Wie Viel Schwule Gibt Es In Deutschland?

Wie Viel Schwule Gibt Es In Deutschland
Demografische Häufigkeit – Schätzungen über die Häufigkeit von Homosexualität variieren beträchtlich und werden durch unterschiedliche, voneinander abweichende Definitionen des Gegenstands zusätzlich verkompliziert. Darüber hinaus ist anzunehmen, dass Umfragen durch die soziale Stigmatisierung der Homosexualität und die damit einhergehende Tendenz zum Verschweigen eher nach unten als nach oben verfälscht sind. So schätzten sich etwa in einer repräsentativen Emnid -Umfrage aus dem Jahr 2000 nur 1,3 bzw.

0,6 Prozent der in Deutschland lebenden Befragten als schwul bzw. lesbisch sowie 2,8 bzw. 2,5 Prozent als bisexuell ein. Gleichzeitig gaben aber 9,4 Prozent der Männer und 19,5 Prozent der Frauen an, sich vom eigenen Geschlecht erotisch angezogen zu fühlen.

Im Jahr 2009 schätzten Forscher des Robert-Koch-Instituts sowie des Wissenschaftszentrum Berlin den Anteil der Männer in der Bundesrepublik, die Sex mit Männern haben, auf 2,5 bis 3,4 Prozent der Bevölkerung, was im Mittel 600. 000 Personen entsprechen würde.

Dem LGBT -Spektrum insgesamt ordneten sich in einer Online-Umfrage 2016 in Deutschland 7,4 Prozent der Befragten zu. Bei einer im Jahr 2003 in Australien durchgeführten Umfrage bezeichneten sich 1,6 Prozent der Männer als homosexuell und 0,9 Prozent als bisexuell; 0,8 bzw.

1,4 Prozent der befragten Frauen gaben an, lesbisch bzw. bisexuell zu sein. In Kanada stuften sich bei einer 2003 durchgeführten Umfrage unter Männern und Frauen im Alter zwischen 18 und 59 Jahren 1,0 Prozent als homosexuell und 0,7 Prozent als bisexuell ein.

In Großbritannien ergab eine Umfrage des Office for National Statistics aus dem Jahr 2011/2012, dass sich 1,1 Prozent aller befragten Personen als schwul oder lesbisch einschätzten, 0,4 Prozent bezeichneten sich als bisexuell, weitere 3,6 Prozent waren sich in Bezug auf ihre Orientierung unsicher.

Laut einer repräsentativen Untersuchung des Center for Disease Control and Prevention (CDC) vom März 2011 bezeichnen sich 1,7 Prozent der amerikanischen Männer zwischen 15 und 44 Jahren als homosexuell. Gary J. Gates von der Universität Kalifornien untersuchte elf US-amerikanische und internationale Studien aus den letzten Jahren; danach ist der Anteil der sich als homosexuell und bisexuell identifizierenden Frauen und Männer in den USA 2004–2009 angestiegen.

Im Schnitt lag der Anteil 2009 bei den nicht-heterosexuellen Frauen bei 3,3 % (1,1 % homosexuell) und 3,6 % bei den Männern (2,2 % homosexuell). Dies bedeutet in absoluten Zahlen, dass etwa 9 Millionen Amerikaner nicht heterosexuell sind.

Laut der US-Studie National Health Interview Survey (NHIS) von 2013 bezeichneten sich 1,6 % der US-Bevölkerung als homosexuell und 0,7 % als bisexuell. Was das tatsächliche Sexualverhalten angeht, kam der Kinsey-Report 1948 zu dem Ergebnis, dass 37 Prozent der männlichen US-Bevölkerung nach Beginn der Pubertät „zumindest einige physische homosexuelle Erlebnisse bis zum Orgasmus” haben und weitere 13 Prozent „erotisch auf andere Männer” reagieren, „ohne tatsächliche homosexuelle Kontakte” zu unterhalten.

Zusammengerechnet seien daher nur 50 Prozent der männlichen erwachsenen Bevölkerung ausschließlich heterosexuell und gar nur vier Prozent ausnahmslos – und über ihr gesamtes Leben hinweg – homosexuell.

Schon bei Kinsey war der Anteil von Homosexualität an der „Gesamt-Triebbefriedung” nichts Festes, sondern hing in hohem Maße von der jeweiligen Klassenzugehörigkeit ab. So pflegten Angehörige der unteren Schichten in dieser Zeit wesentlich mehr homosexuelle Kontakte als das Bürgertum und die Eliten.

  • Jüngere Studien zeigen darüber hinaus, wie sehr diese Zahlen dem historischen Wandel unterliegen können;
  • So gaben in einer Studie zur Jugendsexualität, die 1970 vom Hamburger Institut für Sexualforschung durchgeführt wurde, 18 Prozent der befragten 16- und 17-jährigen Jungen an, gleichgeschlechtliche sexuelle Erfahrungen gemacht zu haben;

Zwanzig Jahre später waren es nur noch zwei Prozent – ohne dass sich der Anteil von Jungen mit heterosexuellen Kontakten dadurch signifikant erhöht hätte. Der Sexualwissenschaftler Volkmar Sigusch erklärt diesen Einbruch gleichgeschlechtlicher Jugenderfahrungen u.

mit der wachsenden öffentlichen Thematisierung von „Homosexualität” und der damit verbundenen Befürchtung der Jungen, aufgrund solcher Handlungen „womöglich als ‚Schwuler‘ angesehen zu werden”. Allerdings verharrte der Anteil der Mädchen mit homosexuellen Kontakten im selben Zeitraum konstant bei sechs Prozent.

Ähnlich stellte auch die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) in ihrer repräsentativen Wiederholungsbefragung zwischen 1980 und 1996 eine Halbierung des Anteils 14- bis 17-jähriger Jungen fest, die angaben, „enge körperliche Erlebnisse” mit dem eigenen Geschlecht gesammelt zu haben (von zehn auf fünf Prozent), während sich umgekehrt der Anteil der Mädchen, die von solchen Erlebnissen berichteten, zwischen 2001 und 2005 von acht auf 13 Prozent erhöhte.

Wie viele homosexuelle Paare gibt es?

Gibt es mehr verheiratete Frauenpaare oder Männerpaare? – Laut den Zahlen zur Eheschließung sind es annähernd gleich viel Männerpaare bzw. Frauenpaare, die heiraten. Ende 2020 haben seit der Eheöffnung laut dem Statistischen Bundesamt 28. 244 Männerpaare und 28.

620 Frauenpaare geheiratet. 2019 und 2020 haben insgesamt mehr Frauenpaare geheiratet (7. 208 im Gegensatz zu 6. 815 Männerpaaren). Zwischen Oktober 2017 und Ende 2018 gab es mehr Eheschließungen zwischen Männern (16.

788) als zwischen Frauen (16. 138). Nach den Zahlen, die auf dem Mikrozensus beruhen, gibt es seit 2020 doppelt so viele verheirateten Männerpaare wie verheiratete Frauenpaare, genauer gesagt  110. 000 verheiratete Männerpaare und 54. 000 verheiratete Frauenpaare.

  1. Wie oben erläutert, liegt hier vermutlich ein Fehler in der Erhebung von Geschlecht vor;
  2. Dem Statistischen Bundesamt zufolge gab es noch bis 2019 annähernd einen Gleichstand;
  3. Von Oktober 2017 bis Ende 2019 haben 23;

581 Männerpaare und 23. 344 Frauenpaare geheiratet. Auf dem Mikrozensus basierende Zahlen ergaben für 2019 28. 000 verheiratete Männerpaare und 24. 000 verheiratete Frauenpaare. .

Wie viele Schwule gibt es in Köln?

Köln – Die rheinische Metropole ist die Schwulen- und Lesbenhauptstadt Deutschlands. Sie ist das Zuhause von 100. 000 homosexuellen Menschen – das sind zehn Prozent der Einwohner. Die Gay-Szene ist daher riesig und bietet verschiedenste Arten von Treffpunkten – von gemütlichen Eckkneipen über angesagte Bars bis hin zu glamourösen Edeldiskotheken.

Wie viele regenbogenfamilien gibt es in Deutschland?

Zahlen von 2018 –

  • Laut dem Mikrozensus 2018, der auf freiwilligen Angaben basiert, leben knapp 15. 000 Mädchen und Jungen unter 18 Jahren in gleichgeschlechtlichen Paarfamilien, 5. 000 bei gleichgeschlechtlichen Ehepaaren und 10. 000 bei eingetragenen Lebensgemeinschaften. (Kinder bei alleinerziehenden bzw. nicht verpartnerten/verheirateten LSBTI sind hier nicht mitgerechnet. ) 
  • Ebenfalls laut Mikrozensus gab es 2018 10. 000 Regenbogenfamilien , davon 4. 000 gleichgeschlechtliche Ehepaare mit minderjährigen Kindern und 6. 000 gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften. Davon hatten jeweils 50 Prozent ein Kind und die anderen 50 Prozent zwei Kinder, unabhängig ob die Paare verheiratet waren oder nicht.
  • Quelle: Familienreport des Bundesfamilienministeriums 2020

Was ist ein 175?

– Die Geschichte des Paragrafen 175 umfasst mehr als 120 Jahre. Er wurde im Deutschen Kaiserreich 1871 eingeführt und stellte „widernatürliche Unzucht” zwischen Männern unter Strafe. Das Strafmaß betrug bis zu 6 Monate Haft. Auch in der Weimarer Republik bestand die Strafvorschrift fort.

Die Verschärfung des Gesetzes erfolgte unter dem Nazi- Regime 1935: Allein ein Verdacht war ausreichend, um bis zu 10 Jahren Gefängnis verurteilt zu werden. Auch nach 1945 fand das Gesetz unverändert den Weg in die noch junge Bundesrepublik.

Trotz seiner Vorgeschichte in der Zeit des Nationalsozialismus sah das Bundesverfassungsgericht 1957 die Strafbestimmung als nicht nationalsozialistisch geprägt und erlaubte ihre weitere Anwendung in der Bundesrepublik. In der DDR hingegen fand die Vorschrift zwischen 1957 und 1968 nur in abgemilderter Form Anwendung und wurde anschließend aus dem Strafgesetzbuch gestrichen.

In der BRD kam es in den 60er Jahren zu Veränderungen. 1969 wurde das Gesetz geändert: Homosexuelle Handlungen zwischen erwachsenen Männern über 21 Jahren wurden straflos gestellt. Trotz der Milderung des Paragrafen war die rechtliche Situation vor allem für junge Homosexuelle prekär: Waren die Personen zwischen 18 und 21 Jahre alt, konnten nach Ermessen des Gerichts beide bestraft werden.

Falls einer der Partner älter und der andere jünger als 21 Jahre war, wurde nur der ältere zur Verantwortung gezogen. 1973 wurde das Alter dann auf 18 Jahre herabgesenkt. Erst mit der Abschaffung des Paragrafen 175 im Jahr 1994 wurde das Schutzalter für homosexuelle Männer dem für andere Menschen angeglichen.

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    Können schwule heiraten?

    Juni 2017 hat der Deutsche Bundestag das Gesetz zur Einführung des Rechts auf Eheschließung für Personen gleichen Geschlechts verabschiedet. Das bedeutet, dass gleichgeschlechtliche Paare seit dem 1. Oktober 2017 ebenfalls heiraten dürfen.

    Können 2 Männer ein Kind adoptieren?

    Gibt es Vor- und Nachteile von Regenbogenfamilien? – Für die meisten LGBT-Familien ist ihr Nachwuchs ein absolutes Wunschkind. Das Paar bereitet sich gründlich auf die Geburt oder die Adoption vor und schafft dadurch wichtige Voraussetzungen für einen guten Start des gemeinsamen Familienlebens.

    • Positiv auswirken kann sich auch die egalitäre Rollenverteilung: Viele Lesben fühlen sich mit dem Gedanken wohl, die Kindererziehung 100-prozentig gleichberechtigt teilen zu können;
    • Studien zufolge sind Kinder aus Regenbogenfamilien nicht häufiger Diskriminierungen ausgesetzt als andere;

    Zwar werden entsprechende Kinder von Gleichaltrigen häufig auch als „lesbisch” oder „schwul” bezeichnet, aber ein stabiles soziales Umfeld scheint diese Hänseleien auszugleichen. Eine harmonische Familie, stabile Freundschaften und eine enge Vernetzung innerhalb der LGBT-Community fallen offenbar mehr ins Gewicht.

    Wie viele Schwule gibt es in Berlin?

    Die Fragen sind echte Dauerbrenner: Wie viele Schwule gibt es eigentlich? Und wie viele leben in welcher Stadt? Genaue Zahlen sind nicht verfügbar, denn man kann nicht davon ausgehen, dass die Befragten bei repräsentativen Umfragen alle wahrheitsgemäß über ihre Sexualität Auskunft geben.

    Epidemiologen haben aber großes Interesse an diesen Zahlen. Ohne sie lässt sich nämlich nicht errechnen, wie stark die Gruppe der Männer, die Sex mit Männern haben (MSM), von HIV oder anderen sexuell übertragbaren Krankheiten betroffen ist.

    Forscher des Robert-Koch-Instituts und der Forschungsgruppe Public Health des Wissenschaftszentrum Berlin (WZB) haben nun Abhilfe geschaffen. Sie schätzten die Zahl der MSM in Deutschland und entwickelten ein Verfahren, um auch Aussagen über ihre Verteilung in den Städten und Regionen der Republik zu machen.

    Davon ausgehend errechneten sie, wie stark HIV und Syphilis regional unter MSM verbreitet sind (in Fachsprache: die MSM-spezifische Inzidenz). Die Ergebnisse sind jetzt in englischer Sprache im frei zugänglichen Online-Forum BioMed Central veröffentlicht worden.

    Die PDF-Dateien stehen auch in der DAH-Mediathek zur Verfügung ( Verteilung von MSM in Deutschland , MSMspezifische Inzidenz ). In Deutschland leben rund 600. 000 Männer, die Sex mit Männern haben, 80. 000 in Berlin. Die wichtigsten Zahlen in Kürze: Nach den Schätzungen der Forscher gehören 2,5 bis 3,4 Prozent der Männer zwischen 20 und 59 Jahren in Deutschland zur Gruppe der MSM.

    See also:  Wie Viele Radiosender Gibt Es In Deutschland?

    In absoluten Zahlen sind das 575. 000 bis 785. 000. Bei ihren weiteren Berechnungen gingen die Wissenschaftler meist von 600. 000 MSM aus. Sie legten bei dieser Schätzung eine repräsentative Umfrage der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA) zugrunde und korrigierten die Zahl der MSM leicht nach oben.

    Um die regionale Verteilung zu ermitteln, verwendeten sie Daten aus zwei großen Studien zum Themenkomplex HIV und Safer Sex, deren Teilnehmer überwiegend über das Internet rekrutiert worden waren (KABaSTI-Studie, „Bochow-Studie”). Die Teilnehmer waren auch nach den ersten Ziffern ihrer Postleitzahl gefragt worden.

    1. Außerdem bezogen die Forscher die Zahl der Gay-Romeo-Profile in den jeweiligen Städten und Regionen mit ein;
    2. Ergebnis: Die höchste Konzentration von MSM findet sich erwartungsgemäß in großen Städten;
    3. Einsame Spitze ist Berlin, dort ist nach dieser Schätzung der MSM-Anteil an der Bevölkerung sechsmal so hoch wie ihr Anteil an der männlichen Bevölkerung insgesamt;

    Es folgen Hamburg (vier bis sechsmal so hoch), Frankfurt und Köln (je drei mal so hoch). In absoluten Zahlen leben demnach in Berlin rund 80. 000 MSM, in Köln bis zu 37. 000, in Hamburg etwa 30. 000. In den Zentren schwulen Lebens liegen erwartungsgemäß auch besonders hohe HIV- und Syphilis-Inzidenzen vor.

    • Sie lassen sich auf Basis der Schätzung in Kombination mit den Meldedaten des RKI ermitteln;
    • In großen Städten mit einer gut ausgebildeten Infrastruktur für schwule Männer sind demnach 10 bis 12 Prozent der MSM HIV-positiv;

    Insgesamt sind es in Deutschland – je nach zugrunde gelegtem Homoanteil an der männlichen Bevölkerung – zwischen 4,9 und 6,7 Prozent (immer bezogen auf die Altersgruppe der 20- bis 59-Jährigen).

    Ist Köln eine Schwulenhochburg?

    LGBTI*-Guide für Köln – Nicht umsonst ist Köln Hochburg der Schwulen und Lesben in Deutschland. Denn die Kölner sind bodenständig, manchmal ein wenig direkt, kommunikativ, lebensbejahend und weltoffen. Dies äußert sich auch in Sprüchen, die immer wieder gerne angebracht werden: „Et hätt noch immer jot jejange”, ist einer davon oder „Jeder Jeck is anders”, der die sprichwörtliche Toleranz plakativ zum Ausdruck bringt.

    Wie tief die Szene verwurzelt ist, zeigt sich auch in der enormen Dichte an schwul-lesbischen Lokalen – von gemütlichen Cafés und Restaurants bis hin zu stylischen Bars und Clubs. Auch in zahlreichen kleinen Designer-Boutiquen, die man zum Beispiel im Belgischen Viertel findet, spiegeln sich Kölns kreative Strömungen wider.

    Neben einer der meist besuchten Einkaufsstraße Deutschlands, der Schildergasse, besteht ein vielfältiges Angebot in kleineren Flaniermeilen. Selbst extravagante oder exklusive Wünsche bleiben hier nicht offen.

    Wie viele Lesben leben in Köln?

    Jeder zehnte Kölner ist LSBTIQ : Köln ist eine Hochburg schwul-lesbischen Lebens – Der große CSD? Ist doch nur eine von unzähligen Partys an diesem Wochenende in Köln. Kommt alle her! Foto: Max Grönert

    • 06. 06. 19, 13:29 Uhr

    Köln – Köln gilt als Hochburg schwul-lesbischen Lebens. Dies wird durch eine neue Studie mit Zahlen belegt. Die Regenbogenflagge ist ein enormer Wirtschaftsfaktor. 10,6 Prozent der Kölner zwischen 18 und 75 Jahren bezeichnen sich als lesbisch, schwul, bisexuell, trans, inter oder queer, kurz: LSBTIQ, wie es Experten abkürzen.

    Das sind mehr als 87 000 Kölner. Der Anteil in Köln liegt deutlich über dem Bundesdurchschnitt (6,9 Prozent). 53 Prozent aller Kölner finden diese Tatsache gut, lediglich 17 Prozent bewerten es negativ, so die 100 Seiten dicke Studie, die die Stadt auf Initiative der Arbeitsgemeinschaft Lesben, Schwule und Transgender in Auftrag gegeben hat.

    Der Ruf des toleranten Köln zieht Menschen an. Beachtlich ist, dass überdurchschnittlich viele LSBTIQ (78 Prozent) nicht in Köln geboren wurden, sondern im Erwachsenenalter hierher gezogen sind. Die eigene sexuelle Orientierung war mit 51 Prozent der meistgenannte Umzugsgrund.

    Auch bemerkenswert: LSBTIQ haben im Schnitt ein höheres Einkommen als Heteros und geben mehr Geld aus – besonders für Kultur, für Städtereisen und in der Gastronomie. Das schwul-lesbische Leben ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor, die Untersuchung kann das belegen, wie der „Express” berichtet – 86 Prozent der befragten Unternehmen-Chefs in Köln sagen: „Das Klima von Toleranz und Weltoffenheit macht Köln attraktiv für hoch qualifizierte Fachkräfte.

    ” Eine Mehrheit der Unternehmen (53 Prozent ) sagt, dass dies bei der Entscheidung, sich in Köln anzusiedeln, wichtig gewesen sei. Bei jüngeren Unternehmen sind es sogar 67 Prozent. Die Studie wurde von „Wenzel Marktforschung” erstellt. Die Experten geben auch Empfehlungen.

    • Köln dürfe sich nicht selbstzufrieden ausruhen: „Damit Köln noch stärker in der nationalen und internationalen Geschäftswelt als attraktiver Wirtschaftsstandort wahrgenommen wird, sollte der LSBTIQ-freundliche Markenkern deutlicher hervorgehoben werden;

    ” Die Experten regen eine eigene „Willkommenskultur” an, etwa durch Regenbogenfahnen am Hauptbahnhof. Auch solle Köln mehr klare Kante gegen (Rechts-)populismus zeigen. „Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass LSBTIQ und das tolerante Image Kölns zusammenhängen und ein ernstzunehmender Wirtschaftsfaktor für Köln sind”, erklärt Oberbürgermeisterin Henriette Reker: „Wir müssen dafür Sorge tragen, dass dieses vielfältige und bunte Klima für alle auch in Zukunft erhalten bleibt.

    Wie nennt man Kinder von gleichgeschlechtlichen Eltern?

    Regenbogenfamilien werden Familien genannt, bei denen Kinder bei zwei gleichgeschlechtlichen Partnern als eine Familie leben. Die beiden weiblichen bzw. die beiden männlichen Elternteile können – sofern dies gesetzlich zulässig ist – miteinander verheiratet sein in gleichgeschlechtlicher Ehe ; alternative Formen der elterlichen Verbindung sind eingetragene Partnerschaften und formlose Verbindungen von Lebensgefährten.

    1. Seit Juli 2011 wurde auf dem ersten internationalen Symposium von LGBT -Familien-Organisationen aus Europa, den USA und Kanada der „International Family Equality Day” ausgerufen – ein internationaler Tag der Regenbogenfamilien;

    Als Zeichen der Solidarität und zur Gleichstellung von Regenbogenfamilien soll dieser Tag alljährlich am ersten Sonntag im Mai weltweit gefeiert werden. Der Name leitet sich von der Regenbogenflagge, einem weltweiten Symbol für Schwule und Lesben, ab.

    Können Lesben heiraten?

    Weiterlesen –

    • Ehe für Alle – eine Chronik. 30 Jahre Kampf für Gleichstellung
    • Eingetragene Lebenspartnerschaft, Gleichstellung und Eheöffnung. Rückblick über die Gesetzesinitiativen (1990 – 2017)
    • Holterdiepolter aber alternativlos. Ehe für Alle – Die fünf spannenden Tage zur Ehe-Öffnung
    • Öffnung der Ehe weltweit. Diese Länder haben die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare geöffnet
    • Positionen der Parteien zur Eheöffnung. Wann haben die Parteien sich erstmalig für die Ehe für Alle ausgesprochen?

    Werden Regenbogenfamilien akzeptiert?

    Aktuelle Rechtslage für Regenbogenfamilien – Die Ehe für alle war ein großer Schritt für eine gleichberechtigte Familiengründung. Seit dem 1. Oktober 2017 können gleichgeschlechtliche Ehepaare gemeinsam – und nicht etwa nacheinander – fremde Kinder adoptieren.

    • Ein rechtlicher Unterschied zwischen Regenbogenfamilien und Familien mit verschiedengeschlechtlichen Eltern besteht bis heute jedoch im Abstammungsrecht und damit auch in der rechtlichen Absicherung der Kinder;

    Dies wirkt sich vor allem auf Regenbogenfamilien aus, in welchen ein*e Partner*in leiblicher Elternteil des Kindes ist. Kinder, die in einer verschiedengeschlechtlichen Ehe geboren werden, verfügen von Geburt an über zwei rechtliche Elternteile und zwar auch dann, wenn die Umsetzung des Kinderwunsches z.

    mittels einer fremden Samenspende erfolgt ist. Im Gegensatz dazu haben Kinder aus lesbischen Inseminationsfamilien zum Zeitpunkt ihrer Geburt nur einen rechtlichen Elternteil, nämlich die Frau, die sie zur Welt gebracht hat.

    Sind Mutter und Vater in verschiedengeschlechtlichen Partnerschaften unverheiratet, so können die Vaterschaftsanerkennung sowie die Regelung einer gemeinsamen Sorge ebenfalls bereits vor der Geburt des Kindes erfolgen, sodass auch diese Kinder zum Zeitpunkt der Geburt zwei rechtliche Elternteile haben.

    In Regenbogenfamilien müssen Lebenspartner*innen und seit Oktober 2017 auch gleichgeschlechtliche Ehepartner*innen das leibliche Kind ihres Partners bzw. ihrer Partnerin nach wie vor adoptieren (Stiefkindadoption), um eine tatsächlich bestehende Eltern-Kind-Beziehung mit der sozialen Mutter auch rechtlich abzusichern.

    Dieses Verfahren kann unterschiedlich lange dauern und sorgt letztlich dafür, dass das Kind bis zur Beendigung des Verfahrens nur einen rechtlichen Elternteil hat. Bis zur Öffnung der Ehe 2017 war die gemeinschaftliche Adoption durch gleichgeschlechtliche Paare einer der letzten großen Rechtsbereiche, in welchem Unterschiede zu Ehepaaren bestanden.

    Um eine komplette Gleichstellung zu verhindern, argumentierten Kritiker*innen im Gegensatz zu den 1990er-Jahren zunehmend mit dem möglicherweise gefährdeten Kindeswohl. Sie sahen die besten Bedingungen für das Aufwachsen von Kindern in Familien mit Vater und Mutter und äußerten verschiedene Befürchtungen im Hinblick auf die Entwicklung von Kindern in Regenbogenfamilien.

    Befürworter*innen der Gleichstellung und damit auch der gemeinschaftlichen Adoption entgegneten im Zuge dessen, dass gerade die Gleichstellung von lesbischen und schwulen Paaren mit Ehepaaren dem Kindeswohl zuträglich sei, da nur diese eine ausreichende Rechtssicherheit für die Familien und damit auch die Kinder darstellte.

    War Homosexualität in der DDR verboten?

    Fehlende Öffentlichkeit: Schwul-lesbisches Leben nach dem 17. Juni – In diesem Klima war kein Platz für Schwule und Lesben. Die Agrarwissenschaftlerin und lesbische Aktivistin Ursula Sillge spricht davon, dass es in den 1950er Jahren in Ost-Berlin und Dresden je eine Kneipe für Lesben gegeben habe.

    Die traditionelle schwul-lesbische Kneipenszene um die Friedrichstraße in Berlin-Mitte war aufgrund der restriktiven Politik der SED infolge des 17. Juni 1953 kaum noch vorhanden. In den 1960er Jahren wandelten sich manche Kneipen im Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg und rund um den Alexanderplatz zu inoffiziellen Treffpunkten.

    Aber diese Lokale, die nur Eingeweihten bekannt waren, spielten als Treffpunkte zu Beginn der 1960er Jahre eine deutlich geringere Rolle als einschlägige Lokale in der Bundesrepublik. DDR-weit gab es davon außerhalb Ost-Berlins insgesamt eine Handvoll in Leipzig, Dresden, Halle und Cottbus.

    Mitte der 1980er Jahre waren in Ost-Berlin drei bis vier Lokale bekannt. Zum Vergleich: Bereits im Kaiserreich existierten allein in Berlin mehr als 20 solcher Wirtshäuser, über die es seit den 1880er Jahren schon spezielle Reiseführer gab.

    Vor dem Ersten Weltkrieg sollen es in Berlin rund 40 gewesen sein. In der Weimarer Republik wird dann von 90 bis 100 berichtet. Für die 1950er Jahre wird allein für Frankfurt am Main von sechs Bars gesprochen. In Hamburg gab es „18 Klappen und 17 einschlägige Lokale”.

    Selbst in Ludwigshafen sind seit den 1960er Jahren sechs Treffpunkte belegt. Die zwangsweise Schließung der bekannten Ost-Berliner Schwulenkneipe „Mulackritze” wirft die Frage auf, inwieweit Gasthäuser, die bekannte Treffpunkte für schwule Männer waren, gezielt geschlossen wurden.

    Die DDR war praktisch ein Land ohne öffentliche Orte für Homosexuelle. Das Klima war geprägt von medialer Verunglimpfung, staatlicher Überwachung und polizeilicher Verfolgung, ähnlich der Situation in der UdSSR. Auch schwul-lesbische Kontaktanzeigen durften erst Mitte der 1980er Jahre erscheinen.

    • In der Bundesrepublik hingegen war die Kommunikation innerhalb einer Szene anhand eigenständiger Publikationen seit Ende der 1960er Jahre möglich;
    • Zwar wurden bestehende Zeitschriften wiederholt verboten, doch es gab hier die in der Schweiz erscheinende Zeitschrift Der Kreis;
    See also:  Was Sind Die Nachbarländer Von Deutschland?

    Dadurch konnte im Westen an die Tradition der Zeitschriften und Druckerzeugnisse für Homosexuelle angeknüpft werden, wie sie mit Der Eigene im Deutschen Reich seit 1896 bestanden hatten. Eine vergleichbare Öffentlichkeit war in der DDR nicht vorhanden ¬und so war es schwer, Gleichgesinnte zu treffen oder untereinander zu kommunizieren.

    Dieser Situation geschuldet nutzte man öffentliche Plätze, um in Kontakt zu treten: Öffentliche Toiletten, sogenannte Klappen, wurden zu Treffpunkten, Parks zu potenziellen Partnerbörsen. Diese Orte sind für Berlin ebenso wie in Leipzig, Dresden oder Erfurt belegt.

    Selbst Kontakte zu sowjetischen Soldaten sind überliefert, die diese Art von Treffpunkten aus der UdSSR kannten. Wichtig für die Männer in der DDR war, dass aus den „flüchtigen Bekanntschaften” auch feste Freundschaften werden konnten. Die Notwendigkeit, sich dort zu treffen, führte – anders als in der UDSSR oder auch der Bundesrepublik, wo eher die Anonymität gesucht wurde – zu einem starken Gemeinschaftsgefühl.

    • Freilich waren auch diese Orte in der DDR nicht „geheim”, sondern als „Kriminalitätsschwerpunkte” bei der Volkspolizei verzeichnet und wurden überwacht;
    • Ein öffentliches schwul-lesbisches Leben war in der DDR nicht vorhanden;

    In der Bundesrepublik, zu der es bisher nur einzelne Lokalstudien gibt, fand man, trotz starker Repressionsmaßnahmen, versteckte Ansätze eines solchen Lebens. Rechtlich änderte sich die Lage 1968 mit dem neuen DDR-Strafgesetzbuch, in dem der Paragraf 175 durch den Paragrafen 151 ersetzt wurde.

    1. Fortan war Homosexualität zwischen Erwachsenen nicht mehr strafbar;
    2. Der homosexuelle Kontakt zu Jugendlichen wurde allerdings weiterhin unter Strafe gestellt, erstmals nun auch bei Frauen;
    3. Allerdings nutzten die DDR-Medien diese Verbesserung der Rechtslage nicht, das im Vergleich zur Bundesrepublik fortschrittlichere Handeln hervorzuheben und an die Tradition der deutschen Arbeiterbewegung zu erinnern;

    Das Stigma blieb. Erst in den 1980er Jahren finden sich Berichte in der Presse, die die Änderung der Gesetzeslage für Homosexuelle 1968 explizit thematisieren.

    Warum sagt man 175er?

    Fußnoten [ Bearbeiten | Quelltext bearbeiten ] –

    1. ↑ Paragraf 175 1. Januar 1872–1. September 1935 bei lexetius. com.
    2. ↑ Paragraf 175b 1. September 1935–1. September 1969 bei lexetius. com.
    3. ↑ Hochspringen nach: a b § 175a Strafgesetzbuch für das Deutsche Reich vom 15. Mai 1871 , Artt. 6 Nr. 2, 14 des Gesetzes vom 28. Juni 1935.
    4. ↑ Die Peinliche Gerichtsordnung Kaiser Karls V (Carolina) , hrsg. und komm. von Friedrich-Christian Schroeder (Stuttgart: Reclam, 2000).
    5. ↑ GStA Koblenz – Wir über uns / Geschichte ( Memento vom 1. Mai 2015 im Internet Archive )
    6. ↑ Br. des Obertr. , S. Str. , Nr. 48, vom 1. Juli 1853. (Entsch. Band XXVI, S. 403. ); Siehe auch den obigen Kommentar von 1864.
    7. ↑ Stümke 1989: 50 f.
    8. ↑ Alexander Zinn: “Aus dem Volkskörper entfernt”? S. 61 f.
    9. ↑ Friedrich Radszuweit: Irrlehren über die Homosexualität. § 175 muss abgeschafft werden! Denkschrift an den Deutschen Reichstag zur Beseitigung einer Kulturschande. herausgegeben von Bund für Menschenrechte, Berlin 1927, 14 Seiten
    10. ↑ Stümke 1989, 65 f.
    11. ↑ „Statistisches Reichsamt” Jürgen Baumann: Paragraph 175 , Luchterhand, Darmstadt 1968 Zusammengefasst in: Hans-Georg Stümke, Rudi Finkler: Rosa Winkel, rosa Listen , Rowohlt TB-V. , Juli 1985, ISBN 3-499-14827-7 , S. 262.
    12. ↑ Günter Grau , Rüdiger Lautmann : Lexikon zur Homosexuellenverfolgung 1933–1945 : Institutionen–Kompetenzen–Betätigungsfelder. Lit, Berlin/Münster 2011, ISBN 978-3-8258-9785-7 , S. 152.
    13. ↑ Hochspringen nach: a b c Alexander Zinn: “Aus dem Volkskörper entfernt”? Homosexuelle Männer im Nationalsozialismus. 279–289.
    14. ↑ Die Verschärfung des Paragrafen 175 auf rosawinkel. de , abgerufen am 7. April 2017.
    15. ↑ Alexander Zinn: Gab es eine Lesbenverfolgung durch das NS-Regime? , abgerufen am 26. August 2018.
    16. ↑ Alexander Zinn: “Aus dem Volkskörper entfernt”? Homosexuelle Männer im Nationalsozialismus. 283–285.
    17. ↑ Michael Grüttner : Das Dritte Reich. 1933–1939 (=  Gebhardt. Handbuch der deutschen Geschichte. Band 19). Klett-Cotta, Stuttgart 2014, S. 420 f.
    18. ↑ Alexander Zinn: “Aus dem Volkskörper entfernt”? Homosexuelle Männer im Nationalsozialismus. 305–309.
    19. ↑ Pretzel 2000, 23.
    20. ↑ Ralf Gebel: „Heim ins Reich!” Konrad Henlein und der Reichsgau Sudetenland (1938–1945). In: Veröffentlichungen des Collegium Carolinum. Auflage. Band   83. Oldenbourg Verlag, München 2000, S. 176   f.
    21. ↑ Angelika von Wahl: How Sexuality Changes Agency: Gay Men, Jews, and Transitional Justice. In: Susanne Buckley-Zistel, Ruth Stanley (Hrsg. ): Gender in Transitional Justice (Governance and Limited Statehood). Palgrave Macmillan, 2011, S. 205. Das entsprechende Kapitel mit identischem Absatz findet sich auch auf S. 16 von diesem Aufsatz ( Memento vom 4.
    22. ↑ Christian Schäfer: „Widernatürliche Unzucht” (2006), S. 253 ( eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche)
    23. ↑ Rainer Hoffschildt: 140. 000 Verurteilungen nach „§ 175″. In: Fachverband Homosexualität und Geschichte e. (Hrsg. ): Invertito – 4. Jg. – Denunziert, verfolgt, ermordet: Homosexuelle Männer und Frauen in der NS-Zeit. MännerschwarmSkript Verlag, Hamburg 2002, ISBN 3-935596-14-6 , S. 140–149.
    24. ↑ Wolfert, Raimund. “Zwischen den Stühlen – die deutsche Homophilenbewegung der 1950er Jahre”. Forschung im Queerformat: Aktuelle Beiträge der LSBTI*-, Queer- und Geschlechterforschung, edited by Bundesstiftung Magnus Hirschfeld, Bielefeld: transcript Verlag, 2014, S. 87–104.

      September 2012 im Internet Archive ) der Autorin. Er ist als PDF auf der Website des European Consortium for Political Research zum Download erhältlich. https://doi. org/10. 1515/transcript. 9783839427026. 87 , S.

      87f.

    25. ↑ Kraushaar 1997, 62.
    26. ↑ Speier 2018, 47—70.
    27. ↑ Gottfried Lorenz: Richard Gatzweiler. Anlässlich der Führung durch die Ausstellung „Homosexuellenverfolgung in Hamburg” (Staatsbibliothek Hamburg) am 25. Februar 2007.
    28. ↑ Hochspringen nach: a b Andreas Pretzel: NS-Opfer unter Vorbehalt: Homosexuelle Männer in Berlin nach 1945. Lit Verlag, Berlin/Hamburg/Münster 2002, ISBN 3-8258-6390-5 , S. 306 f.
    29. ↑ BVerfG, Urteil vom 10. Mai 1957, Az. 1 BvR 550/52, BVerfGE 6, 389 – Homosexuelle.
    30. ↑ Nadine Drönner: Das „Homosexuellen-Urteil” des Bundesverfassungsgerichts aus rechtshistorischer Perspektive. In: Beiträge zur Rechtsgeschichte des 20. Jahrhunderts. Nr. 115. Mohr Siebeck, Tübingen 2020, ISBN 978-3-16-157572-3 , doi : 10. 1628/978-3-16-157572-3 ( mohrsiebeck. com – Dissertation, Goethe-Universität Frankfurt am Main, 2018).
    31. ↑ E 1962 , BT-Drs. IV/650.
    32. ↑ BT-Drucksache IV/650, Seite 375ff
    33. ↑ Uwe Scheffler: Das Reformzeitalter 1953–1975 ( Memento vom 9. Januar 2016 im Internet Archive ) (PDF; 535 kB), Europa-Universität Viadrina – Rechtswissenschaften, 2008, S. 186.
    34. ↑ Bernhard Nolz: „Schwule Säue!” ( Memento vom 12. Juni 2007 im Internet Archive ), Informationsdienst Wissenschaft und Frieden, 3/1995.
    35. ↑ Stümke 1989: 138 f.
    36. ↑ Zitiert nach Ron Steinke: „Ein Mann, der mit einem anderen Mann…” – Eine kurze Geschichte des § 175 in der BRD , Forum Recht, Heft 2/2005, S. 60–63.
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    38. ↑ Michael Glas: 100 Jahre Schwulenbewegung – Teil 3 – Die Formierungsphase ab 1969 ( Memento vom 11. Dezember 2011 im Internet Archive ), 28. September 1997, Version: 20. Februar 1998, nuernberg. gay-web. de.
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    40. ↑ BVerfG, Beschluss vom 2. Oktober 1973 , Az. 1 BvL 7/72, Leitsatz.
    41. ↑ Christian Schäfer: „Widernatürliche Unzucht” (§§ 175, 175 a, 175 b, 182 a. StGB) , Berliner Wissenschaftsverlag 2006, ISBN 3-8305-1241-4 , S. 216.
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    46. ↑ Leserbriefe: Helmut Schmidt stellt klar. In: Welt Online. 11. April 2010, abgerufen am 11. Mai 2011.
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    49. ↑ Vertrag zwischen der DDR und der Bundesrepublik Deutschland über die Herstellung der Einheit Deutschlands -Einigungsvertrag- (1990). In: verfassungen. de. Abgerufen am 17. Februar 2015.
    50. ↑ Anlage II Kap. III Sachgebiet C Abschnitt I Nr. 1 des Einigungsvertrages.
    51. ↑ BT-Drs. 14/8276 (Gesetzentwurf; PDF; 265 kB), 14/9092 (Beschlussempfehlung des Rechtsausschusses; PDF; 275 kB)
    52. ↑ Hochspringen nach: a b Plenarprotokoll 14/237 (PDF; 1,2 MB) S. 23733 ff. , 23741.
    53. ↑ Rehabilitierung und Entschädigung der nach 1945 in Deutschland wegen homosexueller Handlungen Verurteilten. In: dipbt. bundestag. de. 17. Dezember 2008, abgerufen am 17. Februar 2015.
    54. ↑ Beschlussempfehlung und Bericht. In: dipbt. bundestag. de. 20. März 2009, abgerufen am 17. Februar 2015.
    55. ↑ Entschließung des Bundesrates für Maßnahmen zur Rehabilitierung und Unterstützung der nach 1945 in beiden deutschen Staaten wegen einvernehmlicher homosexueller Handlungen Verurteilten. In: dipbt. bundestag. de. 27. April 2012, abgerufen am 17. Februar 2015.
    56. ↑ Siehe hierzu: Antwort des Bundesministerium der Justiz im Namen der Bundesregierung auf die schriftliche Frage von Angelika Graf (Rosenheim) (SPD) zum Umsetzungsstand der Bundesratsinitiative, Bundestagsdrucksache 17/14744 , Nr. 30.
    57. ↑ Rehabilitierung und Entschädigung der nach 1945 in Deutschland wegen homosexueller Handlungen Verurteilten. In: dipbt. bundestag. de. Dezember 2010, abgerufen am 17. Februar 2015.
    58. ↑ Maßnahmen zur Rehabilitierung und Unterstützung der nach 1945 in beiden deutschen Staaten wegen einvernehmlicher homosexueller Handlungen Verurteilten. In: dipbt. bundestag. de. November 2012, abgerufen am 17. Februar 2015.
    59. ↑ Rehabilitierung und Entschädigung der verfolgten Lesben und Schwulen in beiden deutschen Staaten. In: dipbt. bundestag. de. 26. September 2012, abgerufen am 17. Februar 2015.
    60. ↑ Bundesregierung rehabilitiert verurteilte Homosexuelle. In: Süddeutsche. de. 22. März 2017, abgerufen am 26. Juni 2017.
    61. ↑ Artikel 5 des Gesetzes vom 11. Juli 2022 ( BGBl. I S. 1082, 1083 )
    62. ↑ Hochspringen nach: a b Tilmann Warnecke: Bundestag beschließt Rehabilitierung von Schwulen. In: Tagesspiegel online. 23. Juni 2017, abgerufen am 26. Juni 2017.
    63. ↑ Peinliche Halsgerichtsordnung Kaiser Karls V. (Constitutio Criminalis Carolina) von 1532 ( Memento vom 19. Juli 2011 im Internet Archive ) (PDF; 695 kB), bei smixx. de
    64. ↑ Allgemeines Landrecht für die Preußischen Staaten (01. 06. 1794), Zweyter Theil – opinioiuris. de. In: opinioiuris. de. März 2013.
    65. ↑ Hochspringen nach: a b Christian Friedrich Koch: Allgemeines Landrecht für die preußischen Staaten. verm. Aufl. Band 2,2,2 = 4,2, Nachtr. Reg. , Berlin 1864, S. 141. (bei dlib-pr. mpier. mpg. de).
    66. ↑ RGBl. 1871, S. 127. Siehe auch Strafgesetzbuch für den Norddeutschen Bund. Decker, Berlin 1870, S. 46. In: Deutsches Textarchiv , abgerufen am 8. August 2013.
    67. ↑ Das Strafgesetzbuch für das Deutsche Reich nebst dem Einführungsgesetz in kurzen Erläuterungen, bearbeitet von Dr. Hermann Göbel, Direktor am Landgericht I zu Berlin, Verlag C. Hirschfeld, Leipzig 1913.
    68. ↑ Art. 6 des Gesetzes zur Änderung des Strafgesetzbuchs vom 28. Juni 1935, RGBl. I S. 839.
    69. ↑ Strafgesetzbuch und andere Strafgesetze , hrsg. von dem Ministerium der Justiz der Deutschen Demokratischen Republik, Deutscher Zentralverlag, Berlin 1951.
    70. ↑ Strafgesetzbuch der Deutschen Demokratischen Republik , herausgegeben vom Ministerium der Justiz, 8. Auflage. Staatsverlag der Deutschen Demokratischen Republik, Berlin 1984.
    71. ↑ Plenarprotokoll 12/216 (PDF; 6,1 MB), S. 18. 698–18. 706.
    72. ↑ BGBl. 1994 I S. 1168
    73. ↑ BGBl. 2002 I S. 2714 (PDF; 16 kB)
    74. ↑ Zeit. de: Kabinett beschließt Rehabilitierung verurteilter Homosexueller. Abgerufen am 20. Juni 2017.

    Welcher Paragraph wurde abgeschafft?

    Paragraph 175 Strafgesetzbuch (StGB) kriminalisierte über 123 Jahre Homosexualität und legitimierte staatliche Verfolgung von schwulen und bisexuellen Männern. Erst seit dem 11. Juni 1994 gibt es in Deutschland keine strafrechtliche Sondervorschrift zur Homosexualität mehr.

    § 175 StGB wurde endgültig abgeschafft. 45 Jahre hat die Bundesrepublik dafür gebraucht – alles andere als ein Ruhmesblatt. Der letzte Anstoß dazu, dass der demokratische Rechtsstaat das diskriminierende Sonderstrafrecht gegen Homosexualität endlich beseitigte, kam paradoxerweise aus der DDR.

    In unserer heutigen Gesellschaft wirkt der Gedanke einer Strafvorschrift zur Homosexualität nur noch befremdlich. Junge Menschen können es kaum glauben, wenn man ihnen erzählt, dass unser Staat Menschen ins Gefängnis steckte, nur weil sie anders liebten als die Mehrheit.

    Wie viele Schwule gibt es in Berlin?

    Die Fragen sind echte Dauerbrenner: Wie viele Schwule gibt es eigentlich? Und wie viele leben in welcher Stadt? Genaue Zahlen sind nicht verfügbar, denn man kann nicht davon ausgehen, dass die Befragten bei repräsentativen Umfragen alle wahrheitsgemäß über ihre Sexualität Auskunft geben.

    Epidemiologen haben aber großes Interesse an diesen Zahlen. Ohne sie lässt sich nämlich nicht errechnen, wie stark die Gruppe der Männer, die Sex mit Männern haben (MSM), von HIV oder anderen sexuell übertragbaren Krankheiten betroffen ist.

    Forscher des Robert-Koch-Instituts und der Forschungsgruppe Public Health des Wissenschaftszentrum Berlin (WZB) haben nun Abhilfe geschaffen. Sie schätzten die Zahl der MSM in Deutschland und entwickelten ein Verfahren, um auch Aussagen über ihre Verteilung in den Städten und Regionen der Republik zu machen.

    Davon ausgehend errechneten sie, wie stark HIV und Syphilis regional unter MSM verbreitet sind (in Fachsprache: die MSM-spezifische Inzidenz). Die Ergebnisse sind jetzt in englischer Sprache im frei zugänglichen Online-Forum BioMed Central veröffentlicht worden.

    Die PDF-Dateien stehen auch in der DAH-Mediathek zur Verfügung ( Verteilung von MSM in Deutschland , MSMspezifische Inzidenz ). In Deutschland leben rund 600. 000 Männer, die Sex mit Männern haben, 80. 000 in Berlin. Die wichtigsten Zahlen in Kürze: Nach den Schätzungen der Forscher gehören 2,5 bis 3,4 Prozent der Männer zwischen 20 und 59 Jahren in Deutschland zur Gruppe der MSM.

    1. In absoluten Zahlen sind das 575;
    2. 000 bis 785;
    3. 000;
    4. Bei ihren weiteren Berechnungen gingen die Wissenschaftler meist von 600;
    5. 000 MSM aus;
    6. Sie legten bei dieser Schätzung eine repräsentative Umfrage der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA) zugrunde und korrigierten die Zahl der MSM leicht nach oben;

    Um die regionale Verteilung zu ermitteln, verwendeten sie Daten aus zwei großen Studien zum Themenkomplex HIV und Safer Sex, deren Teilnehmer überwiegend über das Internet rekrutiert worden waren (KABaSTI-Studie, „Bochow-Studie”). Die Teilnehmer waren auch nach den ersten Ziffern ihrer Postleitzahl gefragt worden.

    Außerdem bezogen die Forscher die Zahl der Gay-Romeo-Profile in den jeweiligen Städten und Regionen mit ein. Ergebnis: Die höchste Konzentration von MSM findet sich erwartungsgemäß in großen Städten. Einsame Spitze ist Berlin, dort ist nach dieser Schätzung der MSM-Anteil an der Bevölkerung sechsmal so hoch wie ihr Anteil an der männlichen Bevölkerung insgesamt.

    Es folgen Hamburg (vier bis sechsmal so hoch), Frankfurt und Köln (je drei mal so hoch). In absoluten Zahlen leben demnach in Berlin rund 80. 000 MSM, in Köln bis zu 37. 000, in Hamburg etwa 30. 000. In den Zentren schwulen Lebens liegen erwartungsgemäß auch besonders hohe HIV- und Syphilis-Inzidenzen vor.

    Sie lassen sich auf Basis der Schätzung in Kombination mit den Meldedaten des RKI ermitteln. In großen Städten mit einer gut ausgebildeten Infrastruktur für schwule Männer sind demnach 10 bis 12 Prozent der MSM HIV-positiv.

    Insgesamt sind es in Deutschland – je nach zugrunde gelegtem Homoanteil an der männlichen Bevölkerung – zwischen 4,9 und 6,7 Prozent (immer bezogen auf die Altersgruppe der 20- bis 59-Jährigen).

    Wo gibt es noch keine gleichgeschlechtliche Ehe?

    LGBT-Rechte weltweit: Kriminalisierung, Diskriminierungsschutz, Ehe für Alle – In 69 Staaten wird Homosexualität noch strafrechtlich verfolgt , in 11 Ländern droht sogar die Todesstrafe für Lesben und Schwule. Vielerorts sind staatliche Behörden an der Unterdrückung von LSBTI beteiligt, verweigern ihnen jeglichen Schutz vor Anfeindungen und Gewalt.

    In vielen Fällen schüren religiöse und politische Führer ein Klima des Hasses. LSBTI sollen eingeschüchtert und in die Unsichtbarkeit gedrängt werden. Verfolgung und Ausgrenzung, oft auch durch die eigene Familie, führt häufig zu bitterer Armut und einem Leben am Rand der Gesellschaft.

    LSBTI-feindliche Gewalt bleibt vielerorts ohne Konsequenzen für die Täter. Polizei und andere Staatsorgane verweigern oftmals jede Hilfe oder sind selbst an der Hetze, Erpressung und Gewalt beteiligt. ILGA World hat im Dezember 2020 die neue  Weltkarte: Sexual Orientation Laws in the World. Mit Brunei, Iran, Jemen, Mauretanien, Nigeria und Saudi-Arabien sehen sechs Länder für homosexuelle Handlungen die Todesstrafe vor. In fünf weiteren ( Afghanistan , Pakistan, Katar, Somalia und die Vereinigten Arabischen Emirate ) könnte die Todesstrafe unter bestimmten Bedingungen gegen Homosexuelle ausgesprochen werden. Laut ILGA World haben mindestens 34 UN-Mitgliedsstaaten die Gesetze zur Kriminalisierung von Homosexualität in den letzten Jahren aktiv verfolgt.

    From criminalisation of consensual same-sex sexual acts between adults to protection against discrimination based on sexual orientation  veröffentlicht. Unabhängig davon bleiben deratige Gesetze sehr gefährlich, auch wenn es jüngst keine Verurteilungen danach gab.

    Weltweit haben 30 Länder die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare geöffnet, Deutschland 2017. Weitere Länder kennen gleichgeschlechtliche Beziehungen rechtlich an. In der EU haben Bulgarien, Rumänien, Slowenien, Lettland, Polen und Litauen weder die Eingetragene Lebenspartnerschaft noch die Ehe für alle.

    Insgesamt haben 12 Staaten in ihrer Verfassung ein ausdrückliches Verbot der Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung/ Identität : Bolivien, Ecuador, Fiji-Inseln, Kosovo, Malta, Mexiko, Nepal, Neuseeland, Österreich, Portugal, Schweden und Südafrika.

    In Deutschland steht die Ergänzung des Gleichheitsartikels in unserer Verfassung (Artikel 3, Absatz) weiterhin aus. Im Dezember 2020 hat ILGA World den Report “State Sponsored Homophobia. Global Legislation Overview Update” mit einem Überblick über die rechtliche Situation veröffentlicht.

    Können in Deutschland Homosexuelle heiraten?

    Was hat sich durch die Ehe für alle im Vergleich zur Eingetragenen Lebenspartnerschaft geändert? Wie unterschieden sich Ehe und Eingetragene Lebenspartnerschaft noch? – Am 30. Juni 2017 hat der Bundestag für die Ehe für alle entschieden. Das ist ein historischer Tag! Nicht nur für Lesben und Schwule, sondern auch für eine gerechtere und demokratischere Gesellschaft. Ob man in Deutschland heiraten darf oder nicht entscheidet, zukünftig nicht mehr das Geschlecht, sondern Liebe, Zusammenhalt und das Versprechen, in guten wie in schlechten Zeiten füreinander da zu sein.

    • Es ist das Ende einer Diskriminierung, einer Ungleichbehandlung ohne gerechtfertigte Begründung;
    • Für das Eheverbot für Lesben und Schwule gibt es keine rationalen Argumente;
    • Gleichzeitig macht das Eheverbot damit deutlich, dass man die Liebe und Partnerschaft zwischen zwei Männern bzw;

    zwei Frauen für weniger wert hält als die Liebe zwischen Mann und Frau. Das ist dann eindeutig eine Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung, sprich Homophobie. Was unterscheidet die Liebe in hetero- und homosexuellen Partnerschaften jedoch voneinander? Unser Meinung nach: Nichts! Seit dem 01.

    • 08;
    • 2001 war in Deutschland das Lebenspartnerschaftsgesetz in Kraft;
    • Erstmals in der Geschichte unseres Landes konnten gleichgeschlechtliche Paare damals eine rechtlich anerkannte Verbindung eingehen;
    • Allerdings hatten Lebenspartner*innen zunächst zwar dieselben Verpflichtungen wie Eheleute, aber kaum Rechte;

    Das hat sich im Laufe der Jahren vor allem durch mehrere Entscheidungen vom Bundesverfassungsgericht grundlegend geändert. Die Eingetragene Lebenspartnerschaft war mit der Ehe im Sozialrecht, im Steuerrecht, im Ausländer- und Staatsangehörigkeitsrecht und in Hinblick auf die Sozialversicherung mit geringfügigen Unterschieden bei Einzelfragen gleichgestellt.

    Das heißt die Eingetragene Lebenspartnerschaft war bis zur Eheöffnung in allen Rechtsbereichen mit Ehepaaren gleichgestellt, ausgenommen das Abstammungsrecht und die gemeinschaftliche Adoption. Unterschiede gab es bei der Adoption.

    Ehepaare können ein Kind gemeinschaftlich adoptieren und sind dann rechtlich gemeinschaftliche Eltern des Kindes (§ 1754 Abs. 1 BGB). Verpartnerte Paare konnten ein Kind nur nacheinander adoptieren, waren dann aber ebenfalls gemeinschaftliche Eltern des Kindes (§ 9 Abs.

    7 LPartG i. § 1754 Abs. 1 BGB). Mit der Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare erfolgte die Gleichstellung im gemeinsamen Adoptionsrecht. Für verheiratete Lesben oder Schwule gilt nunmehr § 1741 Abs.

    2 Satz 2 BGB: “Ein Ehepaar kann ein Kind nur gemeinschaftlich annehmen. ” Unterschiede gibt es weiterhin im Abstammungsrecht. Inzwischen werden immer mehr Kinder in die Lebenspartnerschaften von zwei Frauen hineingeboren. Diese Kinder sind rechtlich nur Kinder der leiblichen Mütter.

    1. Die Co-Mütter werden erst durch eine Stiefkindadoption zum zweiten rechtlichen Elternteil des Kindes;
    2. Das Verfahren zieht sich oft lange hin;
    3. Das ehelich geborene Kind hat dagegen von Geburt an zwei Elternteile (§ 1592 Nr;

    1 BGB). Für das uneheliche Kind besteht durch Anerkennung der Vaterschaft (§§ 1592 Nr. 2, 1594 ff. BGB) schon vor der Geburt, aber auch zeitnah nach der Geburt, die Möglichkeit, zwei Elternteile zu haben. Daran hat sich durch die Eheöffnung leider nichts geändert.

    In welchen Ländern können gleichgeschlechtliche Paare heiraten?