Wie Viele Menschen In Deutschland Haben Hiv?

Wie Viele Menschen In Deutschland Haben Hiv
Zudem ist die medizinische Versorgung sehr gut. Daher ist die Ansteckungsrate in Deutschland vergleichsweise niedrig: Nach Angaben des Robert Koch Instituts lag die Zahl der geschätzten Neuinfektionen 2020 bei rund 2. 000 Fällen; Ende 2020 lebten hier etwa 91.

Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit in Deutschland HIV zu bekommen?

Mehr als 95 Prozent davon leben in Entwicklungsländern. Besonders in Subsahara-Afrika, großen Teilen der Karibik und einigen Ländern in Südostasien ist HIV ein Problem. Dort sind mehr als ein Prozent der erwachsenen Bevölkerung infiziert (zum Vergleich: in Deutschland nur 0,1 Prozent).

Wie häufig ist HIV in Deutschland?

Pressemitteilung des Robert Koch-Instituts Das Robert Koch-Institut hat anlässlich des bevorstehenden Welt-AIDS-Tages im Epidemiologischen Bulletin eine umfassende Darstellung der HIV/AIDS-Situation in Deutschland veröffentlicht. Im Jahr 2019 haben sich geschätzt 2.

  • 600 Personen in Deutschland mit HIV infiziert, 2018 waren es 2;
  • 500 Neuinfektionen;
  • „Dieser leichte Anstieg der Infektionszahlen zeigt, dass weitere Anstrengungen notwendig sind, insbesondere um die Testangebote zu verbessern und den Zugang zur Therapie für alle in Deutschland mit HIV lebenden Menschen zu gewährleisten”, betont Lothar H;

Wieler, Präsident des Robert Koch-Instituts. „In der Gesamtschau der vergangenen Jahre zeigt sich aber, dass der Ausbau von zielgruppenspezifischen Testangeboten und ein früherer Behandlungsbeginn Erfolge gebracht haben”, unterstreicht Wieler. Insbesondere ist in den vergangenen Jahren bei der wichtigsten Betroffenengruppe – Männer, die Sex mit Männern haben – die Zahl der Neuinfektionen deutlich gesunken.

Die Zahl der Menschen mit einer HIV-Infektion in Deutschland ist bis Ende 2019 auf 90. 700 gestiegen. Von diesen ist bei etwa 10. 800 die HIV-Infektion noch nicht diagnostiziert. Wer von seiner Infektion nichts weiß, kann das Virus unbeabsichtigt weitergeben, außerdem ist die Sterblichkeit bei Spätdiagnosen höher.

Im Jahr 2019 sind geschätzt 380 Menschen an HIV gestorben. Bei Männern, die Sex mit Männern haben, blieb die Zahl der geschätzten HIV-Neuinfektionen konstant im Vergleich zum Vorjahr und liegt bei etwa 1. 600 Neuinfektionen, im Jahr 2013 waren es noch etwa 2.

200. Beim Gebrauch intravenöser Drogen haben sich 2019 etwa 360 Menschen mit HIV infiziert, diese Zahl ist erneut leicht gestiegen. Etwa 650 Menschen haben sich in Deutschland auf heterosexuellem Weg mit HIV infiziert, auch in dieser Gruppe gibt es seit 2012 auf niedrigem Niveau einen Anstieg.

Der Anteil von Menschen mit einer HIV-Diagnose, die eine antiretrovirale Behandlung erhalten, hat in den vergangenen Jahren stetig zugenommen und liegt inzwischen bei 96 Prozent. Bei fast allen Behandelten (96 %) ist die Behandlung erfolgreich, so dass sie nicht mehr infektiös sind.

Infektionen werden in erster Linie durch Menschen übertragen, deren HIV-Infektion noch nicht diagnostiziert ist. Die Empfehlung, Kondome zu benutzen, bleibt daher weiterhin ein Grundpfeiler der Prävention von HIV und weiteren sexuell übertragbaren Infektionen.

Mit der oralen Chemoprophylaxe einer HIV-Infektion (sogenannte Präexpositions-Prophylaxe – PrEP) steht ein zusätzliches Instrument zur Verhinderung von HIV-Neuinfektionen zur Verfügung. Seit September 2019 werden in Deutschland die Kosten für Medikamente zur PrEP für Menschen mit substanziellem HIV-Risiko durch die gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

  1. Inwiefern sich die Kostenübernahme über den individuellen Nutzen hinaus auch auf die epidemiologische Entwicklung in der Bevölkerung auswirkt, wird derzeit in einem vom RKI geleiteten Forschungsverbund eingehender evaluiert;
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Das RKI schätzt die Zahl der HIV-Neuinfektionen jedes Jahr neu. Durch zusätzliche Daten und Informationen sowie Anpassung der Methodik können sich die Ergebnisse der Berechnungen von Jahr zu Jahr verändern und liefern jedes Jahr eine aktualisierte Einschätzung des gesamten bisherigen Verlaufs der Epidemie.

Die neuen Zahlen können daher nicht direkt mit früher publizierten Schätzungen verglichen werden. Die geschätzten Neuinfektionen sind nicht zu verwechseln mit den beim RKI gemeldeten Neudiagnosen. Da HIV über viele Jahre keine auffälligen Beschwerden verursacht, kann der Infektionszeitpunkt länger zurückliegen.

Das Epidemiologische Bulletin 48/2020 und weitere Informationen, darunter Eckdaten für die einzelnen Bundesländer, sind online abrufbar: www. rki. de/hiv. Stand: 26. 11. 2020 nach oben.

Wie viele Männer haben in Deutschland HIV?

Merkmal 2014 2018
Frauen 15. 100 17. 300
Männer 68. 400 70. 600
Insgesamt 83. 400 87. 900

.

Wie viel Prozent der Frauen haben HIV?

Ende 2020 lebten in Deutschland etwa 17. 300 Frauen mit HIV, das sind fast 20% der insgesamt 91. 400 HIV-positiven Menschen. Der Frauenanteil an den geschätzt 2. 000 Neuinfektionen im Jahr 2020 betrug ca. 21%. von den ca. 600 Erstdiagnosen betrafen (Quelle: RKI 2021).

  • International sieht die Situation für Frauen anders aus: Weltweit sind 50% der Menschen mit HIV weiblich, in den meisten europäischen Ländern sind es 30% oder mehr;
  • Einer HIV-Forschung, die medizinische und psychosoziale Besonderheiten von Frauen berücksichtigt, wurde weltweit in den vergangenen Jahren mehr Gewicht beigemessen;

Nach wie vor gibt es aber immer noch mehr offene Fragen als befriedigende Antworten. Noch immer sind HIV-positive Frauen in Studien häufig unterrepräsentiert. Wichtige Geschlechtsunterschiede und frauenspezifische Besonderheiten können so häufig kaum ausreichend untersucht werden.

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Die Übertragbarkeit der in internationalen Studien gewonnenen Erkenntnisse auf die Gegebenheiten in Deutschland ist wegen erheblicher Unterschiede im Bereich kultureller Hintergründe, materieller und sozialer Lebensbedingungen und divergierender medizinischer und psychosozialer Versorgungssysteme nur bedingt möglich.

Die antiretrovirale Kombinationstherapie ist bei Frauen bei gleichem Zugang zur Behandlung ebenso wirksam wie bei Männern. Dennoch besteht nach wie vor dringender Forschungsbedarf hinsichtlich einer ganzen Reihe von Fragestellungen, z. :

  • Mit zunehmender Dauer der antiretroviralen Behandlung werden Nebenwirkungen der Therapien und/oder Folgeerscheinungen der HIV-Erkrankung häufig zum Thema. Geschlechtsunterschiede wurden bei Nebenwirkungen, Syndromen und Erkrankungen wie Fettstoffwechselstörungen, Lipodystrophie und Lipoatrophie, Osteopenie/Osteoporose, kardiovaskulären oder Lebererkrankungen, Nierenfunktionsstörungen oder allergischen Hautreaktionen festgestellt.
  • Einflüsse sowohl der antiretroviralen Medikamente als auch der HIV-Infektion auf das endokrinologische System von Frauen und Wechselwirkungen zwischen diesen bleiben weitgehend unerforscht. Viele Fragen rund um Zyklus, hormonelle Kontrazeptiva oder die Menopause können bisher nicht zufriedenstellend beantwortet werden.
  • Nebenwirkungen gehen nicht nur mit körperlichen, sondern häufig auch mit erheblichen psychologischen und psychosozialen Beeinträchtigungen einher. So leiden Frauen z. häufiger unter Depressionen. Auswirkungen auf Adhärenz und Therapieentscheidungen werden im klinischen und beraterischen Alltag häufig beobachtet. Eine Berücksichtigung dieser Aspekte in prospektiven, längerfristigen Studien und auch die Entwicklung von adäquaten Unterstützungs- und Behandlungsansätzen ist dringend erforderlich.
  • Seit Beginn der HAART-Ära wurde die Erforschung psychosozialer Aspekte wie Lebensqualität, Krankheitsbewältigung, sexuelle und reproduktive Gesundheit und gesundheitsfördernde Maßnahmen bei Frauen weitgehend vernachlässigt. Die Förderung der sexuellen und reproduktiven Gesundheit von Frauen und die Wahrung ihrer Rechte schließt die Sicherung des Zugangs zu modernen Präventionsstrategien wie z. der Prä-Expositionsprophylaxe (PrEP) ebenso ein wie die Integration der Beratung zur Familienplanung in die Versorgung.
    • Ursachen, Ausprägung und Behandlungsmöglichkeiten müssen dringend geschlechtssensibel untersucht werden;
    • Dazu gehört auch die Sicherstellung des Zugangs zu Verhütungsmitteln und –methoden, Kondomen und Frauenkondomen;

    Auch im Bereich HIV und Kinderwunsch, Schwangerschaft und Stillen gibt es noch viele offene Fragen. Hier besteht ein dringender Bedarf an psychosozialer/sozialwissenschaftlicher und biomedizinischer Forschung. Diese kann die Entwicklung angemessener und wirksamer Unterstützungsmaßnahmen und Interventionen befördern.

  • Die antiretroviralen Therapien haben zu einer deutlichen Verlängerung der Lebenszeit geführt. Menschen mit HIV haben heute oft eine annähernd normale Lebenserwartung und sind damit zunehmend auch von altersbedingten Erkrankungen betroffen. Die Zusammenhänge zwischen altersbedingten Veränderungen, HIV-Infektion und antiretroviraler Therapie und die Unterschiede zwischen Männern und Frauen müssen dringend erforscht werden.
  • Auch deutsche Studien weisen auf deutliche Defizite in der sozio-ökonomischen Situation von Frauen mit HIV hin. Besonders allein Erziehende sind von existenziellen Nöten und Armut betroffen. Die prekäre sozio-ökonomische Lage vieler HIV-positiver Frauen begründet auch die Forderung nach speziellen Ausbildungs- und Arbeitsplatzmodellen sowie die Evaluation entsprechender Maßnahmen.
  • Frauen mit Flucht- und/oder Migrationshintergrund haben häufig einen besonderen Unterstützungsbedarf – sowohl in materieller als auch in medizinischer oder psychosozialer Hinsicht. Traumatisierung und Folgen genitaler Verstümmelung (FGM/C) werden im Rahmen der Behandlung häufig nicht berücksichtigt. Hier fehlen sowohl systematische Erhebungen als auch zielgruppenspezifische Konzepte der Diagnostik, Versorgung und Prävention.
  • Auch im Jahr 2020 wurden ca. 35% der Neudiagnosen werden erst in einem späten Stadium der HIV-Infektion bei einem fortgeschrittenem Immundefekt und 18% erst im Stadium Aids gestellt. Frauen sind davon häufiger betroffen. Gezielte Fortbildungen sowohl im medizinischen als auch beraterischen System sind wichtig, um Frauen mit Testangeboten besser zu erreichen.

Die Arbeitsgruppe AAWS will durch die Unterstützung von Forschungsprojekten und Studien und die Sammlung und Weitergabe von Informationen zur Vermehrung des Wissens um frauenspezifische Aspekte der HIV-Infektion beitragen.