Wie Viele Männer Sind Beschnitten Deutschland?

Wie Viele Männer Sind Beschnitten Deutschland
Zehn Prozent der deutschen Männer sind beschnitten Der Zentralrat der Juden hatte von einem beispiellosen und dramatischen Eingriff in die Rechte der Religionsgemeinschaften gesprochen und den Bundestag aufgefordert, zu handeln. Die Türkische Gemeinde in Deutschland geht davon aus, dass eine höhere Instanz das Urteil korrigiert. Für die Grünen könnte das Urteil Anlass für eine gesetzliche Regelung sein. „Mir scheint diese Rechtsprechung mehr als fragwürdig”, sagte der Parlamentarische Geschäftsführer Volker Beck.

„Wir müssen uns darüber Gedanken machen, ob wir die Religionsfreiheit der jüdischen und muslimischen Glaubensgemeinschaft besser schützen müssen. ” Der Rabbiner David Goldberg aus Hof in Bayern wies die Behauptung zurück, die Beschneidung sei Körperverletzung.

„Bei einer Herzoperation an einem Baby fragen wir das Kind ja auch nicht, ob es den Eingriff will”, sagte Goldberg, der eigens für religiöse Beschneidungen in Israel ausgebildet wurde. Die Beschneidung sei Zeichen des unauflöslichen Bundes mit Gott. Unter den Juden gebe es die Beschneidung seit 4000 Jahren.

„Sie ist entscheidend für unsere Identität”, sagte der orthodoxe Rabbiner der dpa. Der Eingriff habe auch medizinische Vorteile, etwa der Schutz vor Aids, Phimose (Vorhautverengung) sowie Unterleibskrebs bei Frauen und sei auch unter Nichtjuden verbreitet.

„Zehn Prozent der Jungen in Deutschland sind beschnitten”, sagte Goldberg. Top-Jobs des Tages Jetzt die besten Jobs finden und per E-Mail benachrichtigt werden. Der Schriftsteller Rafael Seligmann nannte das Urteil lebensfremd. „Da wird ein Prinzip über Pragmatismus und Toleranz gestellt – und zwar auf blödsinnige Weise”, sagte der Autor („Der Musterjude”) der dpa.

  • „Deutschland macht sich damit international lächerlich”;
  • In den USA seien 75 Prozent der Männer beschnitten;
  • Schließlich würden bei Taufe, Namensgebung oder Religionszugehörigkeit die Neugeborenen auch nicht gefragt;

Für den Philosophen Christoph Türcke (Uni Leipzig) ist der männlichen Beschneidung weder mit medizinischen noch mit juristischen Argumenten beizukommen. „Man muss den magisch-religiösen Kern dieser Praxis erkennen”, sagte der Wissenschaftler der „Süddeutschen Zeitung” (Mittwoch).

  • Das Ritual stehe symbolisch für ein Menschenopfer;
  • „Wenn das überwunden werden soll, dann muss dies aus der Religionsgemeinschaft selbst kommen und kann nicht von außen vorgeschrieben werden” – es sei denn bei der Klitorisbeschneidung junger Mädchen;

Die männliche Beschneidung sei dagegen ein meist ungefährlicher Eingriff, sagte Türcke.

Wie viel Prozent der Männer sind beschnitten?

Weltweit wird von der WHO der Anteil der beschnittenen Männer auf insgesamt 33 Prozent geschätzt. Die Beschneidung von Jungen ist eine der am häufigsten durchgeführten chirurgischen Eingriffe.

Wie viele Männer werden jährlich beschnitten?

  • Foto: dpa, Bea Kallos Die Beschneidung von Jungen und Männern kann viele Gründe haben – von religiös bis medizinisch. Die Tradition reicht weit zurück. Wir haben Gründe, Verfahren und Risiken der Prozedur für Sie zusammen gestellt. Was bedeutet Beschneidung beim Mann? Bei der Beschneidung von Jungen oder Männern wird ein beweglicher Hautlappen (Vorhaut) entfernt, der die Eichel des Penis umschließt.
  • Foto: dpa, Bea Kallos Wie viele Männer sind beschnitten? Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt, dass weltweit 30 Prozent der Männer beschnitten sind. In welchem Alter die Operation erfolgt, ist unterschiedlich. Bei Babys ist der Eingriff in Israel und häufig auch im Mittleren Osten, in Zentralasien und Westafrika üblich. Auch in den USA, Kanada und Australien werden manche Neugeborenen beschnitten. In Ost- und Südafrika ist eine Beschneidung eher zu Beginn der Pubertät oder im jungen Mannesalter üblich.
  • Foto: dpa, Bea Kallos Aus welchen Gründen erfolgt eine Beschneidung? Die männliche Beschneidung ist eine der ältesten und bekanntesten chirurgischen Eingriffe weltweit. Frühe Belege dafür gibt es zum Beispiel auf Grabreliefs der Alten Ägypter. Auch bei Naturvölkern war der Brauch bekannt. Heute sind die Gründe sehr unterschiedlich: religiös, kulturell, sozial und medizinisch.
  • Foto: dpa, Bea Kallos WELTRELIGIONEN: Jüdische Jungen werden am achten Tag nach ihrer Geburt beschnitten. Das Ritual gilt als Symbol des Bundes, den Gott mit Abraham schloss (Genesis 17,10-27). Im frühen Christentum konnte sich die jüdische Tradition nicht durchsetzen. Der Islam übernahm bei seiner Entstehung den Brauch, der auf der arabischen Halbinsel bereits vorherrschte.
  • Foto: dpa, Bea Kallos MEDIZIN: In einigen westlichen Staaten hat die Beschneidung erst seit dem 19. Jahrhundert Tradition. Bis heute spielen hygienische Gründe eine Rolle, zum Beispiel in den USA. Nach einer Beschneidung kann sich zum Beispiel kein Talg (Smegma) hinter der Eichel ansammeln. Heute raten viele Urologen Männern aber nur bei Problemen zu einer Beschneidung – bei häufigen Entzündungen der Vorhaut, der Harnwege oder Schmerzen bei der Erektion.
  • Foto: dpa, Bea Kallos KULTUR: In vielen afrikanischen Ländern hat eine Beschneidung im Jugendalter bis heute etwas mit der Aufnahme in die Gemeinschaft (Initiation) zu tun. Volkszugehörigkeit und soziale Normen können aber auch anderswo eine Rolle spielen. Die WHO hat in Studien herausgefunden, dass eine Beschneidung bei Männern bei heterosexuellen Kontakten das Risiko von HIV und anderen sexuell übertragbaren Krankheiten mindern kann – aber trotzdem keine Alternative zu Kondomen ist.
  • Foto: dpa, Bea Kallos Ist der Eingriff gefährlich? Wie bei jedem operativen Eingriff können auch bei einer Beschneidung unerwartete Schwierigkeiten auftreten: Schmerzen, Schwellungen, Wundinfektionen. Die WHO schätzt die Komplikationen bei Säuglingen geringer ein als bei Jungen oder jungen Männern. Bei ihnen komme es häufiger zu Blutungen, Blutergüssen oder Blutvergiftungen. Gute Voraussetzungen für einen Eingriff sind Hygiene und ein erfahrener Arzt. Die kleine Operation kann unter örtlicher Betäubung oder Vollnarkose vorgenommen werden.

    Je nach Operationsverfahren geschieht das ganz (Zirkumzision) oder teilweise (Inzision). Als Zeichen der Religionszugehörigkeit werden Kinder bis zum Alter von 13 Jahren beschnitten. Zwei Drittel der beschnittenen Männer weltweit sind nach WHO-Angaben Moslems.

    Für die Sexualität eines Mannes hat die Beschneidung keine Bedeutung.

Haben beschnittene Männer Nachteile?

Gegenüberstellung der Vor- und Nachteile einer Beschneidung – Eine Beschneidung der Vorhaut ist eine bei Erwachsenen ambulant durchführbare Operation. Bei Kindern werden Vorhautbeschneidungen grundsätzlich nur unter Vollnarkose vorgenommen. Daher ist es immer wichtig, die Vorteile sowie auch die Nachteile eines solchen Eingriffes abzuwägen. folgende Nachteile bekannt:

  • Durch die fehlende Vorhaut wird die Eichel unempfindlicher
  • Es findet keine Stimulation der Eichel durch die Vorhaut statt
  • Es kommt zur Narbenbildung aufgrund von getätigten Schnitten
  • Der durch Penis und Vorhaut entstandene Gleitmechanismus ist eingeschränkt bzw. nicht mehr vorhanden
  • Es findet eine Veränderung der äußeren Form des Penis statt (Optik, Form)
  • Es kann zu Veränderungen der Sexualität kommen
  • Nachblutung, Wundinfektion

Die hier aufgeführten Punkte stellen nicht für alle Männer einen Nachteil dar. Ebenso verhält es sich mit den Vorteilen, die auch je nach subjektivem Empfinden vorteilhaft sein können, aber nicht zwangsläufig müssen:

  • Abhilfe bei Phimose (Vorhautverengung)
  • Verbesserte Hygienemaßnahmen des Intimbereiches
  • Durch geringere Stimulation der Eichel länger andauernder Sexualakt
  • Weniger Smegmabildung und daher mehr Schutz vor Krankheiten

Im persönlichen Aufklärungsgespräch mit dem Urologen können alle Vor- und Nachteile der Beschneidung angesprochen bzw. erfragt werden. Informationen zu den Risiken der Beschneidung.

Werden Jungs in Deutschland beschnitten?

Kinderrzte: Eingriff oft nicht fachgerecht – Laut dem am 12. Dezember 2012 vom Bundestag beschlossenen Gesetz sind religise Beschneidungen an Jungen in Deutschland zulssig. Die Abgeordneten billigten damals nach monatelanger kontroverser Debatte eine Regelung, die den Eingriff erlaubt, wenn er nach den Regeln der rztlichen Kunst erfolgt.

  • In den ersten sechs Lebensmonaten drfen allerdings Suglinge auch von religisen Beschneidern, die keine rzte sind, beschnitten werden;
  • Diese mssen aber laut dem Gesetz dafr ausgebildet sein;
  • Daran mangelt es laut den Kritikern des Gesetzes allerdings;

Insbesondere in den ersten sechs Monaten nach der Geburt, wenn sogar Nicht-rzte eine Vorhautentfernung vornehmen drfen, werden Beschneidungen oft ohne ausreichende Betubung und daher nicht nach den Regeln der rztlichen Kunst vorgenommen. Die Kinder erleiden dabei unntige Schmerzen, kritisierte Kupferschmid von der DAKJ.

  1. Es gibt aus Sicht eines gesunden kleinen Jungen keinen medizinischen und schon gar keinen rztlich zu rechtfertigenden Grund ihm seine gesunde Vorhaut, den sensibelsten Teil seines Gliedes, abzuschneiden und dadurch seine sexuelle Selbstbestimmung und genitale Integritt ohne dokumentierte Diagnose irreversibel und schwer zu beschdigen, sagte Matthias Franz fr die Sektion Kinder- und Jugendpsychosomatik der Deutschen Gesellschaft fr Psychosomatische Medizin und rztliche Psychotherapie ( DGPM );

2012 hatten Vertreter verschiedener Parteien das Gesetz begrt. Es sei in Deutschland jahrzehntelang nicht ernsthaft bezweifelt worden, dass sich Eltern straffrei fr eine medizinisch fachgerechte Beschneidung ihres Sohnes entscheiden knnen, sagte die damalige Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP).

Frank-Walter Steinmeier damals SPD-Fraktionschef hatte betont, es gehe darum, einen Ritus aufrechtzuerhalten, der fr die Religionsausbung unverzichtbar sei. Grnen-Fraktionschefin Renate Knast erklrte seinerzeit, die Beschneidung von Jungen im Suglingsalter sei konstitutiv fr das Judentum.

Deshalb wolle sie den Eingriff nicht kriminalisieren. Sie uerte sich zugleich kritisch zu dem Ritual. Ich wrde mir wnschen, dass sich Religion erneuert, sagte sie 2012. © hil/aerzteblatt. de.

Was passiert wenn man nicht beschnitten ist?

Beschneidung nur bei Vorhautverengung sinnvoll – Als medizinische Indikation dagegen gilt die Phimose, also die Verengung der Vorhaut. Dadurch können sich Entzündungen und Einrisse bilden. „Zwar weist jeder Junge bei seiner Geburt eine gewisse Vorhautenge auf, die etwa bis zum dritten Lebensjahr ganz normal ist”, erklärt Urologe Wolfgang Bühmann.

Die Vorhaut bedeckt dabei die Eichel und ist ein bisschen mit ihr verklebt. Das ist auch sinnvoll, solange das Kind noch nicht sauber ist. „Auf diese Weise kann Urin die Eichel nicht reizen”, erklärt der Experte.

Zwischen dem dritten und fünften Lebensjahr lösen sich diese Enge und die Verklebung von selbst und die Vorhaut lässt sich zurückschieben. Passiert das bis zum Schulalter nicht, spricht man von einer Phimose. In diesem Fall rät der Experte zur Operation.

Was passiert mit der abgeschnittenen Vorhaut?

Ist die Beschneidung mit Gefahren verbunden? – In der Regel ist eine Beschneidung (Zirkumzision) ein komplikationsarmer Eingriff. Dennoch kann es, wie bei jedem ärztlichen Eingriff, zu unerwarteten Schwierigkeiten kommen. Meistens sind diese Komplikationen leicht und sprechen gut auf eine Behandlung an. Mögliche Komplikationen können sein:

  • Allergische Reaktionen auf z. auf das örtliche Betäubungsmittel (Lokalanästhesie), wenn die Beschneidung in örtlicher Betäubung durchgeführt wird.
  • Leichte Schmerzen
  • Blutungen aus dem Narbenbereich, Bildung eines kleinen Blutergusses
  • Schwellungen 
  • Falls die Vorhaut nur teilweise entfernt wurde, kann es durch Schrumpfung des Narbengewebes erneut zur Ausbildung einer Verengung kommen.
  • Selten beschreiben Männer nach einer Beschneidung leichte Gefühlsstörungen im Bereich der Eichel. Diese Veränderungen sind in der Regel vorübergehend. Mittel- und Langfristig sollten keine Veränderungen der Empfindsamkeit der Eichel resultieren. Das anfänglich ungewohnte Gefühl der freiliegenden Eichel lässt nach einigen Tagen nach.

Der Mann kann entscheiden, ob die Beschneidung in örtlicher Betäubung oder aber in einer kurzen Vollnarkose durchgeführt wird. Bei Operation in Vollnarkose wird der Narkosearzt vor dem Eingriff über die Narkose informieren. Kinder werden in der Regel in einer kurzen Vollnarkose operiert. In der Regel ist die Operation, auch in Vollnarkose, ein ambulanter Eingriff. Beschneidungsoperationen (Zirkumzisionen) werden in großer Zahl und sehr gutem qualitativen Standard von niedergelassenen Urologen bzw.

Sind beschnittene Männer weniger empfindlich?

Ausstellung über rituelle Beschneidung im Jüdischen Museum Berlin (2014). Bild: EPA Ohne die Vorhaut ist die Eichel konstanter Reibung ausgesetzt, was wie an den Fersen zur Bildung von Hornhaut und damit zu einer verminderten Empfindlichkeit führt. Ergo empfinden beschnittene Männer beim Sex weniger. So ungefähr lautet die gängige Vorstellung, die bislang aber kaum jemand systematisch erforscht hat.

  1. Drei Wissenschaftler der Queen’s University im kanadischen Ontario haben mit einer Studie einen Anfang gemacht – und kommen zu einem verblüffenden Befund;
  2. Jennifer Bossio, Hauptautorin der Studie und Doktorandin in Klinischer Psychologie, unterzog 62 männliche Testpersonen (je die Hälfte beschnitten und unbeschnitten) verschiedenen Empfindlichkeitstests, darunter Berührung, Schmerz und Temperatur;

Dabei wurde die Intensität der Stimuli langsam gesteigert, bis die Probanden signalisierten, dass sie etwas spürten. Dadurch gelang es, für beide Gruppen eine durchschnittliche Empfindlichkeitsschwelle zu berechnen und diese anschliessend zu vergleichen. Jennifer Bossio bild via. queensu. ca Das Ergebnis: Es gibt keinen Unterschied. Bossio fand keine Anhaltspunkte, dass beschnittene und unbeschnittene Männer an der entscheidenden Stelle unterschiedlich empfindlich sind. Weiter kam heraus, dass auch die Vorhaut selbst nicht speziell empfindlich ist und darum keinen nennenswerten Einfluss auf die sexuelle Empfindung haben dürfte.

Bossio räumt gegenüber dem US-Newsportal Vox ein, dass ihre Stichprobe von 62 Männern eigentlich zu klein war. Hinzu komme, dass freiwillige Probanden für Sexualtests in der Regel vor allem wegen der Entschädigung (in diesem Fall 75 kanadische Dollar oder umgerechnet 56 Franken) mitmachen.

Allerdings seien die Resultate derart eindeutig, dass es unwahrscheinlich sei, dass sie sich mit einer grösseren Stichprobe signifikant veränderten. Sehr viel Forschung existiert in der Frage, ob Beschneidungen gesundheitliche Vorteile bringen, darunter vor allem ein geringeres Risiko für die Übertragung von HIV.

Sind Briten beschnitten?

Bei den britischen Royals Tradition seit dem 17. Jahrhundert | Wird Baby-Prinz George beschnitten? Wird er oder wird er nicht? Bei den britischen Royals ist es seit dem 17. Jahrhundert üblich, die männlichen Nachkommen zu beschneiden. Jetzt wird darüber spekuliert, ob Prinz William und Kate (beide 31) bei ihrem Baby Prinz George mit dieser Tradition brechen.

Besonders Königin Victoria war eine große Befürworterin der Beschneidung und legte alle ihre Söhne unters Messer. Auch die männlichen Nachkommen der folgenden Generationen wurden im Säuglingsalter beschnitten, darunter Prinz Charles (heute 64).

Autor Harry Wallop wurde als Baby vom gleichen Rabbi beschnitten wie der Thronfolger. Er glaubt, dass dem kleinen George die Prozedur erspart bleibt, wie er in der Zeitung „ The Telegraph ” schreibt. Denn schon Prinzessin Diana († 36) habe sich geweigert, ihre Söhne William und Harry (heute 28) beschneiden zu lassen.

  • Fakt ist: William und Kate wollen ihren Sohn möglichst normal aufwachsen lassen und beispielsweise auf eine Vollzeit-Nanny verzichten;
  • Nicht unwahrscheinlich, dass die jungen, modernen Eltern dem kleinen George auch die Beschneidung ersparen möchten;

Allerdings ist unklar, ob sich die beiden durchsetzen können. Das britische Königshaus schweigt sich zu dem Thema komplett aus. Übrigens: Inzwischen, gut eine Woche nach der Geburt, ist Prinz George von Cambridge auch auf der Website des Königshauses als Dritter in der britischen Thronfolge geführt.

In welchem Alter beschneiden lassen?

Religiöse Gründe – Die meisten muslimischen Jungen werden beschnitten, wenn sie 4 bis 9 Jahre alt sind. Es gehört zu ihrer Kultur und Tradition. Nach der jüdischen Religion sollen Jungen bis zum achten Tag nach der Geburt beschnitten werden.

Was ist besser Vorhaut oder beschnitten?

Die Beschneidung schützt nicht vor Infektionen – Die WHO (Weltgesundheitsorganisation) empfiehlt die Beschneidung als Vorbeugung von HIV/Aids. Für den Schutz vor anderen sexuell übertragbaren Infektionen bringt eine Beschneidung gar nichts. Aber Achtung: Die Beschneidung verhindert HIV nicht! Das Risiko, sich mit HIV zu infizieren, ist nur etwas niedriger ohne Vorhaut.

Beim Geschlechtsverkehr kann es zu unsichtbar kleinen Verletzungen am inneren Vorhautblatt kommen, durch die das HI-Virus leichter eindringen kann. Wenn ein Mann keine Vorhaut mehr hat, fällt dieser spezielle HIV-Übertragungsweg weg.

Die Beschneidung als Vorsorge vor HIV macht nur in Regionen Sinn, wo nicht genug Kondome zur Verfügung stehen. Dann ist es besser, mit einer Beschneidung das Risiko einer HIV-Infektion minimal zu senken, als gar nichts zu tun. Kondome schützen sehr gut vor einer HIV-Infektion.

Sind Beschnittene Männer sauberer?

“Schmierung” des Penis ist wichtig – Zunächst räumt Schöfer mit der Mär vom unhygienischen Smegma des Mannes auf: “Smegma ist ein physiologisches, präputiales Sebumgemisch, das aus diversen genitalen Drüsen des Penis und der Harnröhre sezerniert wird.

” Seine Funktionen sind die Befeuchtung und “Schmierung” der Glans penis, verbunden mit einer antibakteriellen und antiviralen Wirkung. Erst bei mangelhafter Hygiene findet eine bakterielle Besiedlung statt, verbunden mit Fötor und Balanoposthitis.

Zudem besteht bei 96 Prozent aller Jungen im Säuglingsalter eine physiologische Verklebung des Präputiums mit der Glans penis, die sich während der Kindheit fastimmer spontan löst. Allerdings gibt es dennoch infektiologische Argumente für die Zirkumzision.

So haben beschnittene Jungen im späteren Leben deutlich seltener Harnwegsinfektionen und ein um 50 bis 60 Prozent verringertes Risiko, sich mit viralen und sexuell übertragbaren Erregern wie HIV, HPV und HSV zu infizieren.

Für die Übertragung von Treponema pallidum, Haemophilus ducrey und weiteren bakteriellen Keimen sei dieser Vorteil der Zirkumzision nicht ausreichend gesichert, so Schöfer. Die Frage ist, inwiefern dies für mitteleuropäische und speziell deutsche Verhältnisse relevant ist.

Ist Beschneidung strafbar?

Skip to content Results for ( of ) Displaying results of Ist die religiös motivierte Beschneidung eines minderjährigen Jungen als Körperverletzung strafbar? Das Landgericht Köln hat die Frage in einer Entscheidung vom Mai 2012 bejaht (Az. 151 Ns 169/11). Erst Ende Juni wurde die Entscheidung von einer breiteren Öffentlichkeit wahrgenommen. In der jüdischen Welt sorgt die Entscheidung für allerlei Irritationen. Folgt man dem Urteil, droht den in Deutschland lebenden Juden strafrechtliche Verfolgung, wenn sie der biblischen Tradition entsprechend Jungen acht Tage nach der Geburt beschneiden (Brit Mila).

Die Zirkumzision ist im Judentum nicht irgendein randständiges Brauchtum, sondern für viele Juden ein wesentlicher Bestandteil jüdischer Identität. Die Brit Mila als Aufnahmeritual in die jüdische Gemeinschaft geht zurück auf die biblische Überlieferung des Bundschlusses Abrahams mit Gott (Gen 17, 10-14).

Doch auch im Islam wird die Beschneidung praktiziert. Sie gilt in der abrahamitischen Tradition als essentieller Ausdruck muslimischer Religionszugehörigkeit. Das Landgericht Köln sieht in der Beschneidung mit Einwilligung der Eltern, aber ohne medizinische Indikation durch einen Arzt kunstgerecht vorgenommene Beschneidung eine nicht gerechtfertigte Körperverletzung.

Der Angeklagte wurde im Ergebnis aber freigesprochen, weil die Rechtslage verworren sei und er einem unvermeidbaren Verbotsirrtum unterlag, so das Gericht. Doch grundsätzlich sei die Beschneidung strafbar.

Schaut man sich die Urteilsgründe genauer an, beschleichen einen Zweifel, ob das alles so richtig ist. Schaut man sich den religions- und kriminalpolitischen Subtext an, wachsen die Zweifel noch einmal erheblich an. Zunächst zum Rechtlichen: der Streit um die Zulässigkeit der Jungenbeschneidung (die Strafbarkeit der Genitalverstümmelung von Mädchen steht außer Frage) dreht sich um die Frage, ob die Eltern rechtswirksam und damit rechtfertigend gemäß § 1627 BGB einwilligen können.

Das Landgericht schließt das aus, weil die Beschneidung nicht dem Kindeswohl diene und begründet das mit drei Argumenten: Auf grundrechtlicher Ebene komme dem Rechtsgut der körperlichen Unversehrtheit ein absoluter Vorrang vor dem elterlichen Recht zur religiösen Erziehung zu.

In der Rechtswertung sei die Beschneidung mit körperlicher Züchtigung, seelischen Verletzungen und anderen Entwürdigungen des Kindes (§ 1631 II BGB) gleichzusetzen. Und schließlich wird hervorgehoben, dass das Kind sich ja später von der Herkunftsreligion abwenden könnte; die Beschneidung stelle dann eine irreparable Beschädigung des Körpers dar.

Alle drei Begründungsschritte sind fragwürdig: Das Rechtsgut der körperlichen Unversehrtheit ist zwar von hoher Bedeutung und der Staat tut gut daran, sich schützend davor zu stellen. Doch schließt das eine grundrechtliche Kollisionslage, die nach den üblichen Regeln des Rechtsgüterausgleichs aufzulösen ist, nicht per se aus.

In der Abwägung der Rechtsgüter ist dann auch die relativ geringe Intensität der körperlichen Beeinträchtigung und die hohe Bedeutung für die religiöse Identitätsbegründung (zumindest im Judentum) in Rechnung zu stellen. Die gesetzgeberische Wertung des § 1631 II BGB bietet hingegen kaum Erkenntniswert.

Kinder sollen nicht verprügelt werden – Schmerzzufügung und Demütigung sind keine erlaubten Erziehungsmittel, sagt das Gesetz. Der soziale Sinn und das physiologische Geschehen einer kunstgerecht durchgeführten Zirkumzision sind dann doch was anderes.

Bleibt schließlich das Argument des bleibenden Stigmas. Der Beschnittene bleibt für sein Leben „gezeichnet”. Das stellt aber doch die Freiheit nicht in Frage, die inkulturierte religiöse Tradition später abzustreifen. Hier scheint ein Argument durch, dass zum Standardarsenal der antireligiösen Eiferer gehört: Über religiöse Zugehörigkeit könne erst der Mündige selbst entscheiden, weshalb man Kinder von allen religiösen Einflüssen fern halten müsse, damit es zu keiner Vorprägung kommt.

Die Religionssoziologie weiß es besser: Selbstbestimmung über religiöse Zugehörigkeit setzt in der Regel ein Vertrautwerden mit religiöser Tradition voraus. Auch ist nicht recht erkennbar, warum eine Beschneidung dem Interesse, als Erwachsener über seine Religion zu entscheiden, zuwiderlaufen soll: geschätzt mind.

ein Viertel der männlichen Weltbevölkerung ist beschnitten. Es gibt viele Gründe für eine Beschneidung. Vorzüge und Nachteile der Beschneidung werden in Fachkreisen intensiv diskutiert. In der Bewertung der Beschneidung von Männern und Jungen kommen eine Fülle kulturgeschichtlich-religiöser, medizinischer und ästhetisch-lebenspraktischer Aspekte zusammen.

Im Raum stehen über tausende Jahre gepflegtes religiös-kulturelles Brauchtum, lange Traditionen antireligiöser und antisemitischer Polemiken, das spannungsgelandene Feld der sexuellen Lust und sexuellen Tabuisierungen, kulturelle Wahrnehmungen von Körperlichkeit, der biopolitische Zugriff des Staates auf den Körper und die alte Frage, inwieweit die freiheitlich-demokratische Staatsgewalt Mittel zur Durchsetzung einer rationalistischen Aufklärung sein soll und darf.

Liest man die Entscheidung des Landgerichts Köln, verwundert vor dem Hintergrund dieser komplexen Gemengelage die Unbekümmertheit, mit der das Gericht zu Werke geht. Die hier vorgeführte Konzentration auf die rechtstechnischen Fragen ist sicherlich vornehmster Ausdruck eines funktional ausdifferenzierten Rechtssystems; eine gewisse historische und kulturelle Sensibilität, ein Sinn für das, was man mit einem Urteil anrichtet, wünscht man sich aber doch von der Justiz.

So stellt sich etwa die Frage, ob es sinnvoll ist, ausgerechnet den Arzt zu kriminalisieren, der die Beschneidung durchführt. Denn mit der Abdrängung solcher tradierten Praktiken in die Illegalität droht die Einschaltung von Pfuschern und damit sind echte Gesundheitsrisiken für die Kinder zu besorgen.

Welches Signal geht weltweit davon aus,  dass ausgerechnet in Deutschland nun ein strafrechtliches Beschneidungsverbot bestehen soll? Dass Juden für die Beschneidung Deutschland verlassen müssen, um ihre Religion entsprechend den eigenen Lehren leben zu können? Was sagt die Entscheidung den Muslimen, die in hohem Maße integrationswillig sind, aber bestimmte religiöse Traditionen doch pflegen wollen? Rechtsethisch und strafrechtlich wirft die Beschneidung von männlichen Minderjährigen schwerwiegende Fragen auf.

Warum sind Beschneidungen legal?

Beschneidung bei Jungen – Bei der Beschneidung eines Jungen wird die Vorhaut teilweise oder ganz entfernt. Grundsätzlich dürfen Jungen beschnitten werden, wenn dies medizinisch notwendig ist, z. bei einer Vorhautverengung. Wenn ein Junge aus rituellen Gründen beschnitten werden soll, müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein (§ 1631d BGB):

  • Die Sorgeberechtigten (in der Regel die Eltern) willigen ein, wenn der Junge noch nicht einsichts- und urteilsfähig ist. Laut einem Beschluss des Oberlandesgerichts Hamm vom 30. 2013 (Az: 3 UF 133/13) muss auch ein Fünfjähriger zumindest altersgemäß informiert werden, sowohl von den Eltern als auch vom Arzt, und sein Wille berücksichtigt werden.
  • Die Beschneidung wird nach den “Regeln der ärztlichen Kunst” durchgeführt, d. von einem Arzt. Dazu gehört auch eine ausreichende Schmerztherapie. Ausnahme: In den ersten 6 Monaten nach der Geburt des Kindes dürfen auch von einer Religionsgesellschaft dazu vorgesehene Personen Beschneidungen durchführen, wenn sie dafür besonders ausgebildet und, ohne Arzt zu sein, für die Durchführung der Beschneidung vergleichbar befähigt sind.
  • Das Kindeswohl darf nicht gefährdet sein.

Hintergrund des Gesetzes ist, dass religös begründete Beschneidungen bei Jungen in Deutschland durchgeführt werden können und nicht als Verletzung der “körperlichen Unversehrtheit” (§ 2 Abs. 2 GG) gewertet werden.

Ist es sinnvoll sich beschneiden zu lassen?

Wichtigste Risiken bei einer Beschneidung:   –

  • Blutungen
  • Entzündungen
  • Verletzungen der Harnröhre

“Früher hat man relativ schnell operiert. Heute ist man sehr viel vorsichtiger geworden. ” Martin Winkelheide, Wissenschaftsjournalist Ein medizinischer Grund für eine Beschneidung kann eine Vorhautverengung sein. In diesem Fall ist es oft schmerzhaft, die Vorhaut zurückzuziehen und es kann zu wiederkehrenden Entzündungen kommen.

Ärzte neigen heute eher dazu, erst andere Behandlungsmethoden anzuwenden, bevor sie zum Skalpell greifen. Sie setzen beispielsweise entzündungshemmende Salben ein. “Statistisch gesehen stecken sich beschnittene Männer nicht so schnell mit einigen sexuell übertragbaren Krankheiten an.

” Martin Winkelheide, Wissenschaftsjournalist Die Beschneidung kann auch vor sexuell übertragbaren Infektionskrankheiten wie Genital-Herpes oder Tripper schützen. Beschnittene Männer haben beispielsweise ein um 66 Prozent niedrigeres Risiko, sich mit dem HI-Virus anzustecken.

Es gibt weniger Schleimhaut am Penis, über die das Virus in den Körper eindringen kann. Das ist ein Grund, wieso die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Ländern, in denen HIV weit verbreitet ist, die Beschneidung von erwachsenen Männern und von Jungen empfiehlt.

Kritiker sagen aber, dass jemand, der weiß, dass sein Ansteckungsrisiko geringer ist, sich leichtsinniger verhalten könnte. Diese Person könnte mehr Sexpartner haben, dadurch würde der Vorteil der Beschneidung möglicherweise verloren gehen. “Es gibt inzwischen bessere Methoden, die Ausbreitung von HIV zu bremsen.