis. Die Gasspeicher in Deutschland waren zu Kriegsbeginn sehr gering gefüllt. Daher wurde nach Drosselung der Lieferungen durch Nord Stream um 60 Prozent der Notfallplan Gas ausgerufen werden. Während kleinere Staaten ihren Bedarf mit LNG decken können, besitzt Deutschland noch keine nötigen Terminals und die benötigten Mengen übersteigen das Angebot.

Der Bau bzw. Ausbau der Exportkapazitäten von Staaten wie Katar oder den USA braucht Zeit und ist kostspielig und erfordert einen Meerzugang um wirtschaftlich zu sein. Kostete der Import je MMBTU Flüssigerdgas im Mai 2020 in die EU noch 1,575 US-Dollar so stieg der Preis im März 2022 auf 42,39 US-Dollar und lag Ende Juni 2022 bei 34,35 US-Dollar.

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Wird Gas im Winter knapp?

Wird “Nord Stream 1” wieder in Betrieb genommen? – Es kann nämlich sein, dass zwar nicht im gesamten Bundesgebiet Knappheit herrscht, aber dafür in einzelnen Bundesländern könnte es eng werden. Die Bundesregierung rechnet mit möglichen regionalen Notlagen im Winter.

Die Bundesregierung schätzt laut Bild-Bericht, dass Deutschland ohne Gas-Knappheit durch den Winter kommt, wenn Russland die Gas-Lieferungen über “Nord Stream 1” wieder auf 40 Prozent hochfährt. Die Chancen stünden laut Bundesregierung aber schlecht – stattdessen erwarte man, dass Putin Vorwände finden wird, die Gas-Lieferungen zu drosseln und zu verzögern.

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Man erwarte daher, dass die Gaspreise um das Doppelte oder gar Dreifache steigen werden. Der Staat könne die Kostenerhöhungen nicht komplett abfedern – auf die Bürger*innen kommen wohl deutliche Mehrkosten zu. Ein weiteres Problem sieht die Bundesregierung darin, dass Deutschland auch im Winter 2023/24 noch abhängig vom russischen Gas sein wird.

Was tun ohne russisches Gas?

Gas sparen bei der Stromerzeugung – Stromkraftwerke machen 31 Prozent des Erdgasverbrauchs in Deutschland aus. Das klingt zwar zunächst sehr viel, allerdings geht der größte Teil davon nicht in die reine Stromerzeugung, sondern in Anlagen der Kraft-Wärme-Kopplung.

Das heißt, es hängen daran auch Wärmeverbraucher: etwa Haushalte, die ans Fernwärmenetz angeschlossen sind, Industriebetriebe oder Raffinerien. Nur ein Teil davon kann auch mit weniger Gas auskommen. Ohne Weiteres ersetzt werden können nur nicht-gekoppelte Gaskraftwerke.

Diese wiederum machen nach einer Studie des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) nur sechs Prozent des deutschen Gasverbrauchs aus. Die immerhin können theoretisch völlig eingespart werden, indem Kohlekraftwerke einspringen. Ein Reaktivieren von Atomkraftwerken ist dafür laut BDEW nicht nötig.

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