Woher Bezieht Deutschland Sein Gas?

Woher Bezieht Deutschland Sein Gas
Zum Hintergrund: – Es gibt derzeit zwar keine Anzeichen für Versorgungsstörungen auf den Gasmärkten. Dennoch: Die Gasversorgung Europas ist vor dem Hintergrund der Ukraine-Krise ins öffentliche Blickfeld geraten. Fast alle EU -Staaten beziehen russisches Erdgas, ein Teil davon via Pipelines durch die Ukraine.

Wo kauft die Ukraine Gas?

Überblick [ Bearbeiten | Quelltext bearbeiten ] – Der Konflikt begann im März 2005, als Russland die Bedingungen für Transittransporte von Erdgas über ukrainisches Territorium nach Westeuropa sowie den Preis, den die Ukraine für Erdgasimporte zahlen sollte, zugunsten marktorientierter Preispolitik neu festlegte.

Weil die Ukraine sich weigerte, den neuen Bedingungen zuzustimmen und ein Vertrag für 2006 bis zuletzt ausblieb, stellte Russland am 1. Januar 2006 die Gasexporte in die Ukraine ein. Dies führte kurzzeitig zu Lieferengpässen in verschiedenen europäischen Staaten.

Aus wirtschaftlicher Sicht waren OAO Gazprom auf russischer Seite und NAK Naftohas auf ukrainischer Seite die Kontrahenten. Laut dem The World Factbook ist die Ukraine weltweit viertgrößter Importeur und sechstgrößter Verbraucher von Erdgas. Ursache dafür sind die nur wenig energieeffizienten Industriebetriebe sowie Verschwendung und Ineffizienz, die durch die früher tiefen Gaspreise gefördert wurden: Im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt weist die Ukraine den höchsten Gasverbrauch weltweit auf.

  • In der Ukraine läuft russisches Erdgas aus mehreren großen Pipeline-Trassen aus Nordsibirien ( Druschba-Trasse , Südzweig Jamal / Nordlicht ) und Zentralasien ( Sojus ) zusammen und wird durch die Transgas -Trasse über die Slowakei und Tschechien nach Westeuropa weitergeleitet. Bis zur Inbetriebnahme der Alternativtrasse Nord Stream im Jahr 2011 wurden etwa 80 Prozent des russischen Erdgases für Europa über die ukrainischen Pipelines transportiert.
  • Die Opportunitätskosten , die Russland jährlich durch ermäßigte Gaspreise an die Ukraine entstehen, betragen etwa vier Milliarden Dollar.
  • Der Anteil des an die Ukraine adressierten Gases an der Gesamtmenge, die durch sie gepumpt wird, beträgt etwa 20 Prozent.
  • Die ukrainische Wirtschaft ist (nicht zuletzt wegen des billigen Gases) sehr energielastig. Die Ukraine ist der sechstgrößte Erdgasverbraucher der Welt, ihr Verbrauch beträgt etwa 73 Milliarden Kubikmeter jährlich.
  • Etwa 25 Prozent ihres Erdgasbedarfs produziert die Ukraine selbst, weitere 40 Prozent bezieht sie über Russland aus Turkmenistan. Der Rest kommt aus russischer Produktion.
  • Durch die russische Subventionierung war der Gaspreis in der Ukraine bisher deutlich niedriger als in Russland selbst. In vielen Bereichen, vor allem in der Metallindustrie, belieferte die Ukraine dadurch den russischen Markt zu Dumpingpreisen und übervorteilte so die russischen Produzenten.
  • Einen Teil ihres für 50 Dollar erworbenen Gases verkaufte die Ukraine für 260 Dollar an Rumänien.
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Wie viel Gas hat Deutschland?

Steht Deutschland vor einem Versorgungsengpass mit Erdgas? Die aktuellen Füllstände der Gasspeicher im Überblick. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa Rund drei Monate würde der Gasvorrat in den gut 50 deutschen Gasspeichern reichen, wenn sie komplett gefüllt wären. Etwa 255 Terawattstunden Gas fassen die riesigen, unterirdischen Speicheranlagen. Damit verfügt Deutschland über die viertgrößte Gasspeicher-Kapazität der Welt.

Die Speicher leeren sich vor allem im Herbst und Winter, wenn in Deutschland die Heizperiode beginnt. Schließlich werden rund 21 Millionen Wohnungen mit Gas beheizt – fast die Hälfte des gesamten Wohnungsbestandes.

Im Frühling und Sommer, wenn der Bedarf an Gas zurückgeht, sollen die Gasspeicher wieder gefüllt werden, um für den nächsten Winter gerüstet zu sein.

Wer fördert Erdgas in Deutschland?

Eigenproduktion und Verfügbarkeit von Erdgas in Deutschland – Die Erdgasreserven in Deutschland werden insgesamt auf rund 32 Milliarden Kubikmeter geschätzt. Zu Reserven zählen im Allgemeinen Mengen, die aus den aktuell bekannten Vorkommen und unter den derzeitigen wirtschaftlichen und technischen Bedingungen gefördert werden können.

Die Erdgasproduktion in Deutschland belief sich im Jahr 2021 auf rund 5,7 Milliarden Kubikmeter Rohgas. Mit rund 5,4 Milliarden Kubikmeter wird am meisten Rohgas in Niedersachsen gefördert. Der Rest der Produktion findet sich in Sachsen-Anhalt und zu kleinen Teilen in Schleswig-Holstein, Thüringen und Bayern.

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. Aufgrund unterschiedlicher Aktualisierungsrhythmen können Statistiken einen aktuelleren Datenstand aufweisen.

Welche Produkte bekommt Deutschland aus Russland?

Pressemitteilung Nr. N 010 vom 24. Februar 2022 –

  • Außenhandel mit Russland steigt 2021 um 34 % zum Vorjahr
  • Wegen gestiegener Energiepreise legen vor allem Importe deutlich zu (+54 %)
  • Erdöl und Erdgas machen rund 59 % aller Importe aus Russland aus
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WIESBADEN – Trotz wachsender politischer Spannungen hat der Handel zwischen Deutschland und Russland im Jahr 2021 gegenüber dem ersten Pandemiejahr 2020 wieder deutlich zugenommen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, wurden 2021 Waren im Wert von rund 59,8 Milliarden Euro zwischen beiden Staaten gehandelt – 34,1 % mehr als im Vorjahr. Aus der Russischen Föderation wurden Waren im Wert von 33,1 Milliarden Euro importiert, dorthin gingen Exporte im Wert von gut 26,6 Milliarden Euro.

  1. Damit lag der Außenhandelsumsatz zwischen Deutschland und Russland 3,4 % über dem Vorkrisenniveau des Jahres 2019;
  2. Importe übersteigen 2021 wieder die Exporte – im Gegensatz zu 2020 2021 legten vor allem die Importe aus Russland kräftig zu: Sie stiegen um +54,2 % gegenüber 2020;

Der Wert der nach Russland exportierten Waren nahm im selben Zeitraum ebenfalls zu – mit +15,4 % jedoch deutlich moderater. Damit überstieg der Wert der deutschen Importe aus Russland 2021 im Gegensatz zum Vorjahr wieder den Wert der Exporte nach Russland.

2020 hatte Deutschland erstmals seit 1993 einen Exportüberschuss erzielt. Ein Grund dafür: Im ersten Corona-Jahr war vor allem der Wert der Rohöl- und Erdgasimporte deutlich gesunken. Erdöl und Erdgas machen 59 % aller Importe aus Russland aus Zwischen Russland und Deutschland werden primär Rohstoffe, Fahrzeuge und Maschinen gehandelt.

Deutschland importierte 2021 vor allem Erdöl und Erdgas im Wert von 19,4 Milliarden Euro – das war ein Zuwachs um 49,5 % und machte 59 % aller Einfuhren aus Russland aus. Außerdem lieferte Russland vor allem Metalle (4,5 Milliarden Euro, +72,1 % gegenüber 2020), Mineralöl- und Kokerei-erzeugnisse (2,8 Milliarden Euro, +23,0 %) sowie Kohle (2,2 Milliarden Euro, +153,0 %) nach Deutschland.

Dagegen exportierte Deutschland im Jahr 2021 vor allem Maschinen (5,8 Milliarden Euro, +5,7 %), Kraftwagen und Kraftwagenteile (4,4 Milliarden Euro, +31,8 %) sowie chemische Erzeugnisse (3,0 Milliarden Euro, +19,7 %) nach Russland.

Russland zählt mit einem Anteil von 2,3 % am deutschen Außenhandel insgesamt zu den 15 wichtigsten Handelspartnern Deutschlands im Jahr 2021. Außerhalb der Europäischen Union war Russland 2021 für Deutschland der viertwichtigste Importpartner sowie der fünftwichtigste Abnehmer deutscher Waren.

  1. Zum Vergleich: Den größten Teil ihres Handels außerhalb der EU treibt die Bundesrepublik mit der Volksrepublik China (9,5 %) gefolgt von den USA (7,5 %);
  2. Die Bedeutung Russlands für den deutschen Außenhandel ist im vergangenen Jahrzehnt jedoch gesunken: Im Rekordjahr 2012, das ebenfalls durch hohe Energiepreise geprägt war, hatten die aus und nach Russland gehandelten Waren noch einen Anteil von 4,1 % am deutschen Außenhandel ausgemacht;
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Russisch geführte Unternehmen in Deutschland erwirtschafteten knapp 32 Milliarden Euro Die Verflechtungen zwischen deutschen und russischen Unternehmen sind auf einem ähnlichen Niveau wie der Außenhandel. 1,9 % des Umsatzes aller auslandskontrollierten Unternehmen in Deutschland erwirtschafteten im Jahr 2019 jene mit Hauptsitz in Russland.

Zum Vergleich: Auf Unternehmen mit Hauptsitz in den USA entfielen 17,9 % des Umsatzes. 164 russisch geführte Unternehmen gab es 2019 in Deutschland. Sie beschäftigten gut 8 100 Menschen und erwirtschafteten dabei einen Umsatz in Höhe von 31,6 Milliarden Euro.

Umgekehrt wurden 2019 nach Angaben der Deutschen Bundesbank 472 Unternehmen in Russland von deutschen Investoren kontrolliert. Diese beschäftigten knapp 129 000 Menschen und erwirtschafteten einen Jahresumsatz in Höhe von gut 38,1 Milliarden Euro. Dies entspricht einem Anteil von 1,5 % des weltweiten Jahresumsatzes, den Unternehmen deutscher Investoren 2019 im Ausland erzielten.

Zum Vergleich: 21,1 % dieses weltweiten Umsatzes von Unternehmen deutscher Investoren entstand in den USA (545,4 Milliarden Euro). Methodische Hinweise: Die Statistik der Unternehmen unter ausländischer Kontrolle umfasst in Deutschland ansässige Unternehmen, die von einer Muttergesellschaft mit Sitz im Ausland kontrolliert werden.

Kontrolle liegt vor, wenn ein Unternehmen direkt oder indirekt mehr als 50 % der Anteile eines anderen Unternehmens besitzt. .