Wie Viele Über 100 Jährige Gibt Es In Deutschland?

Wie Viele Über 100 Jährige Gibt Es In Deutschland
Im Jahr 2020 waren hierzulande 20 465 Menschen 100 Jahre alt und älter. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, waren das 3 523 mehr Hochbetagte als im Jahr 2019.

Wie viele Menschen in Deutschland sind über 110?

Die Zahl der über 100-Jährigen nimmt stetig zu. Eine große Errungenschaft, findet Psychologie-Professorin Daniela Jopp. Auch weil es den Hochaltrigen besser geht denn je. Prof. Dr. Daniela Jopp ist seit 2014 Professorin für Psychologie an der Universität Lausanne.

  • Ein Schwerpunkt ihrer Arbeit ist seit vielen Jahren die Erforschung der Lebensqualität von Hundertjährigen;
  • Frau Jopp, Josefine Ollmann aus Schleswig-Holstein ist der aktuell älteste noch lebende Mensch Deutschlands und mit ihren 112 Jahren noch eine Ausnahme;

Was denken Sie: Wird ein solcher Altersrekord in Zukunft zum Normalfall? Daniela Jopp: Natürlich muss man hier die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie abwarten. Aber grundsätzlich deutet Vieles darauf hin, dass der Trend zum sehr, sehr hohen Alter steigen wird.

  1. Im Jahr 2000 gab es knapp 6;
  2. 000 Menschen in Deutschland, die 100 Jahre oder älter waren – 2019 zählte man mit rund 16;
  3. 000 schon fast das Dreifache;
  4. Ein unglaublicher Anstieg;
  5. Jopp:  Absolut;
  6. Unter den alten Personen sind die 100-Jährigen die am schnellsten wachsende Bevölkerungsgruppe;

Und aus unserer Forschung wissen wir, dass diese Zunahme vor allem in den letzten fünf Jahren stark an Fahrt aufgenommen hat. Jedes zweite im Jahr 2000 oder danach geborene Kind hat eine 50-prozentige Chance, 100 oder älter zu werden. Aus meiner Sicht ist das eine unglaubliche Errungenschaft unserer kulturellen Leistung und des medizinischen Fortschritts.

  1. Werden in Deutschland also künftig mehr Menschen 120 oder gar 130 Jahre alt? Jopp:  Das bezweifle ich;
  2. Es wird immer mehr Menschen geben, die 110 oder sogar 115 werden;
  3. Aber danach kommt dann wohl nicht mehr viel;

Die Französin Jeanne Calment, die älteste dokumentierte Person, ist 1997 verstorben und bisher hat niemand ihr Alter von 122 Jahren übertroffen. Es scheint, dass der Mensch doch ein gewisses „Haltbarkeitsdatum” besitzt. „Ein Groß­teil der indi­vi­du­el­len Unter­schiede bei der Lebens­er­war­tung ist auf den Lebens­stil zurück­zu­füh­ren.

  • ” Frau Ollmann hat zwar eine leichte Demenz, nimmt jedoch kaum Medikamente und lebte bis sie 102 war in ihrer eigenen Wohnung;
  • Wie schafft man das? Jopp:  Untersuchungen aus den USA haben gezeigt, dass es hier wohl drei Gruppen von Menschen gibt;

Wahrscheinlich gehört Frau Ollmann zu den „Delayers”, Personen also, die Erkrankungen viel später bekommen als die Normalbevölkerung. So ist bei über 100-Jährigen zu beobachten , dass Gebrechen, die normalerweise Menschen um die 80 treffen, bei ihnen um mindestens zehn Jahre verzögert auftreten.

  • Die Gruppe der „Escapers” bekommt die Krankheiten dagegen erst gar nicht;
  • Die „Survivors” schließlich haben zwar Erkrankungen – werden aber trotzdem sehr, sehr alt;
  • Offensichtlich gibt es auf genetischer Ebene Faktoren, die extreme Langlebigkeit begünstigen;

Aber Ernährung, Bewegung, Alkohol- oder Nikotinkonsum spielen doch sicher auch eine Rolle, oder? Jopp:  Auf jeden Fall, ein Großteil der individuellen Unterschiede bei der Lebenserwartung ist auf den Lebensstil zurückzuführen ist. Daher sollten wir viel mehr beobachten, wie unsere eigenen Eltern und Großeltern, die uns genetisch ähnlich sind, altern.

  • Hier kann man viel für die eigene Lebensweise lernen;
  • Also welches Verhalten man übernehmen sollte und welches eher nicht;
  • In Ihrer „Heidelberger Hundertjährigen Studie” haben Sie untersucht, wie es den Hochaltrigen gesundheitlich geht;

Die meisten würden sicher spontan sagen: schlecht. Stimmt das? Jopp:  Natürlich treten ab etwa dem 80. Lebensjahr häufig chronische Erkrankungen auf. Richtung 100 verstärkt sich das oft noch einmal deutlich. Personen leiden dann im Durchschnitt unter vier bis fünf chronischen Krankheiten.

Vor allem an Hör- und Sehproblemen, Mobilitätsproblemen, Gelenkerkrankungen sowie kardiovaskulären Erkrankungen. Diese Liste zeigt aber etwas Interessantes: Die 100-Jährigen haben wenige Krankheiten, die – wie zum Beispiel Krebs – potenziell tödlich verlaufen.

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Selbst der häufig vorkommende Bluthochdruck ist im hohen Alter für das Wohlbefinden eher vorteilhaft und führt zu einer höheren Lebenserwartung. Studien zeigen , dass nicht nur die Lebenserwartung steigt, sondern auch die Zahl der gesunden Lebensjahre im Alter.

Trifft dies auch auf die 100-Jährigen zu? Jopp:  Ja, die Zeit, die mit Krankheiten zugebracht wird, hat sich auch hier deutlich verringert. Unsere Heidelberger Studie haben wir 2001 und dann noch einmal 2011/12 durchgeführt und konnten dabei zum Beispiel hinsichtlich der kognitiven Gesundheit Erstaunliches feststellen: 2001 hatten 40 Prozent der 100-Jährigen so gut wie keine geistigen Einschränkungen.

Zehn Jahre später waren es schon fast 50 Prozent. Gibt es kognitive Probleme, dann sind diese bei 30 Prozent jedoch lediglich leicht bis moderat. Nur 20 Prozent sind stark eingeschränkt. „Nur ein sehr gerin­ger Anteil der 100-Jäh­ri­gen bewer­tet die Gesund­heit sub­jek­tiv als sehr schlecht.

” Gilt das auch für die körperliche Gesundheit? Jopp:  Auf jeden Fall. Nur ein sehr geringer Anteil der 100-Jährigen bewertet die Gesundheit subjektiv als sehr schlecht. Ein Drittel empfinden diese als moderat, die Hälfte sogar als gut.

Und fast jeder Zehnte sagt, dass er sich eigentlich topfit fühlt. Die 100-Jährigen von heute sind also in ihrer Lebensführung selbständiger? Jopp:  Telefonieren, Mahlzeiten zubereiten, sich um sein Aussehen kümmern oder Geldangelegenheiten regeln – das schaffen 100-Jährige heute besser als noch vor ein paar Jahren.

Einerseits liegt das an der besseren Gesundheit, andererseits aber auch am stärkeren Einsatz technischer Unterstützung. Wie auch immer, zu denken, alle 100-Jährigen hätten die höchste Pflegestufe und ein „Demenz-Tsunami” käme auf uns zu, ist ein Irrglaube.

So haben unsere Forschungen in Deutschland und den USA gezeigt, dass 50 bis 70 Prozent von ihnen noch in Privathaushalten leben. Häufig zwar mit Unterstützung, aber dennoch relativ unabhängig. Trotzdem verliert man doch sicher irgendwann den Lebensmut, wenn man zum Beispiel nicht mehr richtig sehen oder gehen kann.

Jopp:  Über 80 Prozent der 100-Jährige, mit denen wir gesprochen haben, sagen ganz klar: Wir wollen gerne weiterleben, wir sind zufrieden. Das hat uns wirklich überrascht. Sie fühlen sich als eine Art „Lebenszeit-Gewinner”, die im Gegensatz zu anderen eben noch auf dieser Welt sein dürfen.

Das ist ein schöner Beleg für Resilienz, die psychische Widerstandskraft. Trotz Einschränkungen finden sie noch einen Sinn in ihrem Leben und konzentrieren sich nicht nur auf ihre Krankheiten. „Was mich immer wie­der beein­druckt hat, war, dass 100-Jäh­rige noch Ziele haben.

” Spielt also auch der Charakter eine Rolle, um erfolgreich sehr alt zu werden? Jopp:  Was mich immer wieder beeindruckt hat, war, dass 100-Jährige noch Ziele haben. Diese sind zwar nicht mehr so groß wie in jungen Jahren.

Aber sie wollen zum Beispiel noch erleben, wie der Urenkel heiratet oder das Lieblings-Sportteam die Meisterschaft holt. Zudem sind mir viele Menschen begegnet, die Leidenschaften besitzen. Ein Dame in New York zum Beispiel, die einmal in der Woche Nachbarn und einen buddhistischen Mönch in ihre Wohnung einlädt, um über Philosophie zu diskutieren.

Oder eine Holocaust-Überlebende, die nicht müde wurde, in Schulen zu gehen, um sich gegen Hass und für Versöhnung starkzumachen. Die Gruppe der über 100-Jährigen in Deutschland ist heute 40-mal so groß wie vor 50 Jahren.

So eine Offenheit hilft sicher auch gegen Einsamkeit. Denn irgendwann sind alle Weggefährten, Partner, Freunde, vielleicht sogar die Kinder, verstorben. Jopp:  Solche Verluste sind tatsächlich einer der größte Nachteil der Langlebigkeit. In unseren Studien haben wir gesehen, dass aber das Persönlichkeitsmerkmal der Extraversion sehr hilfreich für das Wohlbefinden sein kann.

Also offen zu sein für neue Beziehungen und gern mit anderen Menschen zusammen zu sein. 100-Jährige, die extrovertiert sind, schaffen es zum Beispiel, auch die Pflegekraft in ihren Freundeskreis einzubeziehen.

Zudem deuten Studien darauf hin, dass Optimisten wohl länger leben. Konnten Sie das auch beobachten? Jopp:  Ja, Optimismus scheint ein wichtiger Faktor zu sein. Im Vergleich zu 80- bis 95-Jährigen konnten wir tatsächlich sehen, dass 100-Jährige optimistischer sind.

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Ich denke, das ist ein Selektionseffekt: Wer mit 95 positiv in die Zukunft schaut, hat eine größere Chance, die 100 zu erreichen. Anders sieht es leider beim Lebenssinn aus. Wie denn? Jopp:  Einen Sinn im Leben zu erkennen, nimmt im Durchschnitt mit zunehmendem Alter ab.

Deshalb finde ich es so wichtig, auch 100-Jährigen eine Rolle in unserer Gesellschaft zu geben. Dass das geht, zeigen die Blue Zones, Gebiete in der Welt, in denen die Wahrscheinlichkeit, 100 zu werden, besonders hoch ist. Auf der japanischen Insel Okinawa zum Beispiel gibt es dörfliche Gremien, in denen sehr alte Menschen noch verantwortungsvolle Aufgaben zugedacht wird.

  1. So bleiben sie in der Öffentlichkeit sichtbar und die Allgemeinheit kann von ihrer Lebenserfahrung profitieren;
  2. Woher rührt denn ihr Interesse für das Thema Langlebigkeit? Jopp:  Das hat mit einer Beobachtung in meine eigenen Familie angefangen;

Ich hatte eine Großmutter, die an einer vaskulären Demenz erkrankt war und die letzten Jahre im Pflegeheim verbracht hat. Auf der anderen Seite der Familie gab es einen Großvater, der unglaublich lange aktiv war. Er hatte einen großen Freundeskreis, sang in Chören, war Mitglied in vielen Vereinen.

Ich denke, seine vielfältigen Interessen, seine positive Grundeinstellung und sein Bewegungsdrang haben dazu geführt, dass er bis ins hohe Alter zufrieden und selbständig war. Das hat mich zu meiner zentralen Forschungsfrage geführt: Welche Faktoren bestimmen, dass manche lange und gut leben – und andere nicht.

Würden Sie denn selbst auch gern 100 oder älter werden? Jopp:  Insgesamt fürchte ich mich nicht vor dem Alter. Natürlich möchte ich nicht allzu krank sein. Aber ich würde auch mit 100 noch versuchen, mein Leben zu genießen, mich mit anderen auszutauschen, schöne Dinge zu erleben, vielleicht sogar zu reisen.

Wie alt ist der älteste Mann der Welt?

Die 100 ältesten Menschen

# Name erreichtes Alter
1 Jeanne Calment 122 Jahre und 164 Tage
2 Kane Tanaka 119 Jahre und 107 Tage
3 Sarah Knauss 119 Jahre und 97 Tage
4 Lucile Randon 118 Jahre und 187 Tage

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Wie viele Menschen sind älter als 100?

Etwa 23. 500 Menschen über 100 Jahre Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte, lebten hierzulande im vergangenen Jahr gut 23. 500 Menschen, die hundert Jahre oder älter waren. Das seien rund 3. 000 Menschen mehr gewesen als im Vorjahr.

Wie viel 90 Jährige gibt es in Deutschland?

Mehr als die Hälfte ist “völlig zufrieden” – Wie Viele Über 100 Jährige Gibt Es In Deutschland Richard “Mörtel” Lugner mit seiner Freundin Nina “Bambi” Bruckner im Januar 2017 beim Deutschen Filmball – er kommt auch schon auf 85 und ist immer noch gut unterwegs. (Foto: imago/Sven Simon) Etwa die Hälfte der Über-90-Jährigen antwortete auf die Frage “Wie zufrieden sind Sie mit Ihrem Leben?”: “Völlig”. Bei Menschen zwischen 70 und 90 Jahren sagten das nur halb so viele. Und die meisten Alten wollen sogar noch älter werden: Drei Viertel sagten, wenn es ihnen weiter so gehe wie bisher, würden sie gerne noch weitere drei bis fünf Jahre leben.

  1. Zum Vergleich zogen die Forscher Daten aus dem Alterssurvey des Deutschen Zentrums für Altersfragen, dem sozioökonomischen Panel des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung und der Generali Altersstudie heran;

Meist gebe es jedoch nur Daten über jüngere Altersgruppen. Zu Menschen über 90, die nicht akut medizinisch behandelt werden, gebe es bislang keine Vergleichsdaten, sagt Lang. Dabei werde diese Gruppe in der Gesellschaft immer größer.

Wie viele Menschen gab es 1914?

Im Kaiserreich wuchs Deutschlands Einwohnerzahl rasant. Das lag maßgeblich an der steigenden Produktion und dem medizinischen Fortschritt. Das kaiserliche Deutschland (1871 bis 1918) befand sich auf dem Übergang vom Agrar- zum Industrieland. Die Triebfedern des ökonomischen Wandels waren ein starkes Bevölkerungswachstum und die zunehmende Bedeutung der Städte als industrielle Zentren: Von der Reichsgründung 1871 bis zur Jahrhundertwende wuchs die Bevölkerung im Deutschen Reich alle fünf Jahre um zwei Millionen, zu Beginn des 20.

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Jahrhunderts sogar um rund vier Millionen. Von 1871 bis 1914 stieg die Zahl der Einwohner um mehr als 60 Prozent auf knapp 68 Millionen. Dahinter stand eine Geburtenrate, wie sie danach nie wieder erreicht wurde: Während eine Frau in der ersten Dekade des 20.

Jahrhunderts durchschnittlich 4,2 Kinder bekam, sind es heute nur noch 1,6 Kinder. Für den hohen Bevölkerungszuwachs waren vor allem die steigende Produktivität in der Landwirtschaft und der medizinische Fortschritt verantwortlich. Im Ergebnis war das Deutsche Reich zu Beginn des 20.

Jahrhunderts ein ausgesprochen junges Land: Im Jahr 1910 waren 60 Prozent der Bevölkerung jünger als 30 Jahre – heute sind es nur noch 30 Prozent. Vor allem die industriellen und administrativen Zentren zogen die Menschen in Scharen an.

So wuchs die Bevölkerung im Rheinland innerhalb von nur zehn Jahren von 5,8 auf 7,1 Millionen im Jahr 1910. In Industriehochburgen wie Essen und Duisburg stieg die Einwohnerzahl um das Anderthalbfache, Gelsenkirchen wandelte sich sogar von einer Kleinstadt mit 37.

Wie viele Einwohner hatte Deutschland vor dem 2 Weltkrieg?

Bei der Volkszählung von 1933, die bereits nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten stattfand, wurden knapp 66, 2 Millionen Einwohner gezählt.

Wie hoch war die Bevölkerung 1918?

Hochkonjunktur für Bestattungsunternehmen – Die deutschen Behörden reagierten auf die ersten Meldungen aus Spanien zuerst gelassen. Die Gesundheitslage in der Stadt sei “günstig”, meldete die Verwaltung aus Nürnberg noch am 22. Juni 1918 – nur wenig später brachen plötzlich Menschen auf offener Straße zusammen.

  1. Es war seltsam: Anders als üblich tötete diese Form der Grippe vorrangig Menschen zwischen 20 und 40, also im besten Alter – nicht etwa Alte, Kranke, Kleinkinder;
  2. Die Behörden machten die Lage durch halbherzige Maßnahmen nicht gerade besser;

So wurden zwar Schulen geschlossen, um die Ausbreitung der Grippeviren zu erschweren – Kinos und Theater allerdings blieben geöffnet, weil die Regierung fürchtete, dass ohne solche Ablenkung Unruhen ausbrechen könnten. Doch der erste Grippeschub im Mai/Juni 1918 war nur der Anfang.

Schon im Oktober überrollte eine zweite, noch weitaus heftigere Welle Europa und den Globus. Jetzt begannen die ersten zu begreifen, was vor sich ging. In den USA schickten Ärzte von der Ostküste eine düstere Mahnung an ihre Kollegen am Pazifik: “Finden Sie jeden verfügbaren Tischler und Schreiner und lassen Sie sie Särge herstellen.

Dann nehmen Sie die Straßenarbeiter und lassen Sie sie Gräber ausheben. Nur dann haben Sie eine Chance, dass die Zahl der Leichen nicht schneller steigt, als Sie sie beerdigen können. ” Selbst der Krieg rückte in den Hintergrund: “Die städtische Bevölkerung steht gegenwärtig noch mehr unter dem Eindruck der bösartigen Grippe als unter dem der großen Niederlagen”, notiert der Heidelberger Geschichtsprofessor Karl Hampe am 20.

Oktober 1918 in sein Tagebuch. Eine dritte Welle folgte Anfang 1919. Die “Spanische Grippe” war ein globales Ereignis: Sie trat in den USA auf und in Europa, in entlegenen Regionen Russlands ebenso wie in Indien, wo es allein schon geschätzte 17 Millionen Opfer gab, in Westafrika und auf den Philippinen.

Auf Samoa starben 20 Prozent der Bevölkerung. Die Zahl derer, die sich damals mit dem Virus infizierten, schätzen Experten auf 500 Millionen Menschen – das entspräche einem Drittel der damaligen Weltbevölkerung. Die Todesrate unter ihnen lag 25 Mal höher als bei anderen Influenza-Epidemien.