Wie Viele Kurden Leben In Deutschland?

Wie Viele Kurden Leben In Deutschland
Die Kurden in Deutschland sind eine ethnische Gruppe. Schätzungen zufolge leben zwischen 500. 000 bis 1,5 Millionen Menschen kurdischer Abstammung in Deutschland (Stand 2019). Die erste Einwanderung von Kurden nach Deutschland reicht auf die 1920er Jahre zurück.

Wie viele Kurden gibt es in Deutschland 2020?

Anzahl der Ausländer aus dem Irak in Deutschland von 2011 bis 2021

Merkmal Anzahl der Iraker
2021 276. 925
2020 259. 500
2019 255. 050
2018 247. 800

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Wie viele Kurden gibt es insgesamt?

Bevölkerung – Siedlungsgebiete der Kurden laut CIA 2002 (es wird nicht unterschieden, ob Kurden im Verbreitungsgebiet überall die Bevölkerungsmehrheit stellen oder stellenweise nur Minderheit zwischen anderen sind) Heute stellen die Kurden mit 20 bis 25 Prozent der Gesamtbevölkerung (ca. 16 bis 20 Millionen) die größte ethnische Minderheit in der Türkei dar. Auch im Irak stellen die Kurden mit etwa 6 bis 8 Millionen, was ca. 15 bis 20 % der dortigen Bevölkerung entspricht, die größte ethnische Minderheit. Die Kurden im Iran stellen etwa 10 % der Bevölkerung.

  • Die Kurden in Syrien sind die größte nichtarabische Minderheit dort und machen zwischen 2,5 und 5 % der Bevölkerung aus;
  • Die Mehrheit der Kurden sind sunnitische Muslime;
  • Es gibt aber auch Aleviten in der Türkei und Jesiden im Irak, in Syrien und in der Türkei;

Siehe auch: Kurden.

Wo in Europa leben die meisten Kurden?

Aktivismus der kurdischen Diaspora – Folge der kurdischen Migration war die Gründung ethnischer Organisationen in Europa. Die ersten kurdischen Organisationen wurden von Studierenden sowie Arbeiterinnen und Arbeitern gegründet. Im Zuge der Eskalation der Konflikte zwischen der Türkei sowie Irak und ihren jeweiligen kurdischen Bevölkerungen erhielten die Organisationen ab den späten 1980er Jahren einen politischen Anstrich.

Die kurdische Diaspora nutzte eine Reihe von Methoden, um einerseits ihre Anhänger zu versammeln und sich andererseits sowohl im jeweiligen Aufnahmeland als auch in ganz Europa Gehör zu verschaffen. Zu derlei Aktivitäten gehörten Petitionen und Kampagnen, gewalttätige und gewaltlose Massendemonstrationen und Proteste, Sitz- und Autobahnblockaden, Hungerstreiks und Selbstverbrennungen.

Seit den 1980er Jahren finden fast monatlich pro-kurdische Demonstrationen in europäischen Metropolen statt. Alljährlich gibt es Externer Link: weltweit hunderte Protestveranstaltungen. Die Kurdinnen und Kurden aus der Türkei sind am besten organisiert und am aktivsten.

Sie sind bemüht, auch politischen Einfluss auf die europäischen Regierungen auszuüben. In Europa ist Deutschland das Land mit dem höchsten Bevölkerungsanteil an Kurdischstämmigen. Ferner gibt es eine beträchtliche Anzahl an Kurdinnen und Kurden in Interner Link: Frankreich , Interner Link: Schweden , Interner Link: Österreich , Belgien und den Interner Link: Niederlanden.

Meine Interviewpartner verschiedener kurdischer Organisationen in Köln, Berlin, Hamburg und Bremen erklärten, in Deutschland würde die kurdische Bevölkerung fast eine Million Menschen umfassen. Nicht alle Kurdinnen und Kurden würden jedoch ihre ethnische Identität betonen wollen oder sich politisch mobilisieren lassen.

Deutschland ist zu einem bedeutenden Schauplatz für die kurdische Bewegung geworden. Erstens nahm es eine große Anzahl kurdischer ” Interner Link: Gastarbeiter ” aus der Türkei auf. Zweitens eröffnete Deutschland den treibenden Kräften der kurdischen Diaspora Mobilisierungs- und Handlungsspielräume.

Beispielsweise gehörten die Rede-, die Versammlungs- und die Pressefreiheit zu den Rechten, die ihnen in der Türkei vorenthalten wurden. Zudem hatte Deutschland aufgrund seiner Rolle in der Interner Link: Europäischen Union und wegen der türkisch-deutschen Wirtschaftsbeziehungen enormen Einfluss auf die Türkei.

Deutschland dahingehend zu beeinflussen, dass es die Türkei zu einem Kompromiss in der Interner Link: kurdischen Frage bewegt, wurde daher in kurdischen Kreisen als ideal angesehen. Deshalb wurde Deutschland zu einem Knotenpunkt in Europa für kurdischen politischen Aktivismus im Exil.

Dies verursachte in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder Spannungen; zunächst in den türkisch-kurdischen Beziehungen in der Diaspora, dann im Zuge der türkischen Bemühungen, kurdischen Aktivismus im Ausland einzudämmen, und zuletzt in den türkisch-deutschen Beziehungen.

Wo gibt es die meisten Kurden?

Kurdische Einwohner (Schätzung 2017): Türkei: 12-15 Mio. Iran: 69,2 Mio. Irak: 5-7 Mio. Syrien: 2,8 Mio.

Wie viele Kurden leben in Deutschland 2022?

Einzelnachweise –

  1. ↑ https://mediendienst-integration. de/artikel/wie-viele-kurdischstaemmige-leben-in-deutschland. html
  2. ↑ https://www. migazin. de/2020/01/23/chronologie-100-jahre-kurdische-einwanderung-nach-deutschland/
  3. ↑ Luft 2014
  4. ↑ https://books. google. de/books?id=7HKFDwAAQBAJ&pg=PP1&lpg=PP1&dq=kenan+engin+kurden+kassel&source=bl&ots=oD-ocSkHxl&sig=ACfU3U2ImpU-R0u9gNMGUrzeUb_4B4Xelg&hl=de&sa=X&ved=2ahUKEwiN59Sl6aHgAhV78eAKHdglAz4Q6AEwCXoECAUQAQ#v=onepage&q=kenan%20engin%20kurden%20kassel&f=false
  5. ↑ van Bruinessen 2000
  6. ↑ HÎNBÛN – Internationales Bildungs- und Beratungszentrum für Frauen und ihre Familien in Berlin-Spandau: Kurden in Deutschland
  7. ↑ NAVEND – Zentrum für kurdische Studien: Entwicklung der Zahl kurdischer Flüchtlinge aus dem Irak, Iran, Syrien und der Türkei von 1991 bis 2001 ( Memento vom 1. Februar 2012 im Internet Archive ) (PDF; 10 kB)
  8. ↑ Deutsch-Kurdische Gesellschaft: Die Situation der Kurden in Deutschland ( Memento vom 27. September 2007 im Internet Archive ), Facharbeit, S. 13 f.
  9. ↑ 79 Prozent aller türkischen Asylbewerber im Jahr 2007 waren kurdischer Volkszugehörigkeit: Rund 19. 000 Asylbewerber im Jahr 2007 – Geringster Zugang seit 1977 ( Memento vom 13. Mai 2008 im Internet Archive ), BMI, 10. Januar 2008.
  10. ↑ Zeit Online – Für eine neue deutsche Kurdenpolitik
  11. ↑ 35 Prozent Kurden bei 17. 167 irakischen Asylantragstellern im Jahr 2001: Asylbewerberzahlen 2002 Quelle: BMI Pressemitteilung vom 8. Januar 2003 und Deutschland: Zahl der Asylbewerber erreicht Jahreshöchststand ( Memento vom 7. November 2007 im Internet Archive ), bpb, Migration und Bevölkerung Ausgabe 06/01 (September 2001).
  12. ↑ gut die Hälfte Kurden von 1983 irakischen Asylantragstellern im Jahr 2005: Bundesinnenminister Dr. Wolfgang Schäuble: Asylbewerberzugang im Jahr 2005 auf niedrigsten Stand seit 20 Jahren ( Memento vom 26. Juni 2008 im Internet Archive ) BMI 8. Januar 2006.
  13. ↑ 43 Prozent Kurden von 6. 836 irakischen Asylbewerbern im Jahr 2008: https://www. bamf. de/SharedDocs/Anlagen/DE/Publikationen/Broschueren/broschuere-asyl-in-zahlen-2008. pdf?__blob=publicationFileAsyl in Zahlen 2008, BAMF
  14. ↑ Kenan Engin, Kurdische Migrant_innen in Deutschland: Lebenswelten – Identität – politische Partizipation. Kassel University Press. Kassel 2019. ( online )
  15. ↑ Zahl der Kurden in Deutschland sprunghaft angestiegen. – Kurdische Gemeinde Deutschland e. In: Kurdische Gemeinde Deutschland e. ( kurdische-gemeinde. de [abgerufen am 30. Juni 2018]).
  16. ↑ Deutsche Welle (www. dw. com): Kurdish youth in Germany call for violent protest in Europe | DW | 12. 03. 2018. Abgerufen am 30. Juni 2018 (englisch).
  17. ↑ Susanne Schührer: Türkeistämmige Personen in Deutschland. Erkenntnisse aus der Repräsentativuntersuchung „Ausgewählte Migrantengruppen in Deutschland 2015″ (RAM). 2018, S. 15 f. , abgerufen am 5. Februar 2019.
  18. ↑ Susanne Schührer: Studie: Integration von Türkeistämmigen in Deutschland. Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF). 16. Oktober 2018
  19. ↑ Türken und Kurden – Konflikt erreicht Deutschland
  20. ↑ Jesiden in Deutschland – Abschied von Afrin. In: Deutschlandfunk. ( deutschlandfunk. de [abgerufen am 30. Juni 2018]).
  21. ↑ Gründung eines Bundesverbandes – Jesiden in Deutschland organisieren sich. In: Deutschlandfunk. ( deutschlandfunk. de [abgerufen am 30. Juni 2018]).
  22. ↑ Jesidin in Deutschland – “Es ist Angst, Angst, Angst”. In: Deutschlandfunk. ( deutschlandfunk. de [abgerufen am 30. Juni 2018]).
  23. ↑ Die Yeziden in Deutschland – Religion und Leben ( Memento vom 23. Februar 2010 im Internet Archive )
  24. ↑ Kurdische Gemeinde Deutschland e. Abgerufen am 19. Juli 2016
  25. ↑ Erdogan-Gegner werden in Deutschland offenbar massiv bedroht. Focus. 19. Juli 2016. Abgerufen am 20. Juli 2016
  26. ↑ ZDF-Fernsehrat: Sechs aus Sechzig. Juli 2016. Abgerufen am 20. Juli 2016
  27. ↑ Matthias Drobinski : Kurden in Deutschland. Tödlicher Stolz ( Memento vom 6. Dezember 2008 im Internet Archive ) In: Süddeutsche Zeitung vom 15. Juli 2008.
  28. ↑ z. Abendschau von Radio Berlin-Brandenburg (RBB): Berlin – Strassenschlachten Türken gegen Kurden Oktober 2007.
  29. ↑ Kurden-Konflikt – Zehntausende demonstrieren in Deutschland – vereinzelte Zwischenfälle Spiegel online vom 4. November 2007.
  30. ↑ Kurden in Deutschland fühlen sich machtlos und frustriert auf morgenweb. de
  31. ↑ Die Welt : Mannheim. Kurdische Gewaltorgie erwischt Polizei eiskalt , vom 9. September 2012, abgerufen am 20. September 2012.
  32. ↑ Die Linke. – Beschlüsse des Parteivorstandes
  33. ↑ Die Linke trägt die Farben der Kurden

Was ist typisch Kurdisch?

Kurdische Rezepte: Einfache Vorspeisen – Zu den typischen kurdischen Beilagen oder Vorspeisen gehören Kutilk. Das sind Teigtaschen aus Bulgur, Mehl und Ei, die mit gewürztem Hackfleisch gefüllt werden. Rote Linsensuppe auf kurdische Art können Sie als Vorspeise oder – mit etwas Fladenbrot – als Hauptgang essen.

  1. Sie wird traditionell mit Minze gewürzt;
  2. Für Ihr kurdisches Vorspeisenbuffet empfehlen wir außerdem gefüllte Weinblätter;
  3. Diese Spezialität kennen Sie vielleicht aus dem Kreta-Urlaub, sie stellt den mediterranen Einfluss auf kurdische Essenstraditionen gut unter Beweis;
See also:  Welche Insel Gehört Zu Deutschland?

Die Kurden mögen es aber ein wenig schärfer als die Griechen und würzen ihre Reisfüllung daher mit Chili. Auch eine Mischung aus Reis und Joghurt ist üblich. Tipp : Ein Spritzer Zitronensaft nimmt den Weinblättern ihren eventuell bitteren Eigengeschmack.

Was trinken Kurden?

Getränke [ Bearbeiten | Quelltext bearbeiten ] – Frischer Mastaw mit Schaumkrone Sehr beliebt sind in den heißen Monaten frisch gepresste Fruchtsäfte. Darauf baut in Kurdistan ein ganzer Wirtschaftszweig auf. Auch Schwarzer Tee wird sehr gerne und zu jeglicher Gelegenheit getrunken. Mastaw ist ein ebenfalls beliebtes Getränk, das vor allem zu den Mahlzeiten serviert wird. Bier und weitere alkoholische Getränke sind zwar verbreitet und werden konsumiert, haben jedoch auf Grund des Alkoholverbots im Islam , dem die meisten Kurden angehören, nicht denselben Status wie beispielsweise in Deutschland.

Waren Kurden Christen?

Sunniten – Die meisten Kurden sind sunnitische Muslime, deren Gläubige der schafiitischen Rechtsschule folgen. Zudem hat die hanafitisch-sunnitische Rechtsschule eine große Bedeutung. Ihre Anhänger leben bzw. haben ihre Herkunft (falls sie in der Diaspora leben) überwiegend in den türkischen Provinzen Aksaray , Amasya , Ankara , Çankırı , Çorum , Kırşehir , Konya und Yozgat (siehe zentralanatolische Kurden ) sowie Adıyaman , Ardahan , Bingöl , Diyarbakır , Elazığ , Gaziantep , Kars und Şanlıurfa , darüber hinaus in den syrischen Distrikten Afrin , Ain al-Arab , al-Bab , Dscharabulus und Manbidsch.

Des Weiteren sind unter Kurden in geringem Maße sunnitische Muslime, die der hanbalitischen Rechtsschule folgen oder rechtsschulunabhängig sind, anzutreffen. Außerdem gibt es Sufis des Naqschbandīya -Ordens, vor allem in den türkischen Provinzen Adıyaman , Batman , Gaziantep , Mardin , Şanlıurfa und Şırnak sowie Sufis des Qādirīya -Ordens, vor allem in der irakischen Provinz Erbil.

Die etwa 3 bis 5 % kurdischen Zwölfer-Schiiten leben ganz im Süden des kurdischen Verbreitungsgebiets in den Distrikten Baladruz und Chanaqin in der Provinz Diyala und im Distrikt Badra in der Provinz Wasit sowie in den iranischen Provinzen Ilam , Kermānschāh und Luristan.

War Kurdistan jemals ein Land?

Das Königreich Kurdistan (kurdisch Memlekey Kurdistan) war ein international nicht anerkanntes kurzlebiges Staatsgebilde im Nordirak von Oktober 1922 bis Juli 1924 unter dem König (malik) Mahmud Barzandschi.

Waren Kurden Arier?

Da die Kurden kein eigenes Land haben, werden sie je nach dem als ira- kische, iranische, syrische oder türkische Staatsbürger eingetragen. Insgesamt beru- hen die Schätzungen auf ca. 40 Millionen Kurden weltweit. Das kurdische Volk gehört zu den Ariern, dessen Sprache indogermanischer Herkunft ist.

Warum haben die Kurden kein Land?

Nach Unterstützung durch irakische Barzani-Krieger kam es zu mehrmonatigen Verhandlungen mit dem Iran, dessen Armee dann aber einmarschierte. Danach herrschte unter dem Schah „Friedhofsruhe’, und auch nach Chomeinis Revolution 1979 wurde den Kurden keinerlei Autonomie gewährt.

Waren Kurden die ersten Menschen?

Wer Kurdistan nicht auf einer Karte zeigen kann, ist damit nicht allein. Es ist kein souveräner Staat, aber für die Kurden – eine ethnische Gruppe, der schätzungsweise zwischen 30 und 35 Millionen Menschen angehören – ist er mehr als nur ein ferner Traum von Selbstbestimmung.

Ihr Siedlungsgebiet, welches sich größtenteils über den Osten der Türkei sowie die Randbereiche des Iran, Irak und Syrien erstreckt, zählt zu den unbeständigsten Regionen der Welt. Die Kurden sind die weltweit größte staatenlose ethnische Gruppierung.

Sie stammen aus dem Nahen Osten, aber sowohl Gelehrte als auch die Kurden selbst sind sich uneins über den genauen Ursprung der Ethnie. Auch ihre Glaubensvorstellungen gehen auseinander: Beim Großteil der Kurden handelt es sich um Sunniten, aber auch andere Religionen werden praktiziert.

Wie stark sind Kurden?

Peschmerga

Führung
Verteidigungsminister: Karim Sinjari
Sitz des Hauptquartiers: Erbil, zweiter Dienstsitz: Sulaimaniyya
Militärische Stärke
Aktive Soldaten: 140. 000 (2018)

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Kann Kurdistan ein Land werden?

Der zentrale Platz im Herzen der nordirakischen Stadt Erbil. Die Männer tragen Schnurrbärte, die Frauen Kopftücher. Springbrunnen plätschern. In den Cafés rauchen Gäste Wasserpfeife und trinken Tee. Über ihnen, auf einem 32 Meter hohen Berg, thront eine jahrhundertealte Zitadelle, das Wahrzeichen Erbils.

Fast eine Idylle in dieser unruhigen Region. Die Grenze zu Syrien ist nah, der syrische Bürgerkrieg gleich um die Ecke. Die irakischen Nachbarstädte Mosul und Kirkuk liegen ebenfalls nur wenige Kilometer entfernt.

Auch sie leiden unter Terror und Gewalt. Erbil ist das Zentrum der kurdischen Gebiete im Nordirak. Die Kurden genießen hier nicht nur eine weitgehende Autonomie gegenüber der Zentralregierung in Bagdad – sie erleben seit einiger Zeit auch einen kleinen Wirtschaftsboom.

  • Überall in der Stadt wird gebaut;
  • Weil die Lage hier – anders als im restlichen Irak – friedlich ist, floriert der Handel;
  • Doch mit dem Aufschwung blüht nicht nur das Geschäft, sondern auch ein alter Traum der Kurden: der Traum von einem eigenen, unabhängigen kurdischen Staat;

Einige Schritte vom Marktplatz entfernt mixt Shwan für seine Kunden Fruchtsäfte. Über die Theke seines Ladens hat der Mann mit runden Wangen und Dreitagebart eine riesige kurdische Fahne gehängt: die Farben Rot, Weiß, Grün; in der Mitte eine gelbe Sonne.

Das, sagt Shwan, sei eine heilige Fahne: “Wir sind Kurden. Und wir wollen unseren eigenen Staat haben. Die Araber haben ihre eigenen Staaten, die Engländer auch. Und eines Tages werden auch wir unsere eigenen Staat ausrufen.

” Mustafa kommt dazu, ein Mann Anfang 30, der in dem kleinen Geschäft als Kellner arbeitet. Als sunnitischer Muslim stört er sich besonders an der Zentralregierung in Bagdad, die von Schiiten dominiert wird. “Es ist das Beste für uns, wenn wir uns selbst regieren.

  1. Die eigene Regierung versteht einen am besten;
  2. Die Regierung in Bagdad hat keine Ahnung von unseren Problemen;
  3. Das ist eine schiitische Regierung, die nur für die Schiiten Politik macht;
  4. Die Sunniten sind ihr egal;

Sie handelt nur im Interesse des Iran. Das ist eine schiitisch-iranische Regierung. ” Mustafa hat auch eine genaue Vorstellung davon, wie groß der kurdische Staat sein sollte: “Wir fangen im Irak an und gehen dann nach Syrien, in die Türkei und den Iran. Es wird hoffentlich ein Groß-Kurdistan.

” Kurden und Iraker sind doch Brüder, lacht Ladenbesitzer Shwan noch. Und es klingt so, als würde er sich darüber lustig machen. Der kurdische Traum von der Unabhängigkeit ist alt. Die Kurden sind weltweit die größte ethnische Gruppe ohne eigenen Staat.

Sie leben im Irak, in Syrien, in der Türkei, im Iran. Aber auch in Westeuropa oder in den USA. Die irakischen Kurden genießen eine weitgehende Autonomie, seitdem die USA und ihre Verbündeten 1991 im Norden des Irak eine Flugverbotszone gegen Saddam Husseins Truppen einrichteten.

  • Heute ist die Autonome Region Kurdistan im Irak so selbstständig, dass sie eine eigene Regierung hat und eigene Gesetze erlässt;
  • An der Grenze vergeben kurdische Beamte sogar eigene Visa;
  • Doch den meisten Kurden reicht das nicht aus;

Und so tun auch die kurdischen Politiker alles, um den Traum vom eigenen Staat immer wieder neu zu beleben. Regelmäßig droht die kurdische Autonomieregierung der Zentralgewalt in Bagdad mit der Unabhängigkeit. An diesem Ziel will auch Arsalan Baiz nicht rütteln.

Er ist Präsident des kurdischen Parlaments, Mitglied der Regierungspartei PUK und residiert im Abgeordnetenhaus in einem prunkvollen Büro. “Haben die Deutschen nicht auch von einem vereinigten Land geträumt? Wir Kurden sind eine Nation mit 40 Millionen Menschen.

Wir träumen davon, unseren eigenen Staat zu haben. Wir wollen ihn nicht mit Gewalt erreichen, sondern die anderen davon überzeugen. Tschechien und die Slowakei haben sich auch friedlich getrennt. ” Gerade in den vergangenen Monaten hat der Traum von der Unabhängigkeit neuen Auftrieb bekommen.

Und das liegt nicht nur am Bürgerkrieg in Syrien, sondern auch an der labilen Lage im Irak. Kurden und andere Kritiker werfen dem irakischen Ministerpräsidenten Nuri Al-Maliki – einem Schiiten – vor, eine neue Diktatur errichten zu wollen.

Die kurdische Autonomieregierung und die Zentralregierung in Bagdad liegen darüber im Streit, wer künftig die kurdischen Ölreserven erschließen darf. Bislang fließen alle Öleinnahmen des Irak in die Kassen der Zentralregierung – auch die Profite aus den kurdischen Gebieten.

Im Gegenzug überweist Bagdad 17 Prozent seines Budgets nach Erbil. Doch die Kurden wollen ihr Öl selbst ausbeuten und die Erlöse für sich verbuchen. Deswegen hätten sie auch einen Vertrag mit dem Ölmulti Exxon Mobil geschlossen, sagt Arsalan Baiz.

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“Die Ölvorkommen sind eine Frage der Souveränität. Laut einem Abkommen zwischen der Zentralregierung und der kurdischen Regierung haben die Kurden das Recht, eigene Ölverträge mit internationalen Firmen abzuschließen, solange der Irak kein Gesetz erlassen hat, das den Umgang mit den Öl- und Gasvorkommen regelt.

  1. ” Umstritten zwischen Kurden und Zentralregierung sind auch die nordirakischen Städte Kirkuk und Mosul, wo ebenfalls große Ölreserven liegen;
  2. Saddam Hussein hat viele Kurden von hier vertrieben;
  3. Unzählige Familien mussten ihre Häuser verlassen;

Stattdessen siedelte die Regierung des Diktators dort Araber an. Nach Saddams Sturz kehrten Tausende von Kurden wieder zurück. Bagdad betrachtet die ganze Gegend bis heute als sein Territorium – doch die kurdische Regierung erhebt ebenfalls Ansprüche, macht Parlamentspräsident Arsalan Baiz klar.

“Ich wurde in einem Gebiet geboren, das früher zu Erbil gehörte. Das Grab meines Großvaters liegt noch dort. Aber Saddam Hussein hat dieses Gebiet Mosul zugeschlagen. Die heutige Regierung in Bagdad will es nicht an Erbil zurückgeben.

Das können wir nicht akzeptieren. ” Jetzt bestärkt auch der Bürgerkrieg in Syrien den Wunsch der irakischen Kurden nach einem eigenen Staat. Die Kurden im Nachbarland haben sich gegen den Diktator in Damaskus, Bashar al-Assad, erhoben. Sie fordern mehr Rechte und Autonomie.

Sollte Syrien auseinanderbrechen, dürften die Kurden diesseits und jenseits der Grenze in den beiden Ländern enger zusammen rücken. Ein modernes Einkaufszentrum in Erbil. Die “Family Mall” ist äußerst beliebt.

Sie sieht aus, wie Einkaufszentren überall in der Welt aussehen: mit schicken Geschäften internationaler Handelsketten, viele von ihnen aus der Türkei, mit Mode- und Schmuckgeschäften, Cafés und Restaurants. Am Wochenende strömen die Menschen aus allen Himmelsrichtungen hierher, um einzukaufen, so wie dieses Ehepaar mit seinen Kindern: “In den anderen Regionen des Irak gibt es solche Malls nicht, nur hier in den kurdischen Gebieten.

  • Wir bummeln, schauen uns die Schaufenster an und kaufen etwas für unsere Kinder;
  • ” – “Die Mall ist großartig, so ordentlich;
  • Wir wünschten, so etwas würde es überall im Irak geben, nicht nur in den kurdischen Gebieten;

” Der Aufschwung in Erbil sorgt für großen Optimismus. Immer wieder ist zu hören, die Stadt werde eines Tages das neue Dubai sein. Nach Jahrzehnten der Unterdrückung unter Saddam Hussein genießen die Menschen ihre neue Freiheit, meint Volker Wildner, Leiter des Deutschen Wirtschaftsbüros in Erbil – und das heißt auch: die Freiheit, einzukaufen und zu konsumieren.

  • “Das Erste ist, dass hier ein fürchterlicher Nachholbedarf an Wohnungen und Häusern war;
  • Die Baubranche ist die erste tragende Branche gewesen, die hier für sehr viel Aufwind gesorgt hat;
  • Der Bauboom und ganz generell die Wirtschaft;

Man hat hier in der Vergangenheit nicht viel gehabt. Und heute ist die Einstellung hier so, dass man das Geld, das man verdient, nicht spart, sondern ausgibt. ” Politisch selbstbewusst, wirtschaftlich auf Wachstumskurs – und doch sind selbst die größten Anhänger eines eigenen kurdischen Staates vorsichtig.

  1. Und die Zurückhaltung hat gute Gründe;
  2. Denn noch immer gibt es gegen eine kurdische Unabhängigkeit allzu große Widerstände;
  3. Mögen die Kurden im Irak auch autonom sein – im Spiel der regionalen Mächte sind sie nur eine kleine Kraft;

Denn nicht nur Bagdad wehrt sich gegen einen kurdischen Staat. Auch die Nachbarländer wollen ein unabhängiges Kurdistan mit allen Mitteln verhindern – zu groß ist ihre Angst, eigenes Territorium zu verlieren, erklärt der syrisch-kurdische Journalist Sirwan Berko.

Der 35-Jährige ist in Deutschland aufgewachsen und lebt seit einiger Zeit in Erbil. “Die Türkei hat zwar positive Schritte in letzter Zeit gegenüber Irakisch-Kurdistan unternommen, die Beziehungen sind gut.

Aber dennoch betrachtet die Türkei das Projekt in Irakisch-Kurdistan mit großem Misstrauen. Vor allem in der Frage Kirkuk ist die Türkei sehr entschieden gegen Kurdistan. Und natürlich hat der Iran kein Interesse daran, dass es ein starkes Kurdistan gibt.

Und das syrische Regime ist zwar jetzt mit den internen Problemen beschäftigt; aber auch bis vor den Ereignissen in Syrien hat Syrien alles unternommen, damit Irakisch-Kurdistan scheitert. ” Die Türkei ist in ihrem Kampf gegen kurdische Autonomiebestrebungen im eigenen Land unnachgiebig.

Ankara ist für den Erhalt der nationalen Einheit sogar bereit, das Militär jenseits der eigenen Landesgrenze einzusetzen – wie erst in diesen Tagen wieder geschehen. Ohne Zustimmung der Türkei aber wird ein kurdischer Staat nicht zu machen sein. Sowohl politisch als auch wirtschaftlich sind die Kurden von der Türkei abhängig.

Die Türken sind der größte Wirtschafts- und Handelspartner der Autonomen Region Kurdistan. Würden sie ihre Grenzen schließen, wäre der kleine Wirtschaftsboom in den Kurdengebieten jäh gestoppt. Das weiß auch Parlamentspräsident Arsalan Baiz.

Er hofft dennoch, Ankara überzeugen zu können. Baiz sieht die sunnitische Türkei in Konkurrenz zum schiitischen Iran. “Gerade jetzt gibt es einen großen Konflikt zwischen Sunniten und Schiiten. Die Türkei träumt davon, in der Region so einen großen Einfluss wie einst das Osmanische Reich zu haben.

  • Der Konflikt zwischen Sunniten und Schiiten könnte die Türken zu der Einsicht bringen, dass ein kurdischer Staat in ihrem Interesse ist;
  • ” Von großem strategischen Wert seien zudem die kurdischen Ölvorkommen, meint der Parlamentspräsident;

Er spielt damit auf Überlegungen an, den Türken Sonderkonditionen für kurdisches Öl einzuräumen, falls Ankara der kurdischen Unabhängigkeit zustimmt. Indes weiß auch Arsalan Baiz: Einen eigenen Staat werden die Kurden nur mit und nicht gegen Ankara bekommen.

  • Das Ja aus der Türkei dürfte aber noch lange auf sich warten lassen;
  • Das kurdische Nationalbewusstsein entstand Anfang des 20;
  • Jahrhunderts, als das Osmanische Reich nach dem Ersten Weltkrieg zusammenbrach und die Türken ihre Machtstellung im Nahen Osten verloren;

Damals entdeckten die Kurden ihre Identität, die sich durch gemeinsame Familienbande auszeichnet – und durch gemeinsame Traditionen, die die Kurden bis heute über die Grenzen der Nationalstaaten hinweg verbinden. Sie sprechen ihre eigene Sprache, das Kurdische, das mit dem Persischen verwandt ist.

Es gibt jedoch starke regionale Unterschiede und Dialekte. In den verschiedenen Nationalstaaten haben sich längst eigene Identitäten herausgebildet. Zu spüren ist das besonders in diesen Wochen und Monaten, da viele syrische Kurden vor dem Assad-Regime nach Irakisch-Kurdistan fliehen.

Sie würden zwar freundschaftlich empfangen, sagt der syrisch-kurdische Journalist Sirwan Berko. Und doch hielten sich Zusammengehörigkeitsgefühl und Solidarität in Grenzen. “Ob man hier als Teil des kurdischen Volkes, als Teil der kurdischen Gesellschaft hier betrachtet wird, das bezweifle ich.

  1. Es gibt seit Anfang letzten Jahrhunderts Grenzen;
  2. Und diese Grenzen haben ihre Spuren hinterlassen;
  3. Wir sind Syrer;
  4. Und die Kurden im Irak sind Iraker;
  5. Und diese Grenzen zu beseitigen, dafür brauchen wir eine lange Zeit;

Vielleicht geschieht das eines Tages, aber zurzeit sind die Differenzen viel größer als die Gemeinsamkeiten. Was uns verbindet, ist die kurdische Herkunft. Das war’s aber auch. ” Selbst unter den Kurden im Irak sind gesellschaftliche Brüche und Friktionen deutlich auszumachen.

Das Land wird seit Jahrzehnten vor allem von zwei Familien beherrscht, den Barzanis und den Talabanis. Ihre beiden Parteien, die Demokratische Partei Kurdistans und die Patriotische Union Kurdistans, waren lange Zeit verfeindet.

Heute dominieren beide zusammen das Parlament und die Regierung der Kurden. Zwar gab es Wahlen; doch noch immer beherrschen die Barzanis und Talabanis das Autonomiegebiet, als handle es sich um Familienbesitz. Von einer funktionierenden Demokratie kann in Irakisch-Kurdistan jedenfalls noch keine Rede sein.

  1. Das meint auch Mohammed Kardo, früher Mitglied der Patriotischen Union Kurdistans;
  2. Heute sitzt er für die Oppositionspartei Gorran im kurdischen Parlament;
  3. Er empfängt seine Gäste in einem winzigen Büro, in dem sich auf dem Schreibtisch das Papier stapelt;

“Im restlichen Irak werden die Stellen in Regierung und Behörden nach ethnisch-religiöser Zugehörigkeit vergeben. Bei uns hängt alles davon ab, zu welcher Partei du zählst. Wenn du zur Regierungspartei gehörst, bekommst du ganz einfach eine Stelle. Ohne persönliche Kontakte aber wird es schwer.

  1. ” Auch die Presse- und Meinungsfreiheit ist in den kurdischen Gebieten begrenzt;
  2. Es fehlt an Kontrolle der staatlichen Organe;
  3. Mit fatalen Folgen, sagt Kardo;
  4. “Korruption und Intransparenz sind die größten Probleme;

In jeder Regierungseinrichtung gibt es Korruption. 95 Prozent der Staatseinnahmen stammen aus dem Ölverkauf. Das Land hängt vom Öl ab, deswegen haben wir keine starke Industrie und Landwirtschaft. Wie aber die Öleinnahmen verteilt werden, das bleibt der Öffentlichkeit verborgen.

” Nach den Aufständen in Tunesien und Ägypten kam es im Frühjahr vergangenen Jahres auch in Irakisch-Kurdistan zu massiven Protesten. Vor allem die Jüngeren schlossen sich den Zielen des arabischen Frühlings an: Freiheit, Demokratie, Menschenrechte.

Die kurdische Regierung unterdrückte die Demonstrationen mit Gewalt. Es gab Tote und Verletzte. Viele Demonstranten landeten im Gefängnis. Auch hier zeigt sich ein Generationenkonflikt. Die Älteren sind noch stark von der jahrzehntelangen Unterdrückung unter Saddam Hussein geprägt.

  1. Ihnen hat sich vor allem das Massaker von Halabdscha tief ins Gedächtnis eingebrannt: Damals, im März 1988, hatten Saddams Truppen die ostkurdische Stadt mit Giftgas angegriffen;
  2. Tausende von Bewohnern fielen diesem Massaker zum Opfer;
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Die Jüngeren jedoch kennen den Angriff nur noch aus Erzählungen. Diese Generation sei mit dem Internet groß geworden und orientiere sich an den Werten der internationalen Netzgemeinde, sagt der kurdische Publizist Rebwar Karim Weli. “Sie denken nicht an das, was in der Vergangenheit war.

Die früheren Kämpfe der kurdischen Peshmerga, das Massaker von Halabdscha, Massenvernichtungswaffen, Saddam Hussein, das alles kümmert sie nicht. Wir Älteren kennen noch Krieg und Armut. Sie leben in Frieden, Wohlstand und mit moderner Technologie.

” Die junge Generation stößt sich am starren Wertesystem der Älteren. Frust und Ärger gären unter der Oberfläche. Zum ersten Jahrestag der Proteste konnte die kurdische Regierung neue Demonstrationen nur mit einem Großaufgebot an Sicherheitskräften unterdrücken.

Gewalt flammte zuletzt auch zwischen Muslimen und Christen auf, die in den kurdischen Gebieten eine Minderheit sind. Viele von ihnen sind Flüchtlinge aus den anderen Teilen des Irak. Sie sind keine Kurden, sondern Assyrer oder Araber.

Ende vergangenen Jahres griff ein Mob in der kurdischen Stadt Zakho Läden von Christen an, die Alkohol verkauften. Nicht nur deswegen fordern die Christen in den kurdischen Gebieten mehr Rechte, so wie Diya Butrus Sliwa, Generalsekretär einer christlichen Partei: “Wir fordern eine politische Selbstverwaltung.

Ein territorialer Zusammenschluss der Christen in den kurdischen Gebieten ist nicht möglich. Sie sind über verschiedene Orte verstreut, die nicht vereinigt werden können. Aber man könnte sie zu einer politischen Einheit zusammenschließen und das Zentrum der Selbstverwaltung in einem bestimmten Gebiet ansiedeln.

” So steht die kurdische Führung gleich mehrfach unter Druck. Der Konflikt mit der Zentralregierung in Bagdad und Rufe nach einem eigenen Staat kommen da gelegen, um von innenpolitischen Problemen abzulenken. Der syrisch-kurdische Journalist Sirwan Berko hält die Unabhängigkeitsforderungen der kurdischen Regierung deshalb nur für leeres Gerede.

  • “Irakisch-Kurdistan hat überhaupt keine Pläne dafür, unabhängig zu werden;
  • Die Bevölkerung will das, jeder Kurde will, dass (es) eines Tages einen unabhängigen kurdischen Staat gibt;
  • Aber die Realität zeigt, die kurdische Führung hier pragmatisch genug ist, um solch einen Schritt nicht vorzubereiten und solch einen Schritt auch nicht zu begehen;

Eine bessere Situation als die jetzige wird es meines Erachtens für die Kurden im Irak nicht geben. ” Tatsächlich hält die große Mehrheit der Kurden am Ziel der Unabhängigkeit fest. Immer wieder bringen Politiker eine Volksabstimmung ins Spiel – so wie damals, 2005, als in einem inoffiziellen Referendum 99 Prozent der Befragten für eine Abspaltung vom Irak votierten.

Wie viele Millionen Kurden gibt es?

Porträts von Kurden: 1. Reihe: Saladin , Ehmedê Xanî , Şêx Seîdê Pîran , Şerefhan 2. Reihe: Simko Schikak , Qazî Mihemed , Mistefa Barzanî , Mehmûd Berzincî 3. Reihe: Ibrahim Hananu , Celal Talebanî , Abdullah Öcalan , Mesûd Barzanî 4. Reihe: Şivan Perwer , Leyla Zana , Salih Muslim , Widad Akrawi Die Kurden ( kurdisch کورد Kurd ) sind ein Volk, deren Hauptsiedlungsgebiet als Kurdistan bezeichnet wird.

Sie bilden eine bedeutende autochthone ethnische Volksgruppe in der Türkei , im Irak , in Iran und Syrien. Die kurdischen Sprachen gehören zu den indogermanischen Sprachen , und zwar zum nordwestlichen Zweig der iranischen Sprachen (siehe auch Iranische Völker ).

Die Zahl der Angehörigen des Volkes ist nicht genau bekannt, weil in den Staaten, in denen die meisten Kurden leben, Daten über ethnische Zugehörigkeiten nicht erhoben werden. Schätzungen allein für Kurdistan und angrenzende Gebiete bewegen sich um 35 Millionen Menschen.

Wie viele Yeziden sind in Deutschland?

Der Artikel Jesiden in Deutschland behandelt die Geschichte und soziale Situation der nach Deutschland eingewanderten Jesiden. Jesiden kamen zuerst in größeren Gruppen in den 1960er Jahren im Rahmen der Anwerbung türkischer Arbeitskräfte nach Deutschland.

Ihre Verfolgung und Unterdrückung als ethnisch-religiöse Minderheit, die von vielen als angebliche Teufelsanbeter diffamiert wird, führte ab den 1980er Jahren zu einer großen Fluchtwelle aus der Türkei , dem Irak und aus Syrien.

Jesiden sind vor allem in den Bundesländern Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen vertreten. Die Anzahl der Jesiden in Deutschland wird auf 100. 000 bis 200. 000 geschätzt, aber mangels einer amtlichen Statistik ist eine genauere Angabe nicht möglich. In der europäischen Diaspora haben sich ihre religiösen und sozialen Normen zum Teil gewandelt. Demonstration von Jesiden vor der US-Botschaft in Berlin am 22. Oktober 2014; in Washington empfing das US-Außenministerium auch jesidische Vertreter aus Deutschland.

Wie groß ist das kurdische Volk?

Die Kurden – das grte Volk der Erde, das noch immer ohne eigenen Staat lebt – Wirklich zuverlssige Angaben ber die Zahl der heute lebenden kurdischen Bevlkerung liegen nicht vor. Schtzungen belaufen sich auf 24 bis 27 Millionen Kurden, die zur Hlfte auf die Trkei entfallen.

  • Im Iran sollen rund 5,7 Millionen Kurden leben, im Irak gut vier Millionen und in Syrien rund eine Million;
  • Die Zahl der Kurden in den Nachfolgestaaten der Sowjetunion wird auf rund 400 000 geschtzt;
  • Saladins Nachfahren, die Kurden von heute, sind das grte Volk der Erde, das nicht in einem eigenen Staat lebt;

Ihr Versuch, eine eigene Nation und eigene staatliche Souvernitt zu erlangen, ist immer wieder an den Interessen der sie umgebenden Mchte, aber auch an eigener kurdischer Zerstrittenheit gescheitert. Seit ber einem halben Jahrhundert kmpfen die Kurden nun auch mit Gewalt um ihre nationalen Rechte.

Ihre blutigen Aufstnde wurden aber stets grausam unterdrckt. Dennoch lieen sie sich auch immer wieder fr die Interessen anderer Mchte missbrauchen, in der Erwartung als Lohn ihren eigenen Staat zu bekommen, die jedoch noch jedesmal enttuscht wurde.

Groe Hoffnung auf einen eigenen Staat der Kurden keimte 1920 in Kurdistan auf. Nach dem Sieg der Alliierten im Ersten Weltkrieg hatte US-Prsident Woodrow Wilson eine 14-Punkte-Erklrung vorgelegt, die eine neue Friedensordnung versprach. Im Mittelpunkt sollte das Selbstbestimmungsrecht der Vlker stehen.

  1. General Sherif Pascha, ein Kurde, der whrend des Krieges in trkischen Diensten gestanden hatte, wurde als Vertreter der kurdischen Freiheitsbewegung zu den Pariser Friedensgesprchen entsandt;
  2. Er berreichte dort die kurdischen Forderungen;

Ziel der Alliierten war es damals vor allem, das osmanische Groreich zu zerschlagen und ihren Interessen entsprechend aufzuteilen. Die Trken muten auf alle nichttrkischen Provinzen verzichten: Albanien und Teile des neu zu schaffenden Staates Jugoslawien sowie Nordgriechenland und Makedonien.

  1. Das nordafrikanische Tripolis wurde den Italienern zugeschoben;
  2. Das arabische Kstenland vom Hedschas bis zum Jemen beanspruchten die Briten, ebenso Mesopotamien;
  3. Die bisherige osmanische Oberhohheit ber gypten bertrugen die Englnder schlielich auf sich selbst;

Syrien wurde franzsischer Oberhohheit unterstellt. Ein Teil Anatoliens war bereits fr ein autonomes Kurdengebiet vorgesehen.

Wie viele Kurden gibt es in der Türkei?

Türkische Städte mit hohem kurdischen Bevölkerungsanteil

Kurdische Frau mit Töchtern 1973 Siedlungsgebiet der türkischen Kurden Die Kurden in der Türkei stellen mit schätzungsweise 19 Prozent der Gesamtbevölkerung (ca. 15 Millionen) die größte ethnische Minderheit in der Türkei dar. Da bei den Volkszählungen in der Türkei seit 1985 nicht mehr nach der Muttersprache gefragt wird, gibt es keine exakten Angaben zur Anzahl der Kurden in der Türkei. Auf der Grundlage des Vertrags von Lausanne 1923 erkannte die neugegründete Türkei die Kurden – im Gegensatz zu den Armeniern und Griechen – nicht als ethnische Minderheit an, da die Religionszugehörigkeit (im damaligen Fall der Islam ) als Kriterium für die nationale Zugehörigkeit bestimmt wurde.